Die Last des Zusammenrückens

Zusammenrücken ist im Zwischenmenschlichen meist eine feine Sache. Man kommt sich näher, die Kommunikation wird erleichtert. Handelt es sich bei den betroffenen Protagonisten jedoch um Unternehmen, steht die Frage des Zusammenrückens auf einem ganz anderen Tapet. Das zeigt sich jetzt bei den zwei Krankenhäusern unserer Stadt

Zusammenrücken ist im Zwischenmenschlichen meist eine feine Sache. Man kommt sich näher, die Kommunikation wird erleichtert. Handelt es sich bei den betroffenen Protagonisten jedoch um Unternehmen, steht die Frage des Zusammenrückens auf einem ganz anderen Tapet. Das zeigt sich jetzt bei den zwei Krankenhäusern unserer Stadt. Das Gesundheitsministerium des Landes drängt die beiden Einrichtungen zu einem engeren Miteinander. Grund: Es gebe zu viele Betten, die dadurch entstehenden Kosten seien zu hoch. Die beiden Geschäftsführer der Krankenhäuser geben sich momentan sehr bedeckt. Das kann aber nicht als Indiz dafür gelten, dass die Forderung des Landes für sie überraschend kommt. Keinesfalls: Bereits im Oktober 2008 hatte Günter Merschbächer, Geschäftsführer des katholischen Krankenhauses, bei seinem Besuch der Merkur-Redaktion hinsichtlich der Situation, dass die Rosenstadt zwei Krankenhäuser hat, erklärt: "Wir haben sicher Bereiche, die sich überlappen. Da ist es sinnvoll zu schauen, wer sich auf was konzentrieren könnte." Merschbächer kündigte damals an, mit dem Träger des Evangelischen Krankenhauses über die Form der Kooperation sprechen zu wollen. Dem Gesundheitsministerium sind diese Gespräche offensichtlich bis dato nicht weit genug gediehen. Eine engere Kooperation der beiden Krankenhäuser wird den Bock alleine aber nicht fett machen. Unser finanziell vor dem Kollaps stehendes Gesundheitssystem (die Krankenkassen kommen mit Beitragserhöhungen nicht nach) ächzt auch unter dem Preisdiktat der Pharmaindustrie. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat nun überraschend deutlich den Pharmariesen gedroht - er fordert ein Ende der Preisspirale. Bleibt abzuwarten, was vom Brüllen des Löwen übrig bleibt, wenn die Lobbyisten ihm erst einmal die Zähne gezogen haben . . .