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Zweibrücker Fastnachter lassen Karneval wegen Corona ausfallen

Narren und Corona : Trübe Aussichten für Zweibrücker Fastnachter

Vereine sagen Veranstaltungen für die kommende Session wegen der Corona-Pandemie ab.

Schlechte Nachrichten für die Narren in Zweibrücken: An größere Veranstaltungen ist während der kommenden Fastnachtssession nicht zu denken. Als zu groß sehen die Verantwortlichen in den Vereinen die Gefahr, dass sich die Gäste oder Mitwirkenden in den Räumen und Sälen mit dem Corona-Virus infizieren.

Der KVZ (Karnevalsverein Zweibrücken) hat diese Entscheidung bereits während seiner Vorstandssitzung im Juli getroffen. „Nach langem Hin und Her und nach eingehender Beratung kamen wir zu dem Entschluss, dass in der kommenden Kampagne beim KVZ die Prunksitzung, Ladies’ Night und Kinderfastnacht in der gewohnten Art nicht durchgeführt werden können“, informiert der Vorsitzende Walter Rimbrecht. Er hofft auf Verständnis, für diese sehr schwere Entscheidung, die dem KVZ  nicht leicht gefallen sei.

Der Verein überlege jedoch, vielleicht das eine oder andere Treffen oder Fest unter den dann gültigen Auflagen zu veranstalten, um den Zusammenhalt der Mitglieder zu stärken. Rimbrecht ist froh, dass inzwischen wieder Proben der Tanzgruppen und andere Treffen stattfinden können. Ob es einen Rathaussturm oder einen Umzug geben wird, liege in der Verantwortung der Stadt, die darüber aber erst im Herbst entscheide. Alles hänge vom der Infektionslage ab. „Die Gesundheit unserer aktiven und passiven Mitgliedern, sowie unserem Publikum, steht an erster Stelle“, betont der KVZ-Vorsitzende.

Auch die CGH (Clubgemeinschaft Hasensteig) hat am Donnerstagabend in ihrer Vorstandssitzung „schweren Herzens“ die Entscheidung getroffen, in der kommenden Session keine Veranstaltung durchzuführen, wie der Vorsitzende Steffen Müller erklärte: „Das heißt, dass wir keine Sessionseröffnung, Prunksitzung oder Kinderfastnacht durchführen werden.“ Die gute Nachricht sei, dass der Verein wieder mit den Trainings starten könne und sich deshalb umso mehr freue, die aktiven Mitglieder dort alle wiederzusehen. Als Termin für die nächste Prunksitzung wurde der 29. Januar 2022 festegelegt.

Auch der HFZ (Humoristische Fasenachtsverein Zweibrücken-Contwig) hat nach vielen Überlegungen beschlossen, keine Veranstaltung in der kommenden Kampagne durchzuführen. Die Prognosen seien sehr unsicher. Deshalb sei auch nicht vertretbar, eine Eröffnung oder Prunksitzung zu planen oder umzusetzen. Mit dem Trainingsbetrieb soll aber „so schnell als möglich“ wieder begonnen werden.

Am Sonntag hat auch die FZG Wolfsloch mit „schwerem Herzen“ beschlossen, auf Grund der aktuellen Situation der Corona-Pandemie keine Blau-Schwarze Nacht in der nächsten Session 2020/2021 durchzuführen. „Wir hoffen auf Verständnis“, so der Vorsitzende Sven Schneider. Die Gesundheit gehe hier vor. Bei der FZG ruht auch derzeit noch der Trainingsbetrieb. Dieser soll aber nach Möglichkeit bald wieder aufgenommen – allein, um die Vereinsgemeinschaft zu stärken.

Auch für die Mitglieder der ZFF (Zweibrücker Fasenachtsfreunde) ist es vollkommen klar, dass die kommende Karnevalssession eine ganz besondere sein wird. „Es wird nichts so sein, wie man es seit Jahren kennt und mag“, erklärt der Vorsitzende Simon Nikolaus. Für die ZFF sei jedoch auch klar: Karneval gibt es auch 2020/2021. Man könne sagen: „Sitzungen fallen aus“ oder „Umzüge fallen aus“, aber nicht „Karneval fällt aus“. „Wir haben Karnevalsorden bestellt und diese werden selbstverständlich allen unseren Mitgliedern und ausgewählten Personen von befreundeten Vereinen, Sponsoren und Gönnern ausgehändigt“, berichtet Nikolaus.

Die ZFF beabsichtigen um den 11.11. herum in die närrische Zeit zu starten. Hierbei würden selbstverständlich alle dann geltenden Regeln beachtet. Hinzu komme, dass diese Veranstaltung im Gegensatz zu vorangehenden Jahren dann wohl nur vereinsintern durchführen werde. „Wir sind der Karnevalsverein in Zweibrücken, der üblicherweise an den meisten Umzügen pro Session teilnimmt. Bei Umzügen sind wir nicht der Veranstalter, sondern dies sind die Städte oder Gemeinden oder Vereine, die die Umzüge organisieren“, so der Vereins-Vize.

Falls „umzugstechnisch“ wirklich gar nichts gehen sollte, hätten die ZFF ein paar Alternativ-Ideen in der Hinterhand. Am 21. Januar 2021 ist auf den Tag genau der 11. Geburtstag der ZFF. Dieser Tag sei einmalig, und könne nicht drei Tage oder zwei Jahre später gefeiert werden. „Da wird es sicherlich keine riesige Party geben, aber warum sollten wir nicht vereinsintern abends zusammen etwas Essen gehen beispielsweise“, sagt Nikolaus.

Die Karnevalssitzung, die seit vielen Jahren unter dem Namen „Närrischer Abend“ bekannt ist, sei unter den momentanen Umständen natürlich nicht durchführbar. Sowohl der finanzielle als auch der „stimmungstechnische“ Aspekt würden klar dagegen sprechen. Auch hier bemühten sich die ZFF um Alternativen. Des Weiteren seien für Rosenmontag (Kneipenfeier) und Aschermittwoch (Heringsessen) noch vereinsinterne Aktionen geplant.