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Ruhestandswelle bei Ärzten bereitet Kopfzerbrechen

Ruhestandswelle bei Ärzten bereitet Kopfzerbrechen

Die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) klingen dramatisch: 40 Prozent der Hausärzte werden in Zweibrücken bis 2020 in den Ruhestand gehen. Bei den Psychotherapeuten sind es gar 63 Prozent, bei den Fachärzten 39 Prozent (siehe untenstehende Grafik). Im Landkreis sieht es nicht anders aus (Hausärzte : 53 Prozent; Fachärzte : 30 Prozent, Psychotherapeuten : 46 Prozent). Droht unserer Region eine medizinische Unterversorgung? Die KV-Vorsitzende Dr. Sigrid Ultes-Kaiser will das so nicht stehen lassen: "Es wird nicht so sein, dass ein Patient in Deutschland nicht versorgt wird", stellt sie klar. Sie sagt aber auch: "Wir haben die Problematik der Nachbesetzung." Im Klartext: Es gibt zu wenige junge Mediziner - gerade im ländlichen Raum - die Praxen von Ärzten übernehmen, die in den Ruhestand gehen. Doch bevor Ultes-Kaiser, die selbst als Anästhesistin praktiziert, auf diese Problematik zu sprechen kommt, stellt sie eines klar: "Wir haben in Deutschland eine Luxusversorgung. Es gibt nirgends einen solchen Leistungskatalog." Von derartigen Zugangsmöglichkeiten zu haus- und fachärztlichen Leistungen könnten Patienten in anderen Ländern - auch in Europa - nur träumen. Und Ultes-Kaiser scheut sich auch nicht, die Patienten in die Pflicht zu nehmen. Oft gebe es eine extrem hohe Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen. Jeder Einzelne müsse sich deshalb auch ab und zu mal fragen: "Ist ein Arztbesuch wirklich nötig?" Für viele alleinstehende Senioren seien Ärzte allerdings auch so etwas wie Bezugspersonen, gibt Ultes-Kaiser zu bedenken. "Da ist die Gesellschaft als Ganzes gefordert." Ein soziales Auffangnetz könnten die Ärzte jedenfalls nicht sein. Vor zu großen Herausforderungen und Umbrüchen steht die Branche. Doch wie kann die Kardinalfrage - wie bekommt man junge Mediziner dazu, sich als Ärzte auf dem Land niederzulassen? - denn nun beantwortet werden? Zunächst einmal müssen überhaupt genügend Mediziner Ärzte werden, sagt Ultes-Kaiser. Die Hälfte der Absolventen stünde nicht für die medizinische Versorgung zur Verfügung, weil sie etwa in die Forschung, die Pharmaindustrie oder den Medizin-Journalismus gingen. Die KV-Vorsitzende fordert die Universitäten deshalb auf, die Studierenden nicht nur nach der Abiturnote auszuwählen. "Bereits heute ist es möglich, 60 Prozent der Studierenden nach eigenen Kriterien auszuwählen." Doch vielen Unis sei das zu viel Arbeit oder sie fühlten sich "zu elitär", lautet Ultes-Kaisers Vorwurf. Dabei sei es so wichtig, dass jemand für den Arztberuf brenne. "Wer sagt: ‚Ich arbeite acht Stunden, und dann fällt der Hammer', ist falsch in dem Beruf", sagt Ultes-Kaiser. Wobei natürlich auch die Kassenärztliche Vereinigung wolle, dass Ärzte noch ein Privatleben haben. Deshalb habe man in Rheinland-Pfalz flächendeckend Bereitschaftsdienstzentralen eingerichtet, die Ärzten eine planbare Freizeit ermöglichten. Das soll Anreize schaffen, sich als Arzt niederzulassen. Damit das möglichst auch noch im ländlichen Raum geschieht, fördert die KV RLP finanziell Famulaturen (Pflichtpraktika während des Medizinstudiums) auf dem Land. Denn Ultes-Kaiser vertritt die These: "Aufs Land geht, wer dort herkommt oder sehr früh dort hingegangen ist." Von der rheinland-pfälzischen Landesregierung erhofft sich die KV, dass diese sich stärker an solchen Fördermaßnahmen beteiligt. Attraktiver machen würde den Arztberuf auch ein Abbau der ausufernden Bürokratie, findet Ultes-Kaiser. "Die Regularien schnüren uns die Luft ab." Sie nennt ein Beispiel aus der Anästhesie: Vor einem medizinischen Eingriff mit Narkose müssten ihre Patienten erst einen Bogen ausfüllen, danach gibt es ein Vorgespräch, aus dem ein weiteres mehrseitiges Formular erstellt wird, das für den Patienten kopiert werden muss. Ultes-Kaiser ist sich sicher, dass dieses