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Wahl-Ergebnisse an Gemeinschaftsschulen
Freude hier, Frust mit Nachzüglern da

Kreis Neunkirchen. Fürs kommende Schuljahr liegen jetzt die Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen im Landkreis Neunkirchen vor. Von Claudia Emmerich

927 Jungen und Mädchen wechseln im kommenden Schuljahr in die fünfte Klasse einer weiterführenden Schule im Landkreis Neunkirchen (Vorjahr 926). Wie der Kreis auf SZ-Anfrage weiter mitteilt, gehen 536 (556) auf eine Gemeinschaftsschule, 391 (370) auf ein Gymnasium. Die Zahlen sind Stand 5. März. Sie werden sich bis Sommer erfahrungsgemäß noch verändern. Erste Mini-Korrekturen ergaben sich bereits jetzt bei unserer telefonischen Nachfrage an einzelnen Schulen.


Schauen wir auf die Gemeinschaftsschulen. Ein deutliches Plus verzeichnet die Anton-Hansen-Schule Ottweiler. Bislang liegen 34 Anmeldungen vor (Vorjahr 19). Für die stellvertretende Leiterin Katja Strauß-Zeller eine erklärbare Entwicklung: „Die gesteigerte Zahl zeigt, dass wir mit unserem pädagogischen Ansatz auf dem richtigen Weg sind. Dazu  gehört auch das Profil als ,gesunde Schule’ mit vielen Projekten. Wir haben auch in der Art zu unterrichten einiges geändert. Dazu nehmen wir die Öffentlichkeitsarbeit für unsere Schule ernst und pflegen einen guten Kontakt zu den Grundschulen.“  Die Anmeldezahlen wirken auf die Klassenbildung: „Wir können beruhigt mit zwei Fünferklassen im kommenden Schuljahr planen.“ Derzeit gibt es eine Klasse, die aber über die Monate von 19 auf jetzt 31 angewachsen ist. Dazu kamen Zuwanderer-Kinder, Zugezogene und vereinzelt erste Rückkehrer vom Gymnasium. Phänome, die auch andere Gemeinschaftsschulen kennen. „Wir hoffen auch“, so Strauß-Zeller, dass wir im kommenden Schuljahr die jetzigen Fünfer als zwei Sechserklassen weiterführen können.“

Ebenfalls als „Quittung für gute Arbeit“ sieht man das Wahl-Ergebnis in Eppelborn. Bei einem Sprung auf 67 neue Schüler (Vorjahr 45) ist die Freude groß, sagt Michael Sticher, stellvertretender Leiter. Die Schule habe sich in den letzten Jahren erneuert, sei in einem „Prozess“ und habe sich stetig weiterentwickelt. „Wir haben verstärkt neue Medien und Methoden eingesetzt“, so Sticher. „Und gerade auch das Doppellehrerprinzip in den Hauptfächern kam bei den Eltern gut an.“ Folge der guten Zahlen: „Wir werden dreizügig.“

Auf hohem Niveau bleibt die GGS Neunkirchen (154/145). Weiter liegen die Gemeinschaftsschulen in Schiffweiler bei 80 Anmeldungen (91), in Illingen bei 60 (77), in Merchweiler bei 61 (68) und in Spiesen-Elversberg bei 39 (35). Stark rückläufig sind die Zahlen in der Lutherschule Neunkirchen-Stadtmitte (23/45) und in der Alex-Deutsch-Schule Wellesweiler (19/31). In der Lutherschule sieht man das noch nicht als endgültig an. „Heute morgen sind schon vier Anmeldungen dazugekommen“, berichtet Leiterin Monika Jung-Ries, als die SZ anruft. Speziell in der Neunkircher Innenstadt sei das „Nachzügler“-Problem spürbar, dass Eltern trotz vielfältiger Informationen angeblich nichts vom Anmeldeschluss gewusst haben wollten. Bis Sommer, da ist sich Jung-Ries sicher, werden sich noch weitere Kinder an ihrer Schule melden. Das habe auch eine telefonische Abfrage in den benachbarten Grundschulen ergeben. Und Jung-Ries will kein Kind, das auch im Umfeld wohnt, wegschicken müssen: „Im Vorjahr standen wir zu Meldeschluss bei 45 und zu Schuljahresbeginn waren es dann 61“, erinnert die Schulleiterin Sie suche das Gespräch mit dem Ministerium, um die Tür für zwei Fünferklassen im kommenden Schuljahr offenzuhalten.

 „Wir sind alles andere als glücklich über die geringe Anzahl der Anmeldungen“, gibt Leiterin Stephanie Urschel zum Abschneiden der Alex-Deutsch-Schule in ihrer schriftlichen Stellungnahme offen zu. „Nachgefragt sind primär Gymnasien und Gebundene Ganztagsschulen, die mit einem attraktiven Ganztagsangebot in modernen Räumlichkeiten und mit der Aussicht auf Ausstattung mit modernen Medien unstrittig punkten können.“ Die Wellesweiler Gemeinschafts-Schule wolle auf diesen Trend reagieren: „Wir  werden nichts unversucht lassen, auch in Wellesweiler zu einer modernen Bildungsinfrastruktur beizutragen.“



Die Maximilian-Kolbe-Schule in Wiebelskirchen, die in Trägerschaft des Bistums Trier ist, meldet 83 Schüler in drei Fünferklassen. Hier gab es auch in diesem Jahr mehr Anmeldungen als Plätze.