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Einblicke in Biographie Johann Georg Wirths

Einblicke in Biographie Johann Georg Wirths

In einer Tracht führte Marina Beyer die rund 25 Teilnehmer durch das Stadtmuseum. Sie erfuhren Spannendes über Johann Wirth, über seinen Kampf für Demokratie, seine Gefängnisaufenthalte und seinen überraschenden Tod.

Lehrreiches gab es bei einer Schauspielführung im Stadtmuseum in Zweibrücken . Gästeführerin Marina Beyer schlüpfte in die Rolle von Regina Wirth, der Witwe des Demokraten Johann Georg August Wirth, dem Mitbegründer der deutschen Demokratiebewegung, dessen Spuren auch in die Region führen. Rund 25 Interessierte nahmen an der rund einstündigen Führung teil.

Marina Beyer holt ihre Besucher standesgemäß ab. In einer Tracht des späten 18. Jahrhunderts mit Strohhaube und vielen Rüschen am Revers. "Wir sind hier in Zweibrücken auf der Straße der Demokratie" eröffnete sie die Führung und bat die Gäste zunächst in den Raum mit der Replik der Druckerpresse aus dem Hause Dingler. "Zeitschriften spielten in der Verbreitung demokratischer Botschaften in jener Zeit eine große Rolle und dienten als Plattform zum Erstreiten wichtiger Errungenschaften", so die Gästeführerin, "und wenn die Gendarmerie einmal eine Presse stilllegte, gab es immer irgendwo jemanden, der geholfen hat und die Zeitschriften weiter produziert werden konnten".

Es geht über die historische Holztreppe des Museums in die erste Etage und damit auch in der Chronologie ein paar Jahre zurück. Nach dem Ende der Besetzung durch Frankreich 1793 und dem Anschluss an Bayern 1816 hatte sich hier so etwas wie das Zentrum des deutschen Liberalismus gebildet, auch bedingt durch die Gesetzgebung Frankreichs in den Jahren zuvor. Nun bringt Beyer den Hauptprotagonisten der Führung, Johann Georg August Wirth, ins Spiel. Sie schildert, wie er mit der Zeitschrift "Deutsche Tribüne" die Pressefreiheit erstreiten wollte. Wie er bei der Gründung des "Deutschen Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse" im Gasthaus Ladenberger in Zweibrücken dabei war. Aber sie berichtet auch von den Gefängnisaufenthalten in Zweibrücken und Kaiserslautern, jenem spektakulären Prozess in Landau, bei dem sich Wirth in einem achtstündigen Plädoyer selbst verteidigte und wie er gemeinsam mit Weggefährten wie Philipp Jakob Siebenpfeiffer das Hambacher Fest 1832 organisierte dort eine Rede hielt.

Bis zu seiner Teilnahme an der Nationalversammlung in Frankfurt während deren Verlauf Johann Georg August Wirth verstarb, reichen die Erzählungen zurück. Am Ende haben die Zuhörer einiges dazugelernt.