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Kappensitzung in Wahlen
„Änn de Bitt“ lässt die Stimmung überkochen

 Ein gute Figur gab das Juniorentanzpaar (Lisa Marei Maniglia und Noa Jäschke) bei seiner Einlage ab.
Ein gute Figur gab das Juniorentanzpaar (Lisa Marei Maniglia und Noa Jäschke) bei seiner Einlage ab. FOTO: Roman Niederkorn
Wahlen. In ihrer Sitzung bewiesen die Wahlener wieder einmal, dass sie „dick dö!“ sind. Von Roman Niederkorn

Seinem Schlachtruf „Wahlen dick dö!“ machte der Karnevalsverein „Änn de Bitt“ bei seiner Kappensitzung am Samstag alle Ehre. Treffsichere Pointen bei Büttenreden und Sketchen, Tänze wie aus einem Guss und flotte Rhythmen der Urwahlener Bergkapelle brachten in der Mehrzeckhalle die Stimmung der zahlreichen Närrinnen und Narrhalesen zum Überkochen.


Gleich zu Beginn konnte das Prinzenpaar Mathias I. und Aleen I. bei seiner launigen Rede das Eis brechen. Der großmäuligen Schilderung des Prinzen, dass er sich bei der riesigen Anzahl der Kandidatinnen für den Part der Prinzessin wie der Bachelor vorkam, konterte seine Auserwählte mit der Aussage, dass sie etliche Biere habe trinken müssen, bevor sie das Angebot überhaupt annahm.

„Moses“, der laut Vorstellung früher das Meer teilte, heut aber nicht mehr sein Bier, interpretierte im Zwiegespräch mit „de Häälische Gääscht“ die Geschehnisse auf der Welt auf seine Weise. Zum guten Schluss wurden noch einige Dorfgrößen zu „Heiligen“ ernannt. Wenn eine kinderlose Ehefrau einen Babymacher zu Erfüllung eines Kinderwunsches bestellt, dafür aber Besuch von einem Fotografen für Babyfotos bekommt, eskaliert der Dialog zwangsläufig.



Furchterregend der Auftritt vom „Gevatter Tod“. Mit der Sense fuchtelnd, machte er für sein Geschäft mächtig Werbung, doch für seine Promotion erntete er nur Lacher aus dem Publikum. Um die Gunst des potenten Hahns „Roberto“ stritten sich heftig zwei Hühner und ein schwuler Hahn. Beim tierischen Gegacker im Hühnerstall wurde kein Blatt vor den Schnabel genommen, wobei Parallelen zum menschlichen Miteinander unverkennbar waren.

Seit nunmehr 14 Jahren sind die „Klageweiber“ des Jammerns nicht müde. Diesmal beschwerten sie sich lauthals darüber, dass sie als Zugezogene bei den Vereinen keine Chance bekamen. Sie hatten sich aber so dämlich angestellt, so dass ihre letzte Chance bei Auftritten bei der „Änn de Bitt“ sahen.

Der Höhepunkt des Abends war für viele in der Halle sicherlich der Auftritt des „Duo of den letschen Drecka“. Die beiden in bestem Frack gekleideten Musiker mit E-Piano und Geige brillieren seit Jahren nicht nur durch meisterhafte Beherrschung ihrer Instrumente, sondern geben dem
Auftritt durch Gesang und Komödie eine ganz besondere Note. Die größten Lacher im Saal ernteten sie mit gepfefferten Seitenhieben auf die Nachbarn aus Losheim.

Die Darbietungen der Tänze waren allesamt eine Augeweide, was die Performance und die Kostüme gleichermaßen betraf. Zackig und gekonnt die Vorführungen des Kinderfunkenmariechens, des Juniorentanzpaares und des Tanzmariechens sowie der Garden.

Die Schautänze hatten mit der Eroberung Trojas einen geschichtlichen und die Erzählung von Schneewittchen eine märchenhaften Hintergrund. Die Vorführung „Dumm gelaufen“ schilderte den ewigen Kampf der Polizei mit Gesetzesbrechern. Viel zu schnell leitete das gemeinsam gesungene Wahlener Lied zur Mitternachtsstunde das Finale der Kappensitzung ein.