Kolumne AchWas?! : Wenn Glubschaugen und Geißböcke ablenken

Als beim Spieleabend der Timer summt, sind alle abgestürzt. Dabei sollten sie das beschädigte Flugzeug rätselstark reparieren und sicher landen.

Was haben der Kölner Zoo, das schwedische Königshaus, ein Riesengleiter und die Geissens gemeinsam? Erstmal nichts. Aber sie alle bekommen ihre kleine Rolle beim häuslichen Spieleabend in diesen Corona-Zeiten. Der Name des Spiels: „Exit“. Die Idee des Spiels: Als Team eine große Aufgabe lösen, dieser Lösung über zehn Runden näherkommen (ähnlich Escape-Room). Die Challenge an diesem Abend: „Der Flug ins Ungewisse.“ Das Spieler-Quartett ist Teil der Crew eines Passagierflugzeugs nach Barbados. Das Flugzeug kommt in Turbulenzen. Alarmleuchten gehen an. Jetzt heißt es Rätsel lösen, damit das Flugzeug reparieren und so sicher landen. Es gibt Karten und Hilfsmittel wie einen Spiegel. Was sie in jeder Runde raten, basteln die Mitspieler zu einem dreistelligen Zahlencode. Der wird in einer Decodier-Scheibe eingestellt. Das ergibt im Sichtfenster der Scheibe eine mögliche Lösungszahl.

Nötig für dieses Spiel sind unterschiedliche Fähigkeiten der Spieler: Querdenken, Rund- und Quadratischdenken, Kreativität, Kombinationsgabe (und vieles mehr). Klar, nicht jeder kann alles. Spiegeln an geraden oder gekrümmten Linien bringt zwei der vier ans Limit. Eine der zwei steigt kurz mal aus und macht für ihre Instagram-Story ein Bild am Spiele-Tisch. Mit der gedanklichen Rückkehr bringt der Nicht-Spiegler News aus dem Netz mit: „Hennes der Neunte ist Papa“. Nun genießt der 1. FC Köln in diesem Haushalt einige Sympathien. Und wenn das Effzeh-Maskottchen Vaterfreuden genießt, teilen alle die Freude. „Zwei Mädchen“, folgt die nächste Info zu den Zicklein im Domstadt-Zoo. Logische Frage: „Kann ein Mädchen ein Bock werden?“ In Schweden, so erinnert sich eine am Tisch, galt lange die männliche Thronfolgeregelung. Bis Victoria kam, das Gesetz geändert wurde und Victoria eines Tages Königin werden kann. Aber bei den „Geißböcken“? Können sie zu „Geißen“ werden? Also eher nicht, oder? Aber plötzlich haben die Vier jetzt die Geissens vor Augen. Robert und Carmen, deren Luxusleben wir im Fernsehen verfolgen dürfen. Okay, das hilft beim Rätseln nicht wirklich weiter (amüsiert aber, „Rooooobert“).

Wieder spiegeln. Diesmal sollen Zahlen zu entdecken sein. Zwei sehen nur Schmetterlinge. Und riesengroße Glubschaugen. Das lenkt wieder ab. „Da gibt es doch so ein Tier im Urwald, das hat Glubschis und Flügelhaut wie die Fledermäuse.“ Aber wie heißt das Wesen? Wieder ein Kurztrip ins Internet: „Hat Glubschaugen und fliegt von Baum zu Baum“. Schnelle Antwort aus dem Netz: der Riesengleiter, auch bekannt als Pelzflatterer oder Colugo. Schnell zurück zum Spiel. Die Zeit läuft. Für das Quartett ist sie jedoch abgelaufen. Spätestens nach einer Stunde, so hieß es bei Start, sollten sie sicher gelandet sein. Als der Timer summt, hängen sie noch in Rätselrunde vier fest. Abgestürzt. Sie machen trotzdem weiter. Nach dreieinviertel Stunden setzen auch sie am Boden auf. Das Allerschlimmste: Es war eine Version für Einsteiger.