bei den meisten Patienten im Papierkorb landet. Diese ausufernde Bürokratie werde auch durch das neue Versorgungsstärkungsgesetz des Bundes (siehe "Hintergrund") nicht weniger. Im Gegenteil: Als "Irrsinn" bezeichnet Ultes-Kaiser die geplanten Terminservicestellen, die die KVs einrichten müssen. Die sollen einem Patienten , sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, innerhalb von einer Woche einen Arzttermin vermitteln. Die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten, ansonsten muss der Patient einen ambulanten Behandlungstermin im Krankenhaus bekommen. Auch dass die KVen Arztpraxen in rechnerisch überversorgten Regionen aufkaufen und stilllegen sollen, sieht Ultes-Kaiser kritisch. Sie bemängelt vor allem, dass es keine empirischen Daten sind, die darüber entscheiden, wann eine Region überversorgt ist. Ultes-Kaiser fordert von Berlin stattdessen die Einführung einer Einzelleistungsvergütung, um die ärztliche Tätigkeit attraktiver zu machen. Das Prinzip: Eine ärztliche Leistung erhält einen festen Preis und wird auch nach Anforderung vergütet. Stattdessen wird bislang für einen Großteil der ärztlichen Leistungen eine fixe Geldmenge zur Verfügung gestellt. Dadurch würden die erbrachten Leistungen im Regelfall nicht voll vergütet, argumentiert Ultes-Kaiser. Ihre KV RLP fordert zudem seit längerem eine sozial abgefederte Eigenbeteiligung der Versicherten. Damit könne man die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen begrenzen. "Und die Leute hinterfragen auch die Notwendigkeit einer Untersuchung oder Maßnahme, wenn sie selbst einen Teil zahlen müssen." Als positiv betrachtet Ultes-Kaiser die im Versorgungsstärkungsgesetz vorgesehene Förderung der Weiterbildung zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung. Und wie sieht die Versorgungssituation in Zukunft nun aus - gerade in strukturschwachen Regionen? "Man wird nicht mehr zu jeder Zeit seinen Wunscharzt bekommen", prognostiziert Ultes-Kaiser. Und man werde in Zukunft weiter fahren müssen. Bei Bedarf gebe es weiter Hausbesuche, die in Zukunft aber besser vergütet werden müssten. Um die Ärzte von Routinebesuchen zu entlasten, hält die KV-Vorsitzende zudem sehr viel vom Einsatz nicht-ärztlicher Praxisassistenten. Insgesamt 69 niedergelassene Ärzte arbeiten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz derzeit in Zweibrücken , im Landkreis Südwestpfalz sind es 87. Davon sind 82 Prozent zugelassen und 18 Prozent angestellt. Der Mittelbereich Zweibrücken , der aus der Rosenstadt sowie der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land besteht, ist damit leicht unterversorgt: Rein rechnerisch beträgt der Versorgungsgrad im Mittelbereich 93,27 Prozent. Idealerweise sollte das Verhältnis von Arzt zu Einwohnern einem Versorgungsgrad von 100 Prozent entsprechen. Im Mittelbereich Zweibrücken gibt es somit rechnerisch 5,5 freie Sitze. Besser sieht es in Pirmasens aus: Dort liegt der Versorgungsgrad bei 112,51 Prozent, in diesem Mittelbereich besteht derzeit also sogar eine Überversorgung. In Pirmasens ist die Zahl der Ärzte seit 2008 um 14 gestiegen, während sie in der Südwestpfalz und in Zweibrücken um jeweils zwei zurückgegangen ist. Während die Zahl der Hausärzte in diesem Zeitraum in der Rosenstadt konstant geblieben ist, ist die Zahl der Fachärzte um drei gesunken und die Anzahl an Psychotherapeuten um eins gestiegen. Die Südwestpfalz hat seit 2008 fünf Hausärzte verloren und einen Facharzt und zwei Psychotherapeuten hinzugewonnen. Was die Fallzahlen anbelangt, liegen die Zweibrücker Hausärzte mit durchschnittlich 1046 Fällen pro Quartal ziemlich genau im rheinland-pfälzischen Landesschnitt (1039). Höher ist die Arbeitsbelastung in der Südwestpfalz (1110), deutlich geringer in Pirmasens (968). Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass in Pirmasens fast dreiviertel der Hausärzte bis 2020 in den Ruhestand gehen. In der Südwestpfalz sind es 53, in Zweibrücken 40 Prozent (siehe Grafik).

