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Grüne kritisieren Überflieger scharf

Grüne kritisieren Überflieger scharf

"Sie ist berechtigt", kommentiert Felix Schmidt, Vorstandssprecher des Grünen Kreisverbandes Zweibrücken , die Kritik von Gerhard Burkei in der vergangenen Stadtratssitzung an dem am Bubenhauser Kreisel geplanten Überflieger.

Ein Großteil der Autos im Bubenhauser Kreisel fahre tatsächlich eher in die Gottlieb-Daimler-Straße, als auf die Autobahn. Doch daneben hat Schmidt auch grundsätzlichere Kritik an dem Millionen-Projekt.

"In Ludwigshafen reißt man die marode Hochstraße gerade ab und wir bauen uns nun einen Überflieger", kritisiert Schmidt die Pläne, den Überflieger am Bubenhauser Kreisel nun doch zu bauen. Er halte es für wenig sinnvoll, eine solche mit hohen Erhaltungskosten verbundene Konstruktion neu zu errichten. "Wir haben in der Region und im ganzen Land marode Straßen und Brücken . Wegen diesem enormen Sanierungsrückstau muss klar gelten: Erhalt vor Neubau." Selbst wenn der Bund den Bau des Überfliegers zu 100 Prozent übernehmen wolle, befürchtet Schmidt, dass man mit einem solchen Bau zukünftigen Generationen einen Klotz ans Bein binde, der hohe Folgekosten bei der Erhaltung verursache. Zudem sei auch das Geld, das der Bund investiere, Steuergeld, das an dieser Stelle unnötig verbrannt werde. Bundesweit fehlten jährlich allein für die Instandhaltung von Straßen und Brücken in Bund, Ländern und Kommunen mindestens 7,2 Milliarden Euro.

"Es ist sträflich und gegenüber kommenden Generationen kaum verantwortbar, wenn die Große Koalition angesichts von rund 6000 sanierungsbedürftigen Brücken alleine auf Bundesstraßen und Autobahnen - von denen in dieser Legislaturperiode nur 78 Brücken in Angriff genommen werden - immer noch solche unsinnigen Neubauprojekte bezahlt", meint auch Vorstandssprecherin Carola Schmidt-Sternheimer. Die rot-grüne Landesregierung habe sich klar zur Prämisse "Erhalt vor Neubau" bekannt, diesem Beispiel sollte die Bundesregierung folgen. Die Grünen bezweifeln, dass der Überflieger bei dem Verkehrsaufkommen wirklich notwendig ist. Lediglich in Stoßzeiten komme es am Kreisel zu kleineren Rückstaus - aber inakzeptabel lange Wartezeiten verursachten auch diese nicht.