Landwirte und Obstbauern im Grünen Kreis sehnen sich nach Regen

Büschdorf : Trockenheit bereitet enorme Probleme

Nach der Hitze sehnten sich Landwirte und Obstbauern Regen herbei, der in den nächsten Tagen kräftig ausfallen kann.

Auf den Regen, der am Donnerstag niederging, haben Landwirte und Obstbauern im Landkreis Merzig-Wadern und gewiss auch im gesamten Saarland sehnlichst gewartet – Niederschläge, die immens wichtig sind, wie Kreisbauernpräsident Peter Hoffmann sagt. Der kurze Schauer am Sonntagabend war nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein – zu wenig, um die Pflanzen auf den Feldern und Äckern mit genügend Wasser zu versorgen. Der Boden ist ausgetrocknet.

Für die Landwirte ist es das zweite zu trockene Jahr in Folge. „An Saar und Mosel ist die Wintergerste eingefahren“, sagt Hoffmann. „Der Ertrag ist ganz okay“, verrät der Landwirt aus Büschdorf, der auch das Amt des Landesbauernpräsidenten inne hat. Doch beim Weizen drohen Einbußen. „Die für den Ertrag wichtige Kornfüllung findet bei großer Hitze und Wassermangel nicht mehr statt“, sagt er. „Ist es zu heiß, werden nur kleine Körner gebildet, und wir kriegen einen geringeren Ertrag.“ Dies erkenne man deutlich an den Ähren. Gleiches gelte auch für Mais und Kartoffeln. Zwar sei der kühle Mai gut für die Feldfrüchte gewesen. Aber laut Hoffmann wirke sich  die Dürre des Vorjahres weiter extrem aus – etwa beim Raps. In den Monaten August und September  bringen die Landwirte normalerweise  die Saat für den Raps aus. Doch der Boden war in beiden Monaten des vergangenen Jahres derart pulvertrocken, dass viele  Bauern  nicht aussäten. Die Folge: „Die Ernte wird historisch gering“, sagt der Bauernpräsident.

Auf einen kräftigen Landregen hofft auch Obstbauer Josef Jacoby aus Tünsdorf. „Das Obst braucht dringend Wasser“, sagt er. Gebe es in nächster Zeit keinen Regen, werde es ernst. „Ob Kirschen oder Pflaumen: Die Früchte sind  durch den  Wassermangel wesentlich kleiner als sonst.“ Viele der Früchte müssten aussortiert werden. Für die Apfelernte sieht der Fachmann jetzt schon schwarz: „Sie wird sehr klein ausfallen“, prognostiziert der Mann aus Tünsdorf. Wichtig für das Gedeihen sei Wasser.  „Doch der Boden ist knochentrocken“ Bereits die  Ausgangslage für dieses Jahr sei nicht gut gewesen. Bis in den Herbst 2018 hinein habe es ja  gegeregnet. Wenn jetzt kein Wasser vom Himmel fällt, befürchtet Jacoby auch für das kommende Jahr Ungemach. Denn die Blütenknospen für das kommende Jahr werden in den nächsten Wochen gebildet, was über gute und schlechte Ernte entscheide.  Die Klimaveränderung ist nach seinen Worten jetzt greifbar und an handfesten Dingen sichtbar. „Früher war es kaum denkbar, dass ein Feigenbaum den Winter in unserer Region im Garten überlebt hat.“  Trockenheit und Hitze können laut Jacoby den für unsere Region so  typischen  Lebensräumen wie Streuobstwiesen schaden.

Peter Hoffmann. Foto: Robby Lorenz
Josef Jacoby. Foto: Heike Theobald
Gerd Petgen. Foto: CDU Perl

Haben Obstbauern und Landwirte den Regen regelrecht herbeigesehnt, haben die Winzer „keine Probleme“, wie der saarländische Winzerpräsident Gerd Petgen sagt. Noch würden die Reben nicht unter der Trockenheit leiden, bestätigt er. Über bis zu zwölf Meter tiefe Wurzeln erreichten die Rebstöcke noch Wasserreserven. Nur junge Pflanzen müssten bei enormer Dürre  bewässert werden.

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