Die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) klingen dramatisch: 40 Prozent der Hausärzte werden in Zweibrücken bis 2020 in den Ruhestand gehen. Bei den Psychotherapeuten sind es gar 63 Prozent, bei den Fachärzten 39 Prozent (siehe untenstehende Grafik). Im Landkreis sieht es nicht anders aus (Hausärzte : 53 Prozent; Fachärzte : 30 Prozent, Psychotherapeuten : 46 Prozent). Droht unserer Region eine medizinische Unterversorgung? Die KV-Vorsitzende Dr. Sigrid Ultes-Kaiser will das so nicht stehen lassen: "Es wird nicht so sein, dass ein Patient in Deutschland nicht versorgt wird", stellt sie klar. Sie sagt aber auch: "Wir haben die Problematik der Nachbesetzung." Im Klartext: Es gibt zu wenige junge Mediziner - gerade im ländlichen Raum - die Praxen von Ärzten übernehmen, die in den Ruhestand gehen.

Doch bevor Ultes-Kaiser, die selbst als Anästhesistin praktiziert, auf diese Problematik zu sprechen kommt, stellt sie eines klar: "Wir haben in Deutschland eine Luxusversorgung. Es gibt nirgends einen solchen Leistungskatalog." Von derartigen Zugangsmöglichkeiten zu haus- und fachärztlichen Leistungen könnten Patienten in anderen Ländern - auch in Europa - nur träumen. Und Ultes-Kaiser scheut sich auch nicht, die Patienten in die Pflicht zu nehmen. Oft gebe es eine extrem hohe Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen. Jeder Einzelne müsse sich deshalb auch ab und zu mal fragen: "Ist ein Arztbesuch wirklich nötig?" Für viele alleinstehende Senioren seien Ärzte allerdings auch so etwas wie Bezugspersonen, gibt Ultes-Kaiser zu bedenken. "Da ist die Gesellschaft als Ganzes gefordert." Ein soziales Auffangnetz könnten die Ärzte jedenfalls nicht sein.

Vor zu großen Herausforderungen und Umbrüchen steht die Branche. Doch wie kann die Kardinalfrage - wie bekommt man junge Mediziner dazu, sich als Ärzte auf dem Land niederzulassen? - denn nun beantwortet werden? Zunächst einmal müssen überhaupt genügend Mediziner Ärzte werden, sagt Ultes-Kaiser. Die Hälfte der Absolventen stünde nicht für die medizinische Versorgung zur Verfügung, weil sie etwa in die Forschung, die Pharmaindustrie oder den Medizin-Journalismus gingen. Die KV-Vorsitzende fordert die Universitäten deshalb auf, die Studierenden nicht nur nach der Abiturnote auszuwählen. "Bereits heute ist es möglich, 60 Prozent der Studierenden nach eigenen Kriterien auszuwählen." Doch vielen Unis sei das zu viel Arbeit oder sie fühlten sich "zu elitär", lautet Ultes-Kaisers Vorwurf.

