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Orscholzer wollen Menschen in der Corona-Krise helfen

Zwei Aktionen gestartet : Lieferhelden und begeisterte Näher helfen in Orscholz

„Lieferhelden für Orscholz“ und „Wir.nähen.getrennt.zusammen!“ heißen zwei Initiativen, die in Orscholz gestartet sind. Das hat Ortsvorsteher Manuel Kerber mitgeteilt. Hat sich die Näh-Gruppe zusammengefunden, um Mundschutze zu fertigen, so wollen die Lieferhelden für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen in der Corona-Krise Besorgungen erledigen.

Rund 1100 Personen zählen nach Worten von Kerber allein in Orscholz zu der Risikogruppe „Uns war von Anfang an klar, dass wir hier ansetzen müssen und helfen sollen. Deshalb haben wir als Ortsrat beschlossen, Einkaufshilfen für die zu organisieren, die in der jetzigen Situation besser zuhause bleiben sollten“, sagt er.

Die Lieferhelden seien Bürger, die einkaufen gehen oder dringende Besorgungen zum Beispiel zur Apotheke oder Post erledigen. Interessierte können sich laut Kerber an vier Ansprechpartner des Ortsrates wenden, die die entsprechenden Lieferhelden zuteilen. „Unsere Initiative hat sich rumgesprochen“, berichtet Kerber. Mittlerweile sind mit Hasborn, Sotzweiler, Schwalbach, Bous, Saarwellingen und Tünsdorf sechs weitere Orte unter der Flagge der Lieferhelden dabei. „Das macht es doch aus: In den Orten getrennt – in der Sache vereint“, fügt Kerber hinzu.

In Orscholz haben sich schon mehr als 40 Freiwillige registriert, aber nur wenige nehmen bislang das Angebot in Anspruch. „Leider sind sich viele der aktuellen Situation noch nicht bewusst und gehen selbst noch einkaufen. Ich appelliere deshalb nochmals an alle, sich nicht zu scheuen und unser Angebot in Anspruch zu nehmen“, sagt Kerber. Die große Zahl der Freiwilligen spreche, so der Ortsvorsteher, für den starken Zusammenhalt innerhalb der Orscholzer Dorfgemeinschaft. Darauf sei er nach seinen Worten besonders stolz.

Die weitere ehrenamtliche Initiative aus Orscholz, die sich zusammengefunden hat, hat sich den Namen „Wir.nähen.getrennt.zusammen!“ gegeben. Sie nähen Mundschutze. Der Zuspruch ist laut Kerber enorm, sind doch seit der Gründung bereits über 200 Mitglieder in der entsprechenden Facebook-Gruppe vernetzt und tauschen sich täglich über neue Anfragen, Kniffe und Tricks zum Herstellen der Mundschutze aus. Dazu Kerber: „Ich wurde unabhängig von den beiden Initiatoren Marie-Anne Colbach und Nicole Gergen angeschrieben, mit der Frage, ob wir sowas nicht in Orscholz umsetzen können. Da ich nicht nähen kann, die Idee aber herausragend finde, habe ich die beiden miteinander vernetzt und eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen.“ Er nannte dies eine tolle Entwicklung, die ihn auch als Ortsvorsteher sehr stolz mache.

Wer sich beim Nähen einbringen möchte, soll auf Facebook nach der Gruppe „Wir.nähen.getrennt.zusammen!“ suchen oder sich bei Marie-Anne Colbach, Tel. (0 03 52) 6 61 36 48 44, melden.

Ansprechpartner für die Lieferhelden in Orscholz sind: Marietta Schmit, Telefon (0 68 65) 82 42; Margit Lion, Telefon (01 52) 2 958 77 32; Bertina Nollmeyer, Telefon (01 75) 24 308 49; Alexander Beining, Telefon (01 71) 453 46 51; Seniorengenossenschaft Saarschleife, Telefon (01 51) 40 01 00 10. Eine Anmeldung als Lieferheld ist online auf der folgenden Internetseite möglich.

orscholz.schlauedoerfer.de/lieferhelden/anmelden