1. Pfälzischer Merkur

Der Holiday-Park im pfälzischen Hassloch ist noch bis zum 10.Juni dicht

Rheinland-Pfalz : Freizeitparks noch vier Wochen dicht

Stille statt Kinderlachen: Seit Mitte März sind die Freizeitparks in Rheinland-Pfalz geschlossen. Jetzt winkt erstmals eine Perspektive zur Wiedereröffnung — die Landesregierung nennt den 10. Juni. Auflagen werden noch veröffentlicht.

Vorerst kein Ende der wochenlangen Corona-Zwangspause für die Freizeitparks in Rheinland-Pfalz: Erst ab dem 10. Juni dürfen sie der Landesregierung zufolge wieder öffnen – unter Auflagen. Damit zerschlagen sich die Hoffnungen, mit dem wichtigen Pfingstgeschäft zumindest einen Teil der entgangenen Umsätze wettzumachen. Ende Mai werden die Freizeitparks in Rheinland-Pfalz aber noch dicht sein. Besonders schmerzlich: Die Einrichtungen in Baden-Württemberg dürfen schon am 30. Mai öffnen.

„Wir hätten uns sehr gewünscht, gleichzeitig mit den umliegenden Parks öffnen zu können. Nun werden wir um die wichtigen Pfingstfeiertage hinter die Mitbewerber zurückgeworfen“, sagt Verwaltungsleiter Bernd Beitz vom Holiday Park im pfälzischen Haßloch. Dennoch sei er erst einmal froh, ein Datum und damit eine Perspektive zu haben. „In den kommenden Tagen sollen die Auflagen und Einschränkungen veröffentlicht werden. Wir wollen diese nun abwarten und dann die Situation und den Umgang damit neu bewerten.“

Die Zwangspause erwischt den Holiday Park in der Saisonvorbereitung. „Nach einer Unterbrechung wird diese derzeit fortgeführt“, erzählt Beitz. Hierzu gehören etwa Reinigungs, Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie TÜV-Abnahmen. „Daneben haben wir zwei große Baustellen für Attraktionen und Themenbereiche mit einem Gesamtvolumen von 17 Millionen Euro laufen.“ Die Eröffnung sei für 2020/2021 geplant. Die meisten Mitarbeiter seien in Kurzarbeit.

Ähnlich sieht es im Eifelpark Gondorf aus. „Ein Teil des Personals ist in Kurzarbeit gegangen, andere haben im Park Wartungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt“, sagt Chefin Nadine Löwenthal.

„Wir möchten unseren Gästen eine besonders schöne Zeit bieten, wenn sie uns wieder besuchen dürfen.“ In Gondorf ist nur der Wildpark geöffnet, die Attraktionen sind geschlossen. „Bereits Mitte April haben wir ein umfassendes Hygiene-Schutzkonzept ausgearbeitet, um den Eifelpark verantwortungsvoll wiedereröffnen zu können“, betont sie.

Auch das Sea Life in Speyer ist vorerst dicht. Tickets für den Schließungszeitraum behalten automatisch ihre Gültigkeit bis 31. Dezember 2020, wie die bunte Unterwasserwelt mitteilt.

Der Eifelpark Gondorf hat durch die Schließung nach eigenen Angaben aktuell etwa eine Million Euro Umsatzverlust. „Wir halten das noch ein paar Wochen durch“, betont Löwenthal, „aber wenn wir von Monaten reden, ist die Existenz des Eifelparks bedroht.“

Der Holiday Park in Haßloch berechnet seinen Schaden bewusst nicht. „Er wäre auch nicht genau zu beziffern“, sagt Beitz der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt immer mal wieder eine schlechte Vorsaison – zum Beispiel bei frühen Ostern mit Regen oder Schnee“, meint der Verwaltungsleiter des Parks, der seit 2010 zur belgischen Plopsa-Gruppe gehört. Im Laufe der Saison könne man dies nachholen – allerdings hänge dies unter anderem von den Maßnahmen und Kapazitätsbeschränkungen sowie besonders auch vom Wetter ab.

„Sicherheits- und Hygienemaßnahmen werden sich ähnlich wie im Einzelhandel, der Gastronomie und anderen öffentlichen Bereichen gestalten“, meint Beitz. Im Detail will die Leitung dies mit den lokalen Behörden abstimmen.

„Der Eifelpark hält ausschließlich ein Freiluft-Angebot auf etwa 75 Hektar Fläche auf zwei Ebenen bereit, die jeweils über Tiergehege, Gastronomie und Fahrgeschäfte verfügen“, erzählt Leiterin Löwenthal. Bei den Gegebenheiten vor Ort sei es kein Problem, auch eine größere Besucheranzahl „zu entzerren“ und die Distanzregel einzuhalten.

Der Holiday Parks in Haßloch gehört seit 2010 zu einer belgischen Gruppe. Wie viele Einnahmen dem einzigen Freizeitpark in der Pfalz durch Corona verloren gegangen sind, kann Verwaltungsleiter Beitz nicht beziffern. Foto: dpa/Masterpress

„Im Wartebereich der Attraktionen gibt es Abstands-Bodenmarkierungen, und die Ein- und Ausgänge sind voneinander getrennt – Besucherwege kreuzen sich nicht“, betont sie. „In der Verwaltung und an Imbissen wurden Glasscheiben zum Schutz von Mitarbeitern und Besuchern installiert.“ Ergänzend zu Desinfektionsspendern in Toilettenanlagen und in den gastronomischen Ständen werden im gesamten Parkgelände punktuell kontaktlose Desinfektionsspender aufgestellt. Dies sei nur ein Teil des Gesamtkonzepts, sagt Löwenthal in Gondorf.

(dpa)