Dabei sei es so wichtig, dass jemand für den Arztberuf brenne. "Wer sagt: ‚Ich arbeite acht Stunden, und dann fällt der Hammer', ist falsch in dem Beruf", sagt Ultes-Kaiser. Wobei natürlich auch die Kassenärztliche Vereinigung wolle, dass Ärzte noch ein Privatleben haben. Deshalb habe man in Rheinland-Pfalz flächendeckend Bereitschaftsdienstzentralen eingerichtet, die Ärzten eine planbare Freizeit ermöglichten. Das soll Anreize schaffen, sich als Arzt niederzulassen.

Damit das möglichst auch noch im ländlichen Raum geschieht, fördert die KV RLP finanziell Famulaturen (Pflichtpraktika während des Medizinstudiums) auf dem Land. Denn Ultes-Kaiser vertritt die These: "Aufs Land geht, wer dort herkommt oder sehr früh dort hingegangen ist." Von der rheinland-pfälzischen Landesregierung erhofft sich die KV, dass diese sich stärker an solchen Fördermaßnahmen beteiligt.

Attraktiver machen würde den Arztberuf auch ein Abbau der ausufernden Bürokratie, findet Ultes-Kaiser. "Die Regularien schnüren uns die Luft ab." Sie nennt ein Beispiel aus der Anästhesie: Vor einem medizinischen Eingriff mit Narkose müssten ihre Patienten erst einen Bogen ausfüllen, danach gibt es ein Vorgespräch, aus dem ein weiteres mehrseitiges Formular erstellt wird, das für den Patienten kopiert werden muss. Ultes-Kaiser ist sich sicher, dass dieses bei den meisten Patienten im Papierkorb landet.

Diese ausufernde Bürokratie werde auch durch das neue Versorgungsstärkungsgesetz des Bundes (siehe "Hintergrund") nicht weniger. Im Gegenteil: Als "Irrsinn" bezeichnet Ultes-Kaiser die geplanten Terminservicestellen, die die KVs einrichten müssen. Die sollen einem Patienten , sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, innerhalb von einer Woche einen Arzttermin vermitteln. Die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten, ansonsten muss der Patient einen ambulanten Behandlungstermin im Krankenhaus bekommen. Auch dass die KVen Arztpraxen in rechnerisch überversorgten Regionen aufkaufen und stilllegen sollen, sieht Ultes-Kaiser kritisch. Sie bemängelt vor allem, dass es keine empirischen Daten sind, die darüber entscheiden, wann eine Region überversorgt ist.

Ultes-Kaiser fordert von Berlin stattdessen die Einführung einer Einzelleistungsvergütung, um die ärztliche Tätigkeit attraktiver zu machen. Das Prinzip: Eine ärztliche Leistung erhält einen festen Preis und wird auch nach Anforderung vergütet. Stattdessen wird bislang für einen Großteil der ärztlichen Leistungen eine fixe Geldmenge zur Verfügung gestellt. Dadurch würden die erbrachten Leistungen im Regelfall nicht voll vergütet, argumentiert Ultes-Kaiser. Ihre KV RLP fordert zudem seit längerem eine sozial abgefederte Eigenbeteiligung der Versicherten. Damit könne man die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen begrenzen. "Und die Leute hinterfragen auch die Notwendigkeit einer Untersuchung oder Maßnahme, wenn sie selbst einen Teil zahlen müssen."

