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Stadt muss nach Schlammlawine Hang sichern

Stadt muss nach Schlammlawine Hang sichern

Fünfeinhalb Jahre, nachdem eine Schlammlawine im Baugebiet „Am Ölkorbberg“ niedergegangen ist, soll der Hang jetzt „schnellstmöglich“ wiederhergestellt werden, „um weiter Schäden zu vermeiden“.

Unwetterschäden vom Mai 2008 haben gestern Abend den Hauptausschuss des Zweibrücker Stadtrats beschäftigt. Damals hatte sich nach heftigem Regen "im Grenzbereich eines Privatgrundstücks zu den darüber liegenden Grundstücken der Stadt Zweibrücken und des UBZ Boden gelöst und sich als Schlammlawine talabwärts bewegt", schreibt die Kämmerei in der Sitzungsvorlage. "Hierbei wurden zwei Privatgrundstücke beschädigt." Insgesamt seien 45 Quadratmeter beschädigt worden, vor allem auf städtischem Gelände.

Die Stadt schaltete ihren Haftpflichtversicherer ein. Dieser lehnte aber ab, die Grundstückseigentümer zu entschädigen. Wegen "technischer Fehler", wie Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) auf Nachfrage von Walter Hitschler (FDP) sagte. Laut der Sitzungsvorlage verklagten die beiden geschädigten Grundstückseigentümer die Stadt sowie den UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) und beantragten ein Beweisverfahren. "In diesen Verfahren wurde eine Verursachung der durch den Hangrutsch entstandenen Schäden durch die Stadt (Eigentümer des abgerutschten Grundstücks) und den UBZ (Eigentümer des Grundstücks mit der Entwässerungsmulde) festgestellt", so die Kämmerei weiter. Daraufhin hätten Stadt und UBZ diesen August festgelegt, dass der UBZ im Auftrag der Stadt den Hang saniert. Wörtlich heißt es in der Vorlage: "Um weiter Schäden zu vermeiden, ist es erforderlich, schnellstmöglich den Hang wieder herzustellen und die beschädigte Entwässerungsmulde neu anzulegen." Die Arbeiten erledigt für gut 29 000 Euro die Firma Staab aus Schmitshausen. Der Hauptausschuss stimmte dieser außerplanmäßigen Aufgabe gestern einstimmig zu.

Stadtsprecher Heinz Braun verwies auf Merkur-Nachfrage zu weiteren Hintergründen auf UBZ-Chef Werner Boßlet. Dieser erklärte, es seien "etwa zehn bis zwölf Quadratmeter des nicht bebauten extrem steilen Hanges" abgerutscht. Ursache sei "der extrem starke Regen in dieser Nacht" gewesen. Der Schaden auf den Privatgrundstücken betrage einige tausend Euro, so sei ein Gartenhaus beschädigt worden. Um den Hang zu sichern, würden nun - ähnlich wie beim Neubau steiler Autobahnböschungen - Flechtmatten aufgetragen, um eine starke Verbindung zwischen dem Hang und dessen Oberfläche zu schaffen.