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Edelsteintage Losheim
Steine als Symbole der Lebenskraft

Edelsteine, Fossilien, Schmuck und vieles mehr wurde in Losheim bei den Edelsteintagen in der Eisenbahnhalle angeboten.
Edelsteine, Fossilien, Schmuck und vieles mehr wurde in Losheim bei den Edelsteintagen in der Eisenbahnhalle angeboten. FOTO: Werner Krewer
Losheim am See. Bei den Edelsteintagen in der Losheimer Eisenbahnhalle waren zu Ostern kunstvoll bearbeitete Steine zu sehen. Von Jessica Lorig

Gefräst, graviert und geschliffen wurde am Osterwochenende bei den Edelsteintagen in Losheim. Eine Mischung aus Ausstellung, Verkauf, Vorführungen und Kinderprogramm wurde den Besuchern geboten. Zu sehen gab es Bücher aus Marmor, Kalk und Granit oder handbemalte Mandala-Steine.


„Ich suche meine Steine an Stränden oder Flüssen“, verrät Inge Vogel über ihre handbemalten Mandala-Steine. Vogel kombiniert die alte Tradition der Steinmalerei mit der Darstellung von Mandalas. „Bei den von mir handsignierten Mandala-Steinen handelt es sich um kleine, zweiseitige Kunstwerke auf Naturstein gemalt“, ergänzt Vogel. Bemalt werden ihre Steine mit Acrylfarbe. Wichtig sei die glatte Oberfläche. Nach der Bemalung werden die kleinen Kunstwerke noch mit Lack versiegelt.

Währenddessen verarbeitet Alexia Preisner ihre Edelsteine mit Makramee zu Schmuck und führt diese Arbeit vor. Makramee ist eine indische Flechttechnik, bei der der eingebundene Stein unversehrt bleibt. Die dabei verwendeten Bänder könne man leicht wieder von dem Stein abtrennen und diesen dann erneut in ein Armband oder eine Kette einflechten. „Für selbstgemachte Ringe brauche ich zehn Minuten, bei Armbändern entspricht der Arbeitsaufwand einem halben Tag“, sagt Preisner über ihre Arbeit. Bevor diese Steine von Preisner eingebunden werden können, müssen sie jedoch erst geschliffen werden.

Um einen Einblick in die Materie des Schleifens zu geben, gab es ein Mitmachprogramm: Die Besucher konnten in diesem Jahr vorbehandelte Bernsteine mit verschieden grobkörnigen Schleifpapieren  bearbeiten. Sie fingen mit der geringsten Körnung des Schleifpapieres an und gingen dann zu immer feinerem Papier über. Nach einer halben bis dreiviertel Stunde Schleifarbeit wurde aus dem einfachen Stein ein Handschmeichler.

Des Weiteren wurde Geoden-Schneiden angeboten. Dabei konnten die Besucher aus mehreren Geoden einen Stein auswählen, diesen durchschneiden und dessen Innenleben betrachten. „Geoden haben einen Hohlraum, in dem Kristalle sein können. Diese Kristalle wachsen durchgehend weiter. Heute sind Geoden in Brasilien oder auch noch vereinzelt auf Feldern in Idar-Oberstein zu finden“, sagt Edelstein-Standbetreiber Zimmer.



Zudem präsentierte Sebastian Schmidt von der „Steinbuchwerkstatt“ Bücher aus Sandstein, Marmor oder auch Labradorit, die er einzeln in Handarbeit angefertigt hat. „Normalerweise stelle ich auf Büchermessen aus“, sagt Schmidt. Die Buchsteine erinnern an alte Folianten und seien stehend oder liegend ein Blickfang. Zur Entstehung dieser Büchersteine erläutert Schmidt: „Zunächst werden aus einem Rohblock Rechtecke zugesägt. Bei diesen wird dann mittels einer Flex eine Kante abgerundet, die später den Buchrücken bildet. Anschließend wird die Form der Bücher festgelegt, indem die Seiten mit Diamantwerkzeugen bearbeitet werden. Hierbei wird der schöne Schwung der Bücher herausgearbeitet, der später den Eindruck entstehen lässt, ein viel gelesenes Buch in Händen zu halten. Danach werden die einzelnen Buchseiten herausgesägt. Ist die Grundform fertig, muss das Buch geschliffen werden. Nach vier bis fünf Schleifgängen, wobei die Körnung jedes Mal verfeinert wird, kommt zu guter Letzt das Einlassen und Polieren mit Steinöl.“

Sehr zufrieden äußerte sich nach den beiden Tagen Veranstalter Franz Wenke von der Galerie Zauberwelt. Trotz des relativ schlechten Wetters hätten etwa 1500 Besucher den Weg zu der Veranstaltung gefunden. Wenke: „Wir können positive Bilanz ziehen. Ostern 2018 hat mal wieder alle Rekorde gesprengt.“  Das galt auch für die große Tombola, deren Erlös traditionell an die SZ-Aktion „Hilf-Mit“ gespendet wird. „Die Tombola war ausverkauft am Montagabend!“, freute sich Wenke. Nach seinen Angaben kamen so 1150 Euro für die SZ-Benefizaktion zusammen.