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Internet-Strafsachen sorgen für Mehrarbeit bei Staatsanwaltschaft

Internet-Strafsachen sorgen für Mehrarbeit bei Staatsanwaltschaft

Zweibrücken. "Das Internet ist wie die Büchse der Pandora", sagt Norbert Dexheimer, Oberstaatsanwalt in Zweibrücken, "es ist viel Gutes drin, aber auch negative Seiten". Die Folgen davon erlebe auch seine Behörde: "Wir bekommen täglich neue Fälle mit Internet-Bezug auf den Tisch." Mit steigender Tendenz. Genaue Zahlen sind aber nicht erfasst

Zweibrücken. "Das Internet ist wie die Büchse der Pandora", sagt Norbert Dexheimer, Oberstaatsanwalt in Zweibrücken, "es ist viel Gutes drin, aber auch negative Seiten". Die Folgen davon erlebe auch seine Behörde: "Wir bekommen täglich neue Fälle mit Internet-Bezug auf den Tisch." Mit steigender Tendenz. Genaue Zahlen sind aber nicht erfasst.Dexheimer unterscheidet zwischen "Straftaten durch das Internet, zum Beispiel wenn jemand online etwas bestellt, Geld bezahlt, aber keine Ware kriegt" und "reiner Internet-Kriminalität, zum Beispiel wenn Daten abgefischt werden (Phishing), um Bankkonten abzuräumen". Beleidigungen ohne EndeHinzu kämen noch Fälle, "wo das Internet Tatmittler ist, zum Beispiel wenn bei ,Wer kennt wen' Beleidigungen ohne Ende ausgetauscht werden, falsche Bilder nach dem Motto ,schau dir mal deine Frau an' - es ist teils übel, was da abgeht". Er habe zum Beispiel neulich ein Scheidungsverfahren auf dem Tisch gehabt, "bei dem der Mann seiner Partnerin via WKW mitgeteilt hat: Ich habe die Richterin bestochen - was natürlich frei erfunden war - und es hat Dir gut getan, dass ich Dich damals geschlagen habe". Damit handelte sich der Mann noch eine Anklage wegen Körperverletzung ein, so Dexheimer. Phishing-Verfahren müssten leider meistens eingestellt werden, bedauert Dexheimer: "Denn die Täter agieren in der Regel vom Ausland aus. Im Grunde sind die gar nicht zu ermitteln, wenn die irgendwo in einem Internetcafé sitzen." Niemals Vorschuss zahlenBei Bestellungen im Internet empfiehlt Dexheimer dringend, genau zu prüfen, ob man dem Anbieter vertraut. Zum Beispiel beim Ersteigern eines Gebrauchtwagens: "Da wird der Zuschlag erteilt, dann heißt's, es gibt ein Problem, ich sitze in London und brauche im Voraus Versandkosten - dann macht man das und hört nie wieder was. Gerade bei vermeintlichen Schnäppchen gilt: Augen auf und niemals einen Vorschuss zahlen, wenn man nicht 100 Prozent sicher ist!" Betrüger im Internet müssten "nicht mal freundlich aussehen oder gut angezogen sein", verweist der Oberstaatsanwalt auf die Vorteile der Anonymität für Kriminelle. "Das Internet ist ein großes Meer, in dem sich viele Raubfische tummeln." lf