1. Saarland

Erneuerbare Energien ein Wirtschaftsfaktor

Erneuerbare Energien ein Wirtschaftsfaktor

St. Wendel. Ob Sonne, Wind, Erdwärme oder Biomasse. Mit erneuerbaren Energien ist Geld zu verdienen. Und zwar viel. Einen Eindruck davon gab Professor Peter Heck bei der Auftaktveranstaltung des Vereines Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land am Montag im Unternehmerzentrum St. Wendel (wir berichteten kurz)

St. Wendel. Ob Sonne, Wind, Erdwärme oder Biomasse. Mit erneuerbaren Energien ist Geld zu verdienen. Und zwar viel. Einen Eindruck davon gab Professor Peter Heck bei der Auftaktveranstaltung des Vereines Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land am Montag im Unternehmerzentrum St. Wendel (wir berichteten kurz). Eines seiner Beispiele: Im Landkreis Rhein-Hunsrück leben 100 000 Menschen, etwa so viele wie im St. Wendeler Land. Das Investitionspotenzial nur für den Bau von Windrädern liege bei fünf Milliarden Euro. Bis 2050 könne man damit eine Wertschöpfung von 20 Milliarden Euro erzielen. Milliarden, die in der Region bleiben könnten. Wenn die Akteure vor Ort sich dafür engagieren.Dieses Engagement gibt es im St. Wendeler Land mit der Initiative Null-Emissions-Landkreis. Eine Energie-Projektgesellschaft wird noch in diesem Jahr gegründet. Sie soll geeignete Flächen sichern und erste Projekte vorbereiten. Regionale Betreibergesellschaften sollen diese dann umsetzen. Ein Baustein dieses Konzeptes ist der Verein Zukunfts-Energie-Netzwerk. Seine Hauptaufgabe ist es, die Menschen zu informieren, zum Mitmachen zu gewinnen und Bewusstsein für erneuerbare Energien zu schaffen. Dabei will der Verein eng mit den Kommunen, Versorgern, Firmen, Institutionen und Bürgern zusammenarbeiten.

Bei der Auftaktveranstaltung im Unternehmerzentrum in St. Wendel stellte sich der Verein erstmals vor und warb um Mitglieder. Mit rund 100 Besuchern war der große Saal des UTZ bis auf den letzten Platz gefüllt. Landrat Udo Recktenwald sagte: "Ökologie und Ökonomie sind keine zwingenden Gegensätze. Sie können sich ergänzen." Ziel sei es, dass das St. Wendeler Land der erste Null-Emissions-Landkreis im Saarland wird. Wichtig sei dabei die Einbindung der Bürger in das Projekt. Recktenwald: "Jeder sagt, erneuerbare Energien sind wichtig, aber bitte nicht vor meiner Haustür." Dabei ist die Zukunft der Energieversorgung nach seiner Ansicht regional. Recktenwald betonte: "Wir müssen die Ökologie ökonomisch nutzen zum Wohle des St. Wendeler Landes."

Das unterstrich auch Umweltministerin Simone Peter: "Klimaschutz ist eine wichtige Aufgabe, die die regionale Wertschöpfung voranbringt." Sie freue sich, dass der Landkreis St. Wendel hier vorangehe. Wichtig sei, dass man alle mit ins Boot nehme. Peter übergab an Recktenwald zwei Zuschussbescheide des Landes. Einen für ein Klimaschutzkonzept und einen für eine Potenzialanalyse über erneuerbare Energien.

Einen ersten Eindruck von den hier vorhandenen Potenzialen gab Professor Peter Heck vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas) am Umweltcampus Birkenfeld. Ein Vorteil der erneuerbaren Energien sei es, dass der größte Teil der Wertschöpfung in der Region bleiben könne. Ländliche Landkreise könnten ein Mehrfaches an Energie gewinnen, als sie selbst verbrauchen. Und diese dann verkaufen. Heck präsentierte kurz verschiedene Projekte in Deutschland. Der Professor: "Die Technik ist da." Man müsse die Menschen teilhaben lassen. Heck: "Der Bürger muss hier selbst Geld verdienen können." Das erhöhe die Akzeptanz. Denn: "Wir müssen dem Bürger auch erklären, dass sich die Landschaft verändert."

Der Verein Zukunfts-Energie-Netzwerk hat drei Ziele: Verbesserung des Klimaschutzes, regionale Wertschöpfung und die Förderung der regionalen Identität. Gründungsvorsitzender ist Landrat Udo Recktenwald selbst. Am Montag, 28. November, 19 Uhr, gibt es eine Mitgliederversammlung. Dann wird der Vorstand gewählt. Recktenwald: "Alle Akteure und Gruppen sollen sich hier wiederfinden. Je breiter wir aufgestellt sind, desto besser."

Interessenten können sich bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land melden. Die Adresse: Werschweilerstraße 40, 66606 St. Wendel, Fax: (0 68 51) 90 3319, E-Mail: info@wfg-wnd.de. Jahresbeitrag: Einzelpersonen 24 Euro; Unternehmen, Verbände, Vereine, Kommunen 60 Euro.