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Trumps Opa – ein Glücksritter aus der Pfalz

Donald Trump in typischer Pose bei einer Rede im US-Präsidentschaftswahlkampf. Foto: Reynolds/dpa
Donald Trump in typischer Pose bei einer Rede im US-Präsidentschaftswahlkampf. Foto: Reynolds/dpa FOTO: Reynolds/dpa
Kaiserslautern. Friedrich alias Frederick Trump aus Kallstadt machte in den USA sein Vermögen mit Hotels, Bordellen und Immobilien. Die Behörden wollten den illegal ausgewanderten Großvater von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump nicht wieder heimkehren lassen. epd-Mitarbeiter Alexander Lang

. Donald Trump sollte etwas vorsichtiger sein, wenn er gegen Immigranten aus Mexiko und aus islamischen Ländern wettert, rät der Kaiserslauterer Historiker Roland Paul. "Er scheint vergessen zu haben, dass sein eigener Großvater ein Einwanderer aus der Pfalz war, der seine Heimat sogar illegal verlassen hat." Friedrich Trump (1869-1918) aus Kallstadt an der Weinstraße machte in den USA sein Geld "mit Restaurants, Freudenhäusern und Immobilien", sagt Paul, der ein Experte für die deutsch-amerikanische Auswanderungsgeschichte ist.



Der ehemalige Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern stöberte in alten Akten und zeichnet nach, wie die Trump-Familie in der Neuen Welt zu Reichtum und politischem Einfluss kam. Sein Fazit: Der schillernde republikanische US-Präsidentschaftskandidat und Immobilienmilliardär Donald Trump , der gerne als Wortführer des einfachen Mannes auftritt, setzte sich ins gemachte Nest. Auch der Ketchup-König Henry John Heinz (1844-1919) war ein Sohn von Emigranten aus dem Pfälzer Weindorf, wie der Dokumentarfilm "Kings of Kallstadt" (2014) erzählt.

Weil er nach einer Friseurlehre keinen Job fand, wanderte Trumps Großvater Friedrich 1885 aus der zum Königreich Bayern gehörenden Pfalz nach Amerika aus - ohne sich ordnungsgemäß abzumelden. Der 16-jährige Wehrpflichtige hätte wohl keine Auswanderungserlaubnis erhalten, sagt Paul. In New York jobbte Trump in einem Friseurgeschäft, schließlich suchte er sein Glück im Westen.

In Seattle im US-Bundesstaat Washington betrieb Trump ein Restaurant. 1892 wurde er eingebürgert und änderte seinen Vornamen in Frederick. In der Gold- und Silberminenstadt Monte Cristo führte er ein Hotel und ein Bordell. Dort engagierte sich Trump für den regionalen Kandidaten der Demokraten im US-Präsidentschaftswahlkampf und wurde mit 27 Jahren selbst zum "Friedensrichter" gewählt. Gepackt vom Goldrausch folgte der Glücksritter 1898 den "Miners" nach Norden.

Am Lake Bennett in der kanadischen Provinz British Columbia eröffnete er ein Restaurant und ein Hotel mit zweifelhaftem Ruf. Das Haus warb nicht nur mit einer guten Küche, sondern auch mit seinen "private boxes for ladies", erzählt der Historiker Paul.

Bei einem Besuch in seiner alten Heimat lernte Friedrich seine Frau Elisabeth kennen, die er 1902 in Ludwigshafen heiratete. Das Paar zog nach New York, doch Elisabeth litt an Heimweh. Der "Hotelkeeper" Trump reiste mit seiner Familie und einem Vermögen von 80 000 Mark im Gepäck zurück nach Kallstadt, wo er 1904 einen Antrag auf Wiedereinbürgerung stellte. Doch die Behörden schoben ihn in die USA ab: Er habe sich davongeschlichen und um den Militärdienst gedrückt, lautete die Begründung.

1905 kehrte Friedrich Trump wieder mit seiner Familie nach New York zurück. Er wurde Geschäftsführer eines Hotels und arbeitete als Immobilienunternehmer. Am 30. Mai 1918 starb der "Selfmademan" an der Spanischen Grippe.

Sein Sohn Fred C. ("Freddy") stieg in den 1920er Jahren in das väterliche Immobiliengeschäft ein, das seine Mutter Elisabeth fortführte. Er profitierte von dem von Präsident Franklin D. Roosevelt gestarteten sozialen Wohnungsbauprogramm, baute Mietskasernen und Wohnsiedlungen. Freddy leugnete seine deutsche Herkunft und behauptete, seine Familie komme aus Schweden.

Aus der Ehe Freddys mit der Schottin Mary Ann MacLeod (1912-2000) gingen fünf Kinder hervor - darunter der heute 70-jährige Donald Trump . Als der Bauunternehmer Fred C. Trump 1999 in New York starb, hinterließ er ein Vermögen von 250 bis 300 Millionen Dollar, sagt Historiker Paul. Sein Sohn Donald war da schon längst in seine Fußstapfen getreten.