Der Rubel rollt weiterhin

Die Steuereinnahmen sind 2014 in den Kommunen im Land zum vierten Mal in Folge auf einen Höchststand geklettert. Zweibrücken profitierte überdurchschnittlich davon. Hier wuchsen die Einnahmen um 5,1 Prozent, i Land waren es 1,8 Prozent.

Die Kämmerer der rheinland-pfälzischen Kommunen können sich die Hände reiben: Die Steuereinnahmen sind 2014 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Landesamt gestern mit. Demnach wuchsen die kassenmäßigen Einnahmen der Städte und Gemeinden auf 3,74 Milliarden Euro. Das ist laut den Landes-Statistikern der vierte Höchststand in Folge.

Zweibrücken hat besonderen Anlass, die Sektkorken knallen zu lassen: Hier war das Wachstum überproportional. Laut der Bad Emser Behörde kassierte die Rosenstadt 2014 insgesamt 37,8 Millionen Euro - ein Plus gegenüber dem Jahr 2013 (36 Millionen Euro) von 5,1 Prozent. Damit war das Wachstum in Zweibrücken fast drei Mal so groß gewesen wie im Landesdurchschnitt.

Stadtsprecher Heinz Braun nannte als Grund für diese positive Entwicklung vor allem die Gewerbesteuer. "An der Grundsteuer A und B ändert sich schließlich von Jahr zu Jahr nicht so viel. Diese Steuer ist relativ konstant, weil es dabei um landwirtschaftliche Flächen in der Stadt geht beziehungsweise um Flächen, die bebaut werden können. Diese Flächen ändern sich ja nicht groß." Anders sehe es bei der Gewerbesteuer aus und bei dem Anteil der Stadt Zweibrücken an der Einkommensteuer. "Je mehr Leute Arbeit haben und Einkommensteuer zahlen, desto höher ist unser Anteil an der Steuer."

Auch wenn Zweibrücken überdurchschnittlich stark bei den Steuereinnahmen zulegte: Die Nachbarstadt Pirmasens legte noch deutlicher zu. Dort kassierte die Kämmerei 2014 Steuern in Höhe von 40 Millionen Euro - gegenüber 2013 (35 Millionen) ein Plus von 15,1 Prozent. Nur im Landkreis Germersheim (plus 20,2 Prozent) waren die Einnahmen gegenüber 2013 noch größer.

Die größten Einnahmen erzielten die Kommunen laut dem Landesamt durch die Realsteuern. Sie sanken allerdings um ein Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Während die darin enthaltene Gewerbesteuer um 2,7 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zurückging, stiegen die Einnahmen aus der Grundsteuer B um 3,8 Prozent auf 519 Millionen Euro. Der zweitgrößte Anteil der Einnahmen stammte aus den Gemeindeanteilen an Gemeinschaftssteuern, die Festsetzungen erhöhten sich hier um 4,9 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Mit 1,51 Milliarden Euro entfiel der größte Teil auf den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (plus 5,3 Prozent).

Regional betrachtet entwickelten sich die Einnahmen unterschiedlich. In den kreisangehörigen Kommunen wuchsen die Steuereinnahmen im Vorjahresvergleich um durchschnittlich 3,6 Prozent. Im Kreis Germersheim war der Anstieg mit 20,2 Prozent am höchsten. Der Donnersbergkreis musste mit einem Minus von 7,9 Prozent den deutlichsten Rückgang hinnehmen. In den kreisfreien Städten sanken die Einnahmen im Durchschnitt um 1,6 Prozent - womit das Plus in der kreisfreien Stadt Zweibrücken von 5,1 Prozent umso bedeutender ist.

Im Landesdurchschnitt nahmen die Kommunen 935 Euro je Einwohner ein. In den Landkreisen waren es 844 Euro, wobei die Kommunen im Kreis Mainz-Bingen die höchsten durchschnittlichen Pro-Kopf-Einnahmen erzielten (1572 Euro), die Kommunen in Kusel die niedrigsten (558 Euro).

Die kreisfreien Städte im Land erzielten durchschnittlich 1198 Euro je Einwohner. Die Spannweite reichte hier von 953 Euro in Neustadt an der Weinstraße bis 1558 Euro in Ludwigshafen.