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Kritik an Kemmerich (FDP) wegen Teilnahme an Hygiene-Demo

Ex-Ministerpräsident in der Kritik : Thüringer FDP-Politiker Kemmerich läuft auf Anti-Corona-Demo mit

Auf sogenannten „Hygiene-Demos“ ist spezielles Klientel unterwegs: von ganz links bis ganz rechts hin zu Verschwörungstheoretikern. Jetzt ist auch Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich auf einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen mitgelaufen. Es hagelt Kritik.

Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat an einem Protest gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen und damit heftige Kritik auf sich gezogen. Seine Teilnahme bestätigte der FDP-Politiker am Samstagabend selbst bei Twitter. Er habe an einer Veranstaltung in Gera für „Verhältnismäßigkeit und einen Corona-Exit mit Maß und Mitte“ teilgenommen, schrieb Kemmerich. In mehreren deutschen Städten hatten am Samstag Tausende gegen die Maßnahmen in der Pandemie demonstriert.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kritisierte vor allem die mutmaßliche Nicht-Einhaltung von Corona-Regeln bei der Veranstaltung: „Abstand halten oder Mund/Nasenschutz/Bedeckung? - Fehlanzeige! Vorbildfunktion? - Fehlanzeige!“, schrieb er in dem Kurznachrichtendienst zu einem Bericht mit einem Foto von Kemmerich. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) kritisierte, dass der FDP-Politiker sich dafür lobe, zusammen mit der AfD und Verschwörungstheoretikern „gegen Verantwortung für unser aller Gesundheit“ aufzulaufen. Einem Bericht des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ zufolge nahmen auch AfD-Politiker an dem Protest teil.

Kritik an Kemmerich kam auch aus der eigenen Partei. „Liberal sein heißt nicht, aus Prinzip gegen etwas zu sein, gerade, wenn es Menschen schützt“, schrieb die Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei Twitter. Ria Schröder, die Vorsitzende der Jungen Liberalen, erklärte, ohne Kemmerich namentlich zu nennen, „wer bewusst Hygienemaßnahmen missachtet und sich mit Rechtsextremen einreiht, der ist nicht Mitte, sondern gefährdet uns alle und untergräbt die konstruktive Arbeit“ der FDP.

Der FDP-Politiker steht nicht zum ersten Mal wegen seines Verhaltens in der Kritik. Kemmerich war am 5. Februar mit Stimmen von AfD, CDU und FDP in Thüringen zum Ministerpräsidenten gewählt worden, was bundesweit für Entrüstung und Proteste sorgte. Drei Tage nach seiner Wahl trat er zurück.

(dpa)