Chancenlos und doch zufriedenKöllerbach haut die Borussen weg

Chancenlos und doch zufriedenKöllerbach haut die Borussen weg

Riegelsberg. Zwar enttäuscht, aber dennoch erhobenen Hauptes verließen die Spieler des Fußball-Saarlandligisten 1. FC Riegelsberg am vergangenen Dienstagabend den Rasenplatz im Stadion am Wäldchen. Mit 0:3 hatte das Team von Trainer Franco Gagliardi kurz zuvor gegen den Regionalligisten SV Elversberg verloren und schied aus dem Saarlandpokal aus

Riegelsberg. Zwar enttäuscht, aber dennoch erhobenen Hauptes verließen die Spieler des Fußball-Saarlandligisten 1. FC Riegelsberg am vergangenen Dienstagabend den Rasenplatz im Stadion am Wäldchen. Mit 0:3 hatte das Team von Trainer Franco Gagliardi kurz zuvor gegen den Regionalligisten SV Elversberg verloren und schied aus dem Saarlandpokal aus. "Wir brauchen uns überhaupt nichts vorzuwerfen. Wir haben gut mitgehalten. Und man hat keinen Zwei-Klassen-Unterschied gesehen. Vielleicht hätten wir noch länger das 0:0 halten können", blickte Gagliardi auf die 90 Minuten zurück.

Vor gerade einmal 200 Zuschauern und bei strömendem Regen begann der FC Riegelsberg sehr defensiv und ließ die Elversberger das Spiel machen. Doch der Regionalligist tat sich auf dem nassen und aufgeweichten Rasen schwer. Zu ungenau war das Passspiel, und zu wenig kreative Ideen hatte die SVE. Auf der anderen Seite warteten die Riegelsberger auf Kontersituationen, doch die ließen die Gäste nicht zu. Und zwei Minuten vor Halbzeitpause war es schließlich soweit. Ein Tor wie aus dem Nichts für die SVE: Adam Fall kam an der Strafraumgrenze an den Ball, zog aus spitzem Winkel ab, und FCR-Tormann Sven Gierke konnte die glitschige Kugel nur noch ins eigene Tor ablenken - 1:0 für Elversberg.

"Den Ball kann man halten, doch das war ein richtiges Geschoss auf dem nassen Rasen", sagte Gierke, dem von seinem Trainer keine Vorwürfe für die Gegentore gemacht wurde. Denn auch beim zweiten Elversberger Tor hatte Gierke die Finger am Ball. Der in der Halbzeit eingewechselte Alexander Karapetyan tauchte drei Minuten nach dem Seitenwechsel alleine vor Gierke auf, zog trocken ab, und Gierke konnte den Ball wieder nur ins eigene Tor abfälschen - das 0:2.

Wenig später hatte der FC Riegelsberg die einzig erwähnenswerte Aktion in den 90 Minuten im Elversberger Strafraum. Nach einem Eckball von Thomas Zimmermann köpfte Mathias Groß aus fünf Metern SVE-Schlussmann Marc Birkenbach genau in die Arme (55. Minute). Ernsthaft in Bedrängnis bringen konnte der FC Riegelsberg den Regionalligisten zwar nicht, aber dafür kämpfte die Gagliardi-Truppe bis zum Abpfiff und hätte sich den Ehrentreffer verdient gehabt.

Doch der sollte nicht fallen. Im Gegenteil. Nach einem weiteren Sololauf erhöhte Karapetyan sieben Minuten vor dem Abpfiff auf 0:3. "Es war ein Pflichtsieg für uns. Wir haben uns nicht blamiert, müssen aber so schnell wie möglich an das Spiel gegen Eintracht Trier am Samstag denken", sagte Elversbergs Trainer Günter Erhardt nach dem verdienten 3:0-Sieg.

Für den 1. FC Riegelsberg steht an diesem Samstag ebenfalls das nächste Ligaspiel an. Um 14.30 Uhr empfängt das Team den SV Mettlach. Und hier wären Tore unterm Strich deutlich wichtiger als am Dienstagabend. Aktuell steht Riegelsberg auf dem 13. Platz - mit 16 Zählern. Zum Vorletzten FC Palatia Limbach sind es nur drei Punkte Abstand. Ein Abrutschen in der Tabelle droht, zumal sich der SV Mettlach in den letzten Wochen gefangen hat und mit 24 Punkten Fünfter ist. Nichtsdestotrotz hat Gagliardi ein eindeutiges Ziel ausgegeben - punkten. Am besten natürlich dreifach.Köllerbach/Großrosseln. Dass die Sportfreunde Köllerbach in der fünften Runde des Fußball-Saarlandpokals nicht nach Neunkirchen fahren würden, um gegen die Borussia auszuscheiden, das hatte Trainer Melori Bigvava (Foto: Dietze) angekündigt. Aber da es eben auch das Spiel zweier Oberligisten war, hatte er betont, wie schwer dieses "Nicht-Ausscheiden" werden würde. Wirklich schwer tat sich Köllerbach angesichts eines hochverdienten 3:1 selten.

Während die Borussia auf dem Kunstrasen in Wiebelskirchen, wohin das Spiel verlegt worden war, behäbig wirkte, konnte Köllerbach von Beginn an Druck aufbauen. "Wir haben über 90 Minuten konzentriert gespielt", sagte Bigvava. Nach 19 Minuten belohnte Davit Bakhtadze dieses Bemühen mit dem 1:0. Auch danach fehlte bei Neunkirchen die Frische, während Köllerbach das Spiel bis zur 69. Minute kontrollierte. Doch selbst Marius Neumeiers Ausgleich in der 69. Minute brachte das Konzept der Sportfreunde nicht durcheinander. "Die Mannschaft hat sich nicht verunsichern lassen und weiter versucht, nach vorne zu spielen", lobte Bigvava.

Nicht einmal zehn Minuten dauerte es, ehe Mischa Theobald Köllerbach in Führung brachte, ehe Romuald Houllé mit dem Schlusspfiff jegliche Neunkircher Hoffnung begrub.

Köllerbach steht im Achtelfinale und setzt den positiven Trend mit dem vierten Sieg im fünften Spiel fort. Einen Wunschgegner hat Bigvava nicht, wobei herauszuhören ist, dass es nicht unbedingt der 1. FC Saarbrücken sein muss: "Wir wollen so weit wie möglich kommen." Vielleicht sogar ins Finale.

Im Gegensatz dazu muss sich der SC Großrosseln noch gedulden. Das Spiel gegen die SF Hüttersdorf musste wegen Unbespielbarkeit des Rasens in Hüttersdorf auf den 16. November (19 Uhr) verlegt werden. jbö

"Wir haben gut mitgehalten. Und man hat keinen Zwei-Klassen-

Unterschied gesehen."

Franco Gagliardi, Trainer des

FC Riegelsberg

Mehr von Saarbrücker Zeitung