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Hans Joachim Buchinger aus Wiebelskirchen Kegeltrainer des Jahres

Sportkegeln : Große Ehre für den „Weltmeister-Macher“

Der Saarländer Hans Joachim Buchinger wurde vom Deutschen Scher-Keglerbund (DSKB) als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Er hat Bundesliga-Spieler und sogar Weltmeister ausgebildet: Hans Joachim Buchinger, Vorsitzender und Jugendtrainer seines Heimatvereins KSC Wiebelskirchen, kümmert sich seit exakt 20 Jahren um die Nachwuchsförderung im Kegeln. Keine einfache Aufgabe, denn die Sportart ist nicht gerade am Boomen. Nahezu alle Clubs klagen über Nachwuchsprobleme, die Zahl von aktiven Sportlern ist rückläufig.

„Das liegt aber nicht an den Kindern und Jugendlichen, sondern daran, dass bei den meisten Vereinen niemand Jugendarbeit machen will“, ist sich Buchinger sicher. Der Mitarbeiter eines Unternehmens im IT-Bereich ist dabei selbst eher ein Spätstarter in Sachen Kegeln.

„Ich habe zunächst Handball gespielt, bis ich wegen meines Studiums aufgehört habe“, verrät der 62-Jährige. „Irgendwann hat mich dann mal ein Kumpel zum Kegeln mitgenommen.“ Das Spiel bei dem es darum geht, möglichst „alle Neune“ zu treffen, faszinierte den Wiebelskircher von Beginn an.

Vor 25 Jahren entschloss er sich, eine Trainerausbildung zu beginnen. Nachdem diese abgeschlossen war, wollte Buchinger sein erworbenes Wissen an seine Mitspieler weitergeben. Doch dabei stieß er meist auf taube Ohren. „Die haben oft gesagt: Ich spiele jetzt schon so viele Jahre, was willst du mir erzählen“, blickt er lachend zurück.

Um diese Erfahrung reicher, reifte in ihm der Gedanke, sich der Nachwuchsförderung zu widmen. Im Jahr 2000 rief er beim KSC Wiebelskirchen eine Jugendabteilung ins Leben. „Seitdem haben wir eigentlich immer um die 20 Kinder und Jugendliche im Training“, berichtet der 62-Jährige.

In seiner Sportart ist dies eine beachtliche Zahl. Auch erste Erfolge stellten sich schnell ein: „Mit Wolfgang Ulrich ist bereits zwölf Monate nach Gründung der Abteilung erstmals ein Spieler von uns zu einer deutschen Jugendmeisterschaft gefahren“, erinnert sich Buchinger.

Im Laufe der beiden vergangenen Jahrzehnte durchliefen Akteure wie Daniel Schulz (jetzt KSC Hüttersdorf) oder Veronika Ulrich (KSC Dilsburg) seine „Talentschmiede“. Beide haben schon mehrere Weltmeistertitel gesammelt und spielen erfolgreich in der 1. Liga. Auch weitere Bundesligaspieler wie Sascha Leißmann (Hüttersdorf) und Hannah Siebert (früher KF Oberthal, jetzt Dilsburg) sammelten unter seiner Regie erste Erfahrungen auf der Bahn.

Mittlerweile hat sich deutschlandweit in der Kegelszene herumgesprochen, dass es in der ehemaligen Hüttenstadt Neunkirchen (in der dortigen TuS-Halle trainiert und spielt der KSC Wiebelskirchen) einen Trainer gibt, der mit viel Engagement Talente fördert.

Am 6. März wurde Buchinger nun für seine Verdienste bei der Gala des Bowling- und Kegelsports in Berlin als DSKB-Trainer des Jahres ausgezeichnet. „Wenn man für die vielen Jahre so gewürdigt wird, ist das natürlich eine klasse Sache“, freut sich der 62-Jährige.

Aber wie schafft es Buchinger, die Nachwuchsspieler so gut auszubilden und ihre Begeisterung für den Sport zu wecken? „Mein Motto ist, dass das Erlebnis vor dem Ergebnis steht. Aber ohne Erfolgserlebnisse läuft es auch nicht.“ In der Praxis heißt dies: Buchingers Training soll Spaß machen. Dazu gibt es beispielsweise kleine Wettkämpfe. Aber auch auf das Erlernen der richtigen Technik legt der Trainer des Jahres viel Wert.

Aktuell hat Buchinger weitere erfolgversprechende Talente in Ausbildung, wie den 17-jährigen Marius Togan oder die ein Jahr jüngere Pauline Haag. „Beide hätten gute Chancen gehabt, bei der Junioren-Weltmeisterschaft in diesem Jahr mit dabei zu sein. Die wurde mittlerweile aber leider wegen der Corona-Krise abgesagt“, berichtet der Übungsleiter.

Im Aktivenbereich geht der KSC Wiebelskirchen gemeinsam mit dem TuS Neunkirchen als Spielgemeinschaft KSG Adler Neunkirchen an den Start. Die erste Mannschaft wurde in der gerade abgelaufenen Saison Vizemeister hinter dem Lokalrivalen TuS Wiebelskirchen, der früher auch schon in der 2. Liga spielte. Beide Clubs sollte man nicht verwechseln. „Der TuS und wir, das ist wie Bayern München und 1860 München“, erklärt Buchinger lachend.