Ackermann in Bestform

Eigentlich wollte er ja gar nicht mehr ganz vorne spielen. Doch Patrick Ackermann muss bei Hertha Wiesbach vorne rein, schließlich trifft er. Wie am Samstag beim 4:0-Sieg gegen Schott Mainz.

Patrick Ackermann stand am Samstagnachmittag an der Seitenlinie des heimischen Stadions und grinste über beide Ohren. "Eigentlich hatte ich ja schon damit abgeschlossen, noch einmal im Sturm aufzulaufen", flachste der Spieler des Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach nach dem klaren 4:0 (1:0)-Heimsieg über den TSV Schott Mainz. Der 31-Jährige, der in der vergangenen Saison immer öfter auf der Position des rechten Außenverteidigers eingesetzt wurde, spielt unter Trainer Michael Petry wieder in der Offensive - und brachte Wiesbach gegen Mainz mit seinen Saisontoren drei und vier auf die Siegerstraße. In der 23. Minute verwertete er einen Pass von Marcel Noll vom linken Flügel. Und kurz nach der Halbzeit köpfte er den Ball nach einer Kerze der Mainzer Hintermannschaft im hohen Bogen über Torwart Igor Luketic ins Netz.

Zu diesem Zeitpunkt hätte Wiesbach schon höher führen können. Der FC Hertha schnürte den Tabellenzweiten Mainz vor 283 Zuschauern von Beginn an in der eigenen Hälfte ein und erspielte sich Chance um Chance. Bereits nach neun Sekunden hätte Hertha-Stürmer Björn Recktenwald das 1:0 erzielen können - sein Kopfball geriet aber zu unplatziert. Der TSV, mit der Empfehlung von 20 erzielten Toren nach Wiesbach gereist, deutete seine Torgefährlichkeit nicht einmal an. Die Defensive der Hertha ließ keine Möglichkeit der Gäste zu. "Mainz kommt über das Spielerische. Diese Stärke haben wir ihnen genommen, indem wir im Aufbauspiel früh gepresst haben", sagte Ackermann.

Wiesbach war auch im zweiten Durchgang klar besser, die Entscheidung fiel aber erst in der 85. Minute. Recktenwald spielte zuerst TSV-Verteidiger Nenad Simic schwindelig und traf aus 14 Metern flach rechts. Der schönste Treffer des Tages fiel nur zwei Minuten später. Noll passte auf Linksaußen dal Col, der den Ball auf die rechte Seite zu Maurice Urnau lupfte. Der Neuzugang vom SV Auersmacher hätte schießen können, legte den Ball aber zurück auf Recktenwald, der den Torwart ins Leere grätschen ließ und zum 4:0 einschob. "Wir lassen uns von vergebenen Chancen nicht mehr runterziehen. Wir machen einfach weiter. À la bonne heure, wie wir heute die Tore rausgespielt haben", freute sich Trainer Petry, der ein Sonderlob an Patrick Ackermann verteilte: "Patrick ist über 30 und trotzdem der Spieler, der mit am meisten läuft. Er arbeitet viel nach hinten, aber auf seine Abschlussqualitäten wollen wir nicht verzichten. Er spielt weiter vorne."