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Tennis: TC Blau-Weiß Homburg ist froh, wieder auf die Plätze zu dürfen.

Tennisclub Blau-Weiß Homburg : Rückkehr zur Normalität lässt noch auf sich warten

Der TC Blau-Weiß Homburg ist aber froh, überhaupt wieder auf die Plätze zu dürfen.

Der Tennisbetrieb beim TC Blau-Weiß Homburg läuft wieder. „Aber keinesfalls so, wie vor der Corona-Zeit im letzten Jahr“, sagt Heribert Köppe, der Vorsitzende des Vereins. Auf der TC-Anlage mit sieben Sandplätzen in unmittelbarer Nähe zum Homburger Waldstadion ist aber seit einigen Wochen immerhin das Training unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Durch das am 6. April in Kraft getretene sogenannte „Saarland-Modell“ gibt es weitere Lockerungen. Demnach sind auch Doppel-Paarungen – im Rahmen der von der saarländischen Landesregierung herausgegebenen Nutzungsverordnung – wieder erlaubt.

Über ein Jahr lang hat nun aber auch der Traditionstennisverein Blau-Weiß bereits mit coronabedingten Platz- und Hallenschließungen zu kämpfen. „Es ist eine reine Odyssee durch Bestimmungen und Vorgaben von Behörden – auch für unseren Tennisclub.“ Immer wieder gebe es neue Hindernisse, die das Tennisspielen auf den Plätzen im Freien und in der Halle verhindern oder erschweren.

Im Sommer 2020 lief das Training nach einigen Monaten Pause wieder auf der Anlage. Auch das Sommerfest am 15. August konnte der TC Blau-Weiß Homburg noch veranstalten. „Bis zu 500 Gäste konnten wir sonst an diesem Tag begrüßen, doch diesmal musste der Verein wegen strenger Hygienemaßnahmen diese Zahl stark reduzieren“, berichtet Köppe. Besucher mussten sich anmelden. Am Ende kamen 60 Besucher. Ab September sollte dann auch die Hallensaison anlaufen. Fünf Spieler aus zwei Haushalten waren pro Platz unterm Dach – insgesamt gibt es hier zwei Plätze – erlaubt. Doch aus Kapazitätsgründen war Gruppentraining mit Jugendlichen und Erwachsenen bald nicht mehr möglich. Der Verein kam an seine Kapazitätsgrenze bezüglich der Hallenbelegung. „Wir hatten schon viele Abos für die Winterrunde 2020/21 verkauft. Bis Anfang Dezember durfte man noch die Halle nutzen, wenn auch eingeschränkt.“ Statt 230 Nachwuchsspielern das Üben mit Schläger und gelben Fitzbällen zu ermöglichen, gab es nur noch Trainingszeiten für gut die Hälfte dieser Tenniskids. Dann war wieder ganz Schluss, die Halle wurde geschlossen. Ein Rückschlag nicht nur für den Nachwuchs. „Im Vorstand waren wir uns einig, dass wir das Geld für die verkauften Zeiten in der Halle nicht einfach behalten und auf Corona verweisen. Wir haben es zurückgezahlt“, erklärt Köppe. Für 13 Wochen fehlendes Jugendtraining bezahlte der TC Blau-Weiß Homburg rund 7500 Euro Platzhallenmiete an die Eltern zurück. Ein Loch in der Vereinskasse, was nur teilweise durch Corona-Hilfen vom Land gestopft werden konnte. 2400 Euro gab es von der Landesregierung. Über einen Sonderfonds flossen zusätzlich 3000 Euro zum TC. Demnächst hofft der Vorsitzende auf einen weiteren Zuschuss für die Jugendarbeit in Höhe von 1200 Euro. Finanziell, so Köppe, sei man bisher mit einem blauen Auge davon gekommen. „Die Halle bleibt aber weiter zu, selbst Schnelltests helfen da nicht weiter.“

 Immerhin sechs der sieben Sandplätze sind seit März spielbereit. Köppe: „Erfreulich ist, dass wenigstens Jugendliche im Alter bis 14 Jahren gleich mit den ersten Lockerungen wieder am Training in Gruppen mit bis zu zehn Jugendspielern trainieren konnten.“ Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre sind zu Zweit mit einem Trainer eingstiegen. Durch das „Saarand-Modell“ wären hier – zumindest mit tagesaktuellem negativem Schnelltest – nun auch wieder größere Gruppen möglich.

„Wir hoffen alle, dass durch intensive Impfaktionen weitere Lockerungen vorgenommen werden können und irgendwann auch auf unseren Plätzen wieder alles normal läuft.“ Dies hofft auch der Clubwirt, dessen Gastraum schon viele Monate geschlossen ist. „Auch hier fehlen uns die Einnahmen“, sagt Köppe. Immerhin hätten die Mitglieder dem TC Blau-Weiß Homburg die Treue gehalten. „Unser Mitgliederstand ist mit 305, darunter 92 Jugendliche im Alter bis 18 Jahren, konstant geblieben“, dankt Heribert Köppe, dass trotz Hallenschließung und teilweiser Sperrung der Plätze im Freien im vergangene Jahr, kein Spieler und kein Mitglied dem Verein die Mitgliedschaft gekündigt hatte.

 „Wichtig ist es uns, dass wir wieder unserem Nachwuchs Training und das Spielen ermöglichen können. Nicht nur aus sportlichen Gründen, sondern auch vom sozialen Aspekt her freuen wir uns, dass das Tennisspielen auf unseren Plätzen wieder möglich ist“ , meint Vlastimil Pavlicek, Jugendwart und Trainer beim Tennisclub Blau-Weiß Homburg. „Corona hält uns weiter im Atem, aber die Gesundheit aller Menschen geht vor und wenn es nicht anders geht, müssen wir auch im Tennisverein Abstriche vom Normalbetrieb machen“, sagt der TC-Vorsitzende Heribert Köppe. Dies gilt auch für die bald anstehende Tennissaison. Die Medenrunde ist derzeit noch ab Mai geplant. „Wie diese Runde aussieht und wann die Saison tatsächlich beginnt, ist aber offen“, sagt Köppe.