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Werner Knoth vom Kneippverein Zweibrücken

Werner Knoth aus Niederauerbach : Ein Mann mit vielen Hobbys und Interessen

40 Jahre lang hat sich Werner Knoth im Vorstand des Kneippvereins Zweibrücken engagiert. Jetzt wurde der 90-jährige Niederauerbacher zum Ehrenmitglied ernannt. Dem Pfälzischen Merkur erzählt er aus seinem bewegten Leben.

Werner Knoth hat sein Leben lang Sport getrieben, vor allem Gymnastik. Außerdem ist er gerne gewandert. „Meine Freunde sind mit dem Fahrrad gefahren und ich bin nebenher gejoggt“, erinnert er sich an seine sportlichen Aktivitäten in der Jugendzeit. Jetzt ist der 90-jährige Niederauerbacher, der seit über 40 Jahren dem Vorstand des Kneippvereins Zweibrücken als Beisitzer angehört, zum Ehrenmitglied des Vereins gekürt worden (wir berichteten).

Seit 1952 wohnt der gebürtige Vorderpfälzer im Zweibrücker Ortsteil. Auf der Suche nach einem Verein lasen er und seine verstorbene Ehefrau Gisela im Pfälzischen Merkur von den vielfältigen Aktivitäten des Kneippvereins. „Die haben viel unternommen“, erinnert er sich an die Entscheidungsfindung. Das gefiel dem Ehepaar und bis heute findet Werner Knoth dort ein Stückchen Heimat.

Damals trafen sich noch 40 Gesundheitsinteressierte zum Gymnastikabend und füllten den ganzen Saal in der Turnhalle Wackenstraße. „Heute sind es noch acht oder neun“, beschreibt der rüstige Senior die Entwicklung. Jeden Samstag trabte der ehemalige Justizvollzugsbeamte, dem die Lehrlingsausbildung der Maurer für das Berufsbildungswerk unterlag, über Jahrzehnte hinweg mit dem Lauftreff von Kneippverein und VTZ durch die Fasanerie. Zehn Jahre lang führte er die Gruppe und leitete die gymnastischen Übungen unterwegs an. Er weiß: „Drei aus der ehemaligen Gruppe treffen sich bis heute noch jede Woche.“

Und noch eine äußerst wichtige Aufgabe hat Werner Knoth für den Verein übernommen und 29 Jahre lang mit Herzblut erfüllt: Ihm verdanken die Kneippianer so manch erinnernswerte Wanderfahrt, vor allem nach Tirol. „Immer in der ersten Septemberwoche“, erinnert Werner Knoth an den feststehenden Termin.

Zwei Jahre lang hatte ihn sein Vorgänger, der zweite Vorsitzende Walter Tänzer, in die Organisation eingeführt. Dann war der reisebegeisterte Werner Knoth, der auch privat regelmäßig zum Wandern nach Österreich oder Südtirol fuhr, auf sich allein gestellt. Er erzählt: „Das erste Mal bin ich mit der Gruppe ins Ridnautal nach Südtirol gefahren. In unser Stammhotel. Da kannte ich mich aus.“ Die Reise wurde ein voller Erfolg und war der Einstieg in zahlreiche interessante und wunderschöne Touren.

Um Abwechslung zu bieten, ging das Ehepaar Knoth zunächst privat auf Erkundungstour, testete Hotels und lief Wegstrecken ab. „Alles aus privater Tasche“, sei das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden worden. Oft ging es nach Österreich, doch auch Alexandersbad im Fichtelgebirge nahe der Tschechischen Grenze hatte Werner Knoth auserkoren. Bei der regelmäßigen Nachlese eine Woche später in der „Alten Brauerei Grund“, dem Vereinslokal des Kneippvereins Zweibrücken, gab es viel Lob sowie Anregungen für neue Destinationen.

War in den Anfangsjahren der Bus des Niederauerbacher Reiseunternehmens Klein gefüllt, nahm das Interesse altersbedingt auch hierfür ab, bis die Reisen ganz eingestellt wurden. Umso mehr freut sich Werner Knoth, dass der neue Vorstand, dem er weiterhin als Beisitzer angehört, das Reiseangebot reaktivieren will. Ihm gefällt, dass sich jetzt junge Menschen mit Kindern für den Kneippverein engagieren. „Kinder sind so wichtig. Sie sind unsere Zukunft und auch die Zukunft des Vereins“, freut er sich nach so vielen Jahren des Engagements, dass es weiter geht.

Neben dem Kneippverein hat sich Werner Knoth auch 24 Jahre lang im Hüttendienst des Ski- und Wandervereins Einöd engagiert. Er schmunzelt, als er erzählt: „22 Mal habe ich in der Hütte das neue Jahr begonnen.“ Monatswanderungen, beispielsweise rund um Rodalben, gehörten ebenso dazu, wie eigene Touren.

Bis vor fünf Jahren drehte der bewegungsfreudige Niederauerbacher beim Seniorenlauf in der Zweibrücker Eishalle seine Runden. Dort war er bekannt als „Honig-Werner“.

Noch heute ist Werner Knoth täglich in der Allee anzutreffen, wo er einen Kilometer weit läuft. Sein Gesundheitsbewusstsein führt ihn zudem regelmäßig in die Sauna im Badeparadies.

Außerdem ist der aufgeschlossene, gesellige Senior Mitglied im Geselligkeitsverein Amicitia sowie im Imkerverein. Früher hatte er 18 Bienenvölker in seinem großen Selbstversorger-Garten im Heilbachtal. Heute seien es noch fünf, die er Dank der Hilfe seines Sohnes Willi selbst mit 90 Jahren noch versorgen könne. Zu seinen selbst angebauten Kartoffeln und Gemüsen sagt Werner Knoth: „Das ist mir wichtig. So schmeckt es mir am besten.“ Zumal diese aus alten Sorten und selbst gezogenen Samen erwachsen. Ebenso stolz blickt er zurück auf die drei Häuser, die er für sich selbst sowie für seine zwei Söhne gebaut hat und zwar „alles in meiner Freizeit“.