Namborns Schulden bedrohen Bürgerhäuser

Namborns Schulden bedrohen Bürgerhäuser

Namborn. Kommt auf die Menschen in den zehn Namborner Dörfern der Verlust ihrer neun Bürgerhäuser zu? Zumindest wird der Spardruck auf die Gemeinde ständig belastender. Davon geht Bürgermeister Theo Staub (SPD) aus. "Es kann gut sein, wenn die Entwicklung anhält, dass wir sie schließen oder verkaufen müssen

Namborn. Kommt auf die Menschen in den zehn Namborner Dörfern der Verlust ihrer neun Bürgerhäuser zu? Zumindest wird der Spardruck auf die Gemeinde ständig belastender. Davon geht Bürgermeister Theo Staub (SPD) aus. "Es kann gut sein, wenn die Entwicklung anhält, dass wir sie schließen oder verkaufen müssen." Unter Umständen kämen dann Vereine als deren finanziell eigenverantwortliche Träger ins Spiel.An die 24 Millionen Euro Miese: Das bedeutet allein schlappe 600 000 Euro Zinsen, die die Gemeinde Namborn alljährlich abstottern muss. Ohne einen müden Cent zu tilgen. Eine dramatische Finanzlage, die der Bürgermeister schildert. Mit Blick darauf stimmte der Gemeinderat einer Resolution zu, die reihum nun alle Städte und Gemeinden im Saarland unterzeichnen. Damit begrüßen die Lokalpolitiker den Kommunalen Entlastungsfonds (KELF) der Landesregierung. Denn damit werde anerkannt, dass die Rathausverwaltungen und Entscheidungsträger vor Ort nicht alle Faktoren beeinflussen können, die zu der Misere führten.

Demnach erhalten Not leidende Kommunen bis 2020 gemeinsam 17 Millionen Euro pro Jahr. 2012 entfallen laut Staub 348 000 Euro auf Namborn, um die Zinslast zu mildern.

Doch der Rathauschef ist mehr als pessimistisch, dass die Geldspritze seine Gemeinde auf lange Sicht retten kann. Denn: "Alle 52 saarländischen Kommunen können dieses Jahr ihren Haushalt nicht ausgleichen." Das bedeute: Die Aufwendungen sind höher als die Erträge. Von ihnen müssten 33 schon einen Haushaltssanierungsplan auf die Beine stellen. Und elf dieser Gruppe gehe es mittlerweile finanziell so schlecht, dass ihnen eine Überschuldung droht. Das sei, wie Staub sagt, dann der Fall, wenn die Kommunen neben Schulden kein Geld mehr auf der hohen Kante haben. Das drohe auch seiner Gemeinde: "Namborn hat Ende 2013, spätestens 2014 kein Eigenkapital mehr." Dann sei seine Kommune so weit wie heute schon Friedrichsthal. Hier stehe der desolate Haushalt unter "ganz strenger Aufsicht". Ähnlich entwickle es sich für Marpingen und Tholey.

Wenn sich die von Staub befürchtete Entwicklung fortsetzt, dann bleibe es nicht nur bei geschlossenen Gemeindezentren in den einzelnen Ortsteilen. "Wir haben in fünf Jahren alle neun Leichenhallen saniert. In spätestens fünf Jahren wären sie wieder dran. Doch dann können wir uns das nicht mehr leisten."

Mehr von Saarbrücker Zeitung