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Medizinische Allianz vorm Abschluss

Medizinische Allianz vorm Abschluss

Medizinstudenten aus dem Saarland könnten demnächst auch am Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken ausgebildet werden. Eine entsprechende Vereinbarung mit der Homburger Uniklinik steht kurz vor dem Abschluss.

Das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken wird aller Voraussicht nach zum 1. Januar 2014 akademisches Lehrkrankenhaus der Homburger Unikliniken. Entsprechende Merkur-Informationen bestätigten gestern Prof. Dr. Steffen Gramminger, Bereichsleiter im Geschäftsfeld Krankenhäuser des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz (LVIM), sowie der Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses, Dr. Dieter Birk, auf Nachfrage. Demnach ist der Vertrag derzeit zur formalen Prüfung in der juristischen Abteilung der Uniklinik und soll kommende Woche unterschrieben werden.

Damit wird das Evangelische Krankenhaus erste Lehrklinik der Homburger in Rheinland-Pfalz. Die bislang etwa ein Dutzend Lehrkrankenhäuser sind alle im Saarland angesiedelt - bis auf eines in Luxemburg. Auch vor diesem Hintergrund bezeichnet Birk die Vereinbarung als "große Anerkennung für unsere medizinischen Standards". Für das Evangelische Krankenhaus und seine Patienten ergäben sich dadurch viele Vorteile, ergänzt Gramminger. So verstärken künftig dauerhaft acht bis zwölf Medizinstudenten das Krankenhaus als zusätzliche Mitarbeiter. "Das ermöglicht eine höhere Zuwendung zu den Patienten, da die Studenten in der Regel etwas mehr Zeit haben als die Ärzte", erläutert Gramminger. Die Nachwuchs-Mediziner seien zudem schon gut ausgebildet, da sie allesamt kurz vor dem Abschluss stünden. In Zweibrücken absolvieren sie künftig ihr praktisches Jahr.

Das besteht im Medizinstudium aus drei Tertialen - einem Lehrzeitraum von jeweils vier Monaten. Zwei dieser Tertiale müssen in den Bereichen Innere Medizin und Chirurgie absolviert werden. Diese beiden Pflichtfächer werden voraussichtlich im Laufe des kommenden Sommersemesters in Zweibrücken angeboten. Dazu bildet das Evangelische Krankenhaus ebenfalls ab dem Sommersemester in den Wahlfächern Anästhesie und Gynäkologie/Geburtshilfe aus. Neben praktischer Schulung am Patienten verpflichtet sich das Evangelische Krankenhaus auch zu wöchentlichen theoretischen Weiterbildungen, erläutert Birk. Dazu zahlen die Zweibrücker eine jährliche Gebühr an Homburg, über dessen Höhe Gramminger nichts sagen wollte.

Dafür verspricht man sich auch bessere Chancen im Kampf um qualifizierten Nachwuchs: "Es ist ja bekannt, dass es derzeit nicht einfach ist, Fachpersonal zu finden", sagt Gramminger. Während ihres Aufenthaltes soll den Jungmedizinern der Standort Zweibrücken und die medizinische Qualität des Evangelischen Krankenhauses somit auch ein Stück weit schmackhaft gemacht werden.

Nicht zuletzt will man die enge Zusammenarbeit mit der Uniklinik als Lehrkrankenhaus noch weiter intensivieren, um in medizinischen Fragen noch näher am Puls der Zeit zu sein. Gramminger formuliert in diesem Zusammenhang die Leitlinie des "vertrauten Krankenhauses vor Ort mit dem medizinischen Wissen einer Uniklinik".

Eingefädelt hat den Vertrag mit der Uniklinik Birk, der in Homburg einen Lehrauftrag hat und schon seit zwei Jahren Gespräche über ein Engagement der Zweibrücker als Lehrkrankenhaus führt. Die waren aufgrund der Landesgrenze nicht immer einfach. Denn zwei Bundesländer bedeuten auch zwei verschiedene Prüfungsordnungen. Und der jeweilige Lehrbeauftragte aus Zweibrücken wird in die Examensprüfung mit eingebunden. Eine Zusammenarbeit mit Mainz wäre somit einfacher, scheiterte allerdings vor Jahren an der großen Entfernung, so Gramminger.

Die Nähe zwischen Homburg und Zweibrücken widerum ist aus Sicht der Uniklinik ein großer Pluspunkt für das Evangelische Krankenhaus, erläutert Birk. So können die Studenten im Praxisjahr in Homburg wohnen bleiben.