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Homburger fordert eine Rückkehr-Perspektive für Kindergärten ein

Homburger schreibt Brief an Ministerpräsidenten : Lauter Ruf nach einer Perspektive für Kindergärten

In den Schulen ist am Montag – sehr reduziert – der Lernbetrieb wieder angelaufen. Man setzt erst einmal auf die Abschlussklassen.

Doch während es hier zumindest für ein paar Jahrgangsstufen eine Wiedereinstiegs-Perspektive gibt, ist das bei den Kleinsten in den Kindergärten nicht so. Das bemängelt etwa der Homburger Diplom-Soziologe Rolf Omlor. Deswegen hat er am 22. April einen Brief an den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans und dessen rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer geschrieben. Darin fordert er auch für die Kindertagesstätten eine Perspektive. „Zirka vier Millionen kleine Kinder haben Hausarrest. Im Moment auf unbestimmte Zeit“, führt Rolf Omlor darin aus. Was dies bedeute, erlebe jede und jeder, der gerade im Homeoffice arbeiten müsse.

Im Moment gebe es zwar die Möglichkeit, Notgruppen in Kindertagesstätten zu bilden. Bislang seien darin nur Kinder aufgenommen worden, deren Eltern eine systemrelevante Arbeit verrichten. Inzwischen wurde dies bekanntlich erweitert.

 Omlor weiter: „Abgesehen von der Belegung durch die Notgruppen stehen die Kitas tagsüber leer. Das Personal wartet darauf, dass es weitergeht. Im Unterschied zur Schule verfügen alle Kitas über einen Hygieneplan. Es ist genügend warmes und kaltes Wasser, Seife und Desinfektionsmittel da. Die Toiletten sind fast überall in vorbildlichem Zustand. Die Kinder waren zumindest daran gewöhnt, sich die Hände nach dem Toilettengang und vor jeglichem Essen zu waschen.“

 Die unter „Zwangsquarantäne stehenden Kinder“, deren Eltern, die Erzieherinnen und Erzieher sowie die Träger „brauchen schnellstmöglich eine Perspektive. Es muss nachvollziehbar für alle Beteiligten festgelegt werden, wann wieder Licht im Tunnel ist“, fordert er.

Die Staatskanzlei hat Omlor im Namen von Ministerpräsident Tobias Hans schnell geantwortet, sehr abwartend. Eine Öffnung des Regelbetriebes von Kindertageseinrichtungen zum 4. Mai sehe die Einigung zwischen Bund und Ländern nicht vor, heißt es darin, Stand Ende April. Und es wird darin auch auf den Ausbau der Notbetreuung verwiesen. Und weiter: „Uns ist bewusst, welche großen Anstrengungen die Familien in dieser Zeit unternehmen müssen. Sie dürfen sich daher sicher sein, dass wir alle Maßnahmen regelmäßig bewerten und immer mit Blick auf den Schutz der Gesundheit anpassen.“

 Omlor führte gegenüber unserer Zeitung Beispiele aus anderen europäischen Ländern an: Dänemark habe „beim Drücken der Reset-Taste nicht den Abiturienten den Vortritt gegeben, sondern den Kleinsten. Die Krippen und die Kitas machten den Anfang. Bisher ohne negativen Auffälligkeiten“, führt er dabei aus.

Bekanntlich hatte auch die Wissenschaftsakademie Leopoldina in ihren Empfehlungen auf eine schrittweise Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen gedrängt – unter Einhaltung der Vorgaben zu Hygiene, Abstand, Mund-Nasen-Schutz, Testung und die Konsequenz der Quarantäne. Im Bereich der Kindergärten und Kindertagesstätten wurde ein Regelbetrieb mit reduzierten Gruppengrößen (maximal fünf Kinder pro Raum) am Übergang zur Grundschule, also für Fünf-bis Sechsjährige angeregt. Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollten die Kitas für die jüngeren Jahrgänge bis zu den Sommerferien weiterhin im Notbetrieb bleiben, so die Leopoldina in ihrem Papier von Mitte April.

Inzwischen wurden bekanntlich die Rufe aus verschiedenen anderen Bundesländern nach einem Öffnungsplan für Kitas lauter, besonders etwa aus Nordrhein-Westfalen. Am 6. Mai wird Kanzlerin Angela Merkel mit dem Ministerpräsidenten weiter beraten. Das Kita-Thema soll dabei auf der Agenda stehen. Dass dies nicht einfach wird, dürfte allen klar sein.