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Viel zu lange ohne richtigen Regen: Der Wald leidet unter dem Wassermangel

Viel zu lange ohne richtigen Regen : Der Wald leidet unter dem Wassermangel

Die Trockenheit der vielen vergangenen Wochen lässt nicht nur Bäche und ihre Zuflüsse versiegen. Auch die Bäume leiden sehr darunter.

Die lang anhaltende Trockenheit führt vielfach sichtbar zu Schäden an der Vegetation. Für den Wald birgt der Wassermangel mehrere Gefahren, wie es aus dem saarländischen Umweltministrium dazu heißt: Erstens stehen die Bäume stark unter Stress und sind gegenüber forstlichen Schädlingen geschwächt; zweitens steigt durch die ausgetrocknete Bodenvegetation die Gefahr von Waldbränden; drittens können bei langen Trockenperioden einzelne Bäume komplett absterben; viertens sind Kulturen (junge Anpflanzungen) gefährdet.

Bäume seien im Vergleich zu landwirtschaftlichen Nutzpflanzen zunächst nicht so anfällig gegen Trockenheit. Mit ihren tiefreichenden Wurzelsystemen (Herz- und Pfahlwurzelsysteme) erschließen die Bäume tiefere Bodenschichten und können auf diese Weise Zeiten des Wassermangels überbrücken. Eine Ausnahme bildet die Fichte mit ihrem Flachwurzelsystem; Waldbäume leben in Symbiose mit Pilzen (Mykorrhiza). Das Mycel (das sind die „Wurzeln“ der Pilze) ist um ein Vielfaches feiner als die feinsten Feinwurzeln der Bäume. Das Mycel der Pilze erreicht Wasser in den allerkleinsten Bodenklüften und gibt einen Teil des Wassers an die Bäume weiter. Im Gegenzug erhalten die Pilze Kohlenhydrate vom Baum (Symbiose), so das Ministerium weiter.

Bei den landwirtschaftlichen Pflanzen gibt es diese symbiotische Lebensweise nur bei den Leguminosen (Hülsenfrüchtler).

Waldbäume regulierten die Transpiration über die Spaltöffnungen an den Blättern. Sei dies nicht ausreichend, weil die Trockenheit anhaltend ist, werfen die Bäume vorzeitig ihr Laub ab, um die Verdunstungsleistung zu senken. Eichen werfen zudem wegen Trockenheit Kurztriebe mit mehreren Blättern ab.

Baumarten, die besonders gut mit Trockenheit zurechtkommen, sind zum Beispiel Spitzahorn, Winterlinde, Traubeneiche und Kiefer. Aber auch Lärche und Sommerlinde sind geeignet.

Verlierer unter den Waldbaumarten ist die Fichte: Diese Baumart kommt mit der aktuellen Trockenperiode, aber auch den vermehrt aufgetretenen heißen Sommern der vorigen Jahre überhaupt nicht zurecht. Im Staatswald des Saarlandes ist der Anteil dieser forstwirtschaftlich wichtigen Baumart in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, von ehemals 25-Prozent-Anteil auf jetzt etwa 12-Prozent-Anteil, was einen Rückgang von 5000 Hektar Fichtenwald darstellt. Diese Flächen wurden durch stabilere standortheimische Mischwälder ersetzt.

Um der Rolle des Waldes für den Klimawandel gerecht zu werden, muss für die Fichte eine Ersatzbaumart gefunden werden, die vergleichbares Holz produziert. Dies ist zum Beispiel die Weißtanne, wie es aus dem Ministerium abschließend heißt.