Als positiv betrachtet Ultes-Kaiser die im Versorgungsstärkungsgesetz vorgesehene Förderung der Weiterbildung zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung. Und wie sieht die Versorgungssituation in Zukunft nun aus - gerade in strukturschwachen Regionen? "Man wird nicht mehr zu jeder Zeit seinen Wunscharzt bekommen", prognostiziert Ultes-Kaiser. Und man werde in Zukunft weiter fahren müssen. Bei Bedarf gebe es weiter Hausbesuche, die in Zukunft aber besser vergütet werden müssten. Um die Ärzte von Routinebesuchen zu entlasten, hält die KV-Vorsitzende zudem sehr viel vom Einsatz nicht-ärztlicher Praxisassistenten. Insgesamt 69 niedergelassene Ärzte arbeiten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz derzeit in Zweibrücken , im Landkreis Südwestpfalz sind es 87. Davon sind 82 Prozent zugelassen und 18 Prozent angestellt. Der Mittelbereich Zweibrücken , der aus der Rosenstadt sowie der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land besteht, ist damit leicht unterversorgt: Rein rechnerisch beträgt der Versorgungsgrad im Mittelbereich 93,27 Prozent. Idealerweise sollte das Verhältnis von Arzt zu Einwohnern einem Versorgungsgrad von 100 Prozent entsprechen. Im Mittelbereich Zweibrücken gibt es somit rechnerisch 5,5 freie Sitze. Besser sieht es in Pirmasens aus: Dort liegt der Versorgungsgrad bei 112,51 Prozent, in diesem Mittelbereich besteht derzeit also sogar eine Überversorgung.

In Pirmasens ist die Zahl der Ärzte seit 2008 um 14 gestiegen, während sie in der Südwestpfalz und in Zweibrücken um jeweils zwei zurückgegangen ist. Während die Zahl der Hausärzte in diesem Zeitraum in der Rosenstadt konstant geblieben ist, ist die Zahl der Fachärzte um drei gesunken und die Anzahl an Psychotherapeuten um eins gestiegen. Die Südwestpfalz hat seit 2008 fünf Hausärzte verloren und einen Facharzt und zwei Psychotherapeuten hinzugewonnen.

Was die Fallzahlen anbelangt, liegen die Zweibrücker Hausärzte mit durchschnittlich 1046 Fällen pro Quartal ziemlich genau im rheinland-pfälzischen Landesschnitt (1039). Höher ist die Arbeitsbelastung in der Südwestpfalz (1110), deutlich geringer in Pirmasens (968). Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass in Pirmasens fast dreiviertel der Hausärzte bis 2020 in den Ruhestand gehen. In der Südwestpfalz sind es 53, in Zweibrücken 40 Prozent (siehe Grafik).

Zum Thema:

HintergrundDas Versorgungsstärkungsgesetz wurde am 17. Dezember 2014 vom Bundeskabinett beschlossen (wir berichteten). Laut Gesundheitsministerium zielt es darauf ab, "auch in Zukunft eine gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen". Einige geplante Neuerungen:Arzttermine: Für gesetzlich Versicherte soll sich die Wartezeit auf einen Facharzttermin spürbar reduzieren. Ärztliche Terminservicestellen sollen dafür sorgen, dass Patienten nur noch maximal vier Wochen darauf warten müssen. Findet sich kein niedergelassener Mediziner, soll die ambulante Behandlung in einem Krankenhaus erfolgen.Überversorgung: Schon bisher können Kassenärztliche Vereinigungen Arztsitze aufkaufen und stilllegen, wenn Mediziner in den Ruhestand gehen und es sich um Praxen in überversorgten Regionen handelt. Aus dieser Kann- wird nun eine Soll-Bestimmung. Auch die verschärfte Regelung schließt allerdings Nachbesetzungen nicht aus. So kann die Weitergabe innerhalb der Familie des Arztes erfolgen oder an einen Partner, der seit mindestens drei Jahren in der Praxis arbeitet.Unterversorgung: Allgemeinmediziner in unterversorgten Gebieten sollen mehr Honorar bekommen. vet/gda