Ausgehverbot für Giraffen: So erleben Neunkircher Zootiere die Kälte

Ausgehverbot für Giraffen: So erleben Neunkircher Zootiere die Kälte

Glätte, Schnee und eisiger Wind – nicht jeder Neunkircher freut sich über das derzeitige Winterwetter. Doch wie erleben die tierischen Exoten des Neunkircher Zoos die niedrigen Temperaturen? Finden die Tierfütterungen dort trotzdem statt? Zoopädagoge Christian Andres hat darüber mit SZ-Redaktionsmitglied Jasmin Kohl gesprochen.

Ist das kalte Wetter eine besondere Herausforderung für die Zootiere?

Christian Andres: Das ist sehr unterschiedlich. Viele unserer Tiere kommen aus kalten Gebieten und kennen die Temperaturen aus ihren natürlichen Verbreitungsgebieten. Unsere Schneeleoparden und Asiatischen Wildhunde freuen sich zum Beispiel eher über die Kälte. Auch die Erdmännchen halten sich trotz der Kälte meist im Außengehege auf. Besonders gerne an unserem beheizten künstlichen Termitenhügel.

Für welche Tiere ist das Winter-Wetter denn problematisch?

Andres: Die Giraffen sind derzeit meist in unseren Innenanlagen anzutreffen, da die Glätte für sie besonders gefährlich ist. Rutschen sie in der Außenanlage aus, kann das zu schweren Verletzungen führen. Auch die Neunkircher Orang-Utans, die ursprünglich aus Südostasien kommen, können sich bei den niedrigen Temperaturen leicht erkälten und sind daher eher in den Innenanlagen anzutreffen. Der Neunkircher Zoo hat aber keine Tiere, die bei kalten Temperaturen extra in Winterquartiere ausgelagert werden müssen.

Finden die Tierfütterungen und Vorführungen im Zoo trotzdem wie geplant statt?

Andres: Die Tierfütterungen und Vorführungen finden trotzdem statt, wir verlegen sie jedoch teilweise in die Innenanlagen des Zoos, wenn das Wetter zu eisig ist. Das betrifft zum Beispiel die Elefantenfütterung und die Flugvorführung der Falken. Bei Schneegestöber fliegen die Falken überhaupt nicht gerne, bei Regen übrigens auch nicht.

Der Schneeleopard zeigt sich ganz in seinem Element.
Wacht über das Außengehege: der Asiatische Wildhund.
Christian Andres.

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Geburten, Neuzugänge und Besucher 2015Im vergangenen Jahr besuchten 171 900 Menschen den Neunkircher Zoo , also 29 040 Besucher weniger als im Vorjahr 2014. Zoopädagoge Christian Andres erklärt den Besucherrückgang vor allem durch das Wetter: Der besonders heiße und lange Sommer sowie einige verregnete Wochenenden seien nicht sehr förderlich für die Besucherzahlen gewesen. Eine positive Bilanz zieht der Zoo jedoch in Sachen Tiergeburten: Unter anderem erblickten sechs Asiatische Wildhunde, drei Vietnamesische Langnasennattern, zwei Chinasittiche, eine Hirschziegenantilope, zehn Gundis (darunter zweimal Zwillinge), zehn Erdmännchen (zweimal Drillinge und einmal Vierlinge) in Neunkirchen das Licht der Welt. Auch zwei Seehunde wurden geboren, diese sind aber bereits in anderen Zoos untergekommen. Unter den besonderen Neuzugängen zählt der Zoo Hirschziegenantilopen, Chinasittiche, Streifengänse, Helmperlhühner, Eurasische Zwergmäuse, Kleine Winkerfrösche, Schopfmakaken und Chinesische Muntjakhirsche. koj

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