Neue Optik für die StummstraßePetra Berg: Transparenz fehlt

Dillingen. Die mittlere Stummstraße bekommt ihr neues Gesicht. Im Laufe der kommenden Woche wird die Firma DC2 aus Saarbrücken mit dem Umbau des ehemaligen Woolworth-Gebäudes beginnen. "Im April 2012 wollen wir fertig sein", verkündet Investor Ernst Clüsserath. Die kommenden vier Monate stehen Abriss und Umbau der Außenwände auf dem Programm

Dillingen. Die mittlere Stummstraße bekommt ihr neues Gesicht. Im Laufe der kommenden Woche wird die Firma DC2 aus Saarbrücken mit dem Umbau des ehemaligen Woolworth-Gebäudes beginnen. "Im April 2012 wollen wir fertig sein", verkündet Investor Ernst Clüsserath. Die kommenden vier Monate stehen Abriss und Umbau der Außenwände auf dem Programm. Solange werden Kräne das Bild der Einkaufstraße prägen. "Danach wird die Stummstraße wieder frei sein", versichert Clüsserath. Im Anschluss beginnt der Innenausbau, die Fassade kommt später an die Reihe.Drei Millionen Euro investiert das Unternehmen in den Umbau. Das sei aber erst der erste Bauabschnitt. "Im April sind wir mit der Fassade und dem ersten Obergeschoss fertig", erläutert Clüsserath. Dort zieht dann die Dillinger Zweigstelle des Jobcenters ein (wir berichteten). "Wenn wir Mieter für die Büroräume im zweiten Obergeschoss und für die Läden im Erdgeschoss haben, investieren wir weiter und bauen auch diese Flächen aus", ergänzt der Investor. Interessenten vor allem für die Ladenflächen gebe es schon. "Das sind sowohl klassische Filialisten als auch andere Einzelhändler", meint Clüsserath. Mehr könne er noch nicht verraten.

Die Pläne für die Fassade dagegen schon. Die soll vor allem in das Ensemble der Häuser passen. Deshalb wurde die Gliederung der Häuser davor und danach in die Architektur aufgenommen. Natursteine und viele große Glasfronten sollen die Optik aufhellen.

Ebenso wie der Platz, der gegenüber entsteht. Den baut die Stadt Dillingen (wir berichteten). Kosten: rund 500 000 Euro. Derzeit werden die beiden Häuser der Stummstraße 24 und 26 abgerissen. Über den Platz geht es später zum Parkplatz, wo 35 Stellflächen für Autos entstehen. Die Arbeiten sollen nach Angaben von Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg im September abgeschlossen sein. Der Verwaltungschef: "Ich bin mir sicher, dass die beiden Investitionen Sogwirkung haben werden und die Stummstraße in diesem Bereich neue Attraktivität gewinnt." Dillingen. Die SPD-Bürgermeisterkandidatin wirft dem amtierenden Bürgermeister und der Verwaltung vor, wichtige Beschlüsse für Großprojekte in nicht-öffentlichen Sitzungen des Stadtrats zu fassen. Ein Beispiel sei die aktuelle Neugestaltung der mittleren Stummstraße. "Der Ankauf der Häuser in der Stummstraße und die Zusagen an den Investor wurden in nicht-öffentlichen Sitzungen des Rates getroffen", kritisiert sie. Dabei hätten die Bürger ein Recht darauf, informiert zu werden. Niederschriften der Sitzungen des Stadtrates müssten etwa im Dillinger Boten veröffentlicht werden.

Bürgermeister Franz-Josef Berg ist verwundert über die Kritik. Zwar seien die Beschlüsse tatsächlich nicht-öffentlich beschlossen worden. Aber beim ehemaligen Woolworth-Gebäude handele es sich um eine private Grundstücksangelegenheit, die im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzungen besprochen werden müsse. Ferner meint der Verwaltungschef: "Ich habe alle Pläne mit den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates, auch der SPD, zuvor abgesprochen. Und es gab überhaupt keine Kontroversen." Außerdem würden die Pläne schon seit Langem auch öffentlich diskutiert. Das Verfahren sei also sehr transparent. dög

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