Malu auf Stippvisite in Hornbach

Die Hornbacher bewegen etwas. Das hat auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer mitbekommen, stattete gestern der Stadt auf ihrer Sommerreise einen Besuch ab – auch das Thema Flüchtlinge kam dabei zur Sprache.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer kam gestern im Zuge ihrer sogenannten Sommerreise auch nach Hornbach und wurde vor der Pirminiushalle gleich von den Jüngsten der Stadt in Empfang genommen. Die Kinder der Tagesstätte und eine Abordnung der Jugendfeuerwehr standen zusammen mit Politikern und Hornbacher Bürgern zur Begrüßung Spalier.

Die Ministerpräsidentin zeigte sich erfreut, so viel Jugend dabei zu haben, da die jungen Leute gerade oft fehlen würden, vor allem in der Ausübung von Ehrenämtern. Ihre Sommerreise widme sie besonderen Kommunen in Rheinland-Pfalz, in denen die Dorfgemeinschaft noch etwas bewegt. Man sehe dies in Hornbach etwa am letztjährigen Sieg in der Sonderklasse des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". "In Hornbach kümmern sich viele" sei ihr aufgefallen - vor allem Ehrenamtliche. In Rheinland Pfalz sei die Quote besonders hoch: Jeder Zweite sei hier ehrenamtlich engagiert, das Land damit Spitzenreiter. Das Thema "Neue Wohnformen für ältere Menschen" liege ihr besonders am Herzen und eine gemeinsam anzugehende Gestaltung durch die Kommunen, mit der möglichen Berücksichtigung von alten Schulhäusern, Gasthöfen oder Bauernhöfen, könne eine zukünftige moderne Hausgemeinschaft ermöglichen.

In der digitalen Vernetzung sei Hornbach derzeit schon sehr gut versorgt und auf dem besten Weg. Ute Becker, die in Hornbach iranische und ägyptische Flüchtlinge unterrichtet, die seit fast drei Jahren noch ohne Asylverfahren seien, stellte die Frage, ob dies so lange dauern müsse. Malu Dreyer bezeichnete dies, verbunden mit dem Dank an die Bürgerin, als "katastrophal", jedoch nicht in der Zuständigkeit der Landesregierung sondern in der des Bundesamtes für Migration liegend. Man bemühe sich um Verfahrensbeschleunigung. Tausende Anträge seien, unter anderem wegen des Vorzugs der syrischen Flüchtlinge , noch unbearbeitet und die Leute könnten nur vertröstet werden. Im Anschluss an die Gesprächs- und Fragerunde stand noch die Besichtigung des neuen Wohnmobilstellplatzes und des neuen, noch nicht eingeweihten Freizeitgeländes, alles in Eigeninitiative und ehrenamtlicher Arbeit Hornbacher Bürger entstanden, auf dem Programm der Landeschefin. Der Sommerreise-Abstecher endete dann mit einem Besuch des Klosters Hornbach .