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1. FC Kaiserslautern in Lübeck zum Siegen verdammt

3. Fußball-Liga : Antwerpen und die Schiedsrichter

1. FC Kaiserslautern hat vor dem Kellerduell in Lübeck viel Ärger mit den Unparteiischen.

Wer der Schiedsrichter sein wird, der am Samstag um 14 Uhr das Kellerduell der 3. Fußball-Liga zwischen dem VfB Lübeck und dem 1. FC Kaiserslautern leitet, hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bis Freitagabend noch nicht mitgeteilt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass derjenige der Aufgabe mit nur überschaubarer Freude entgegenblickt. Denn FCK-Trainer Marco Antwerpen und die Unparteiischen – das wird in dieser Saison keine Liebesbeziehung mehr.

Nach der Partie gegen den FC Bayern München II (1:1) im Februar giftete Antwerpen wegen eines nicht gegebenen Tores seiner Mannschaft gegen das Schiedsrichter-Team um Nicolas Winter. Gegen Rostock (1:2) erlebte er das Ende der Partie auf der Tribüne, weil er sich so vehement über einen nicht gegebenen Strafstoß beklagt hatte, dass Manuel Gräfe ihm die Rote Karte zeigte. Nach dem 3:1-Sieg gegen Halle klagte der FCK-Coach Schiri Michael Bacher wolle „sein Ego pflegen“ und dass er den den Gegner mit einem Platzverweis gegen Lauterns Kenny Redondo „wieder ins Spiel geholt“ habe. Am Mittwoch schließlich ließ Antwerpen nach dem 2:2 im Heimspiel gegen den FSV Zwickau auch kein gutes Haar am Unparteiischen Patrick Hanslbauer. „Einer hatte was dagegen, dass wir gewinnen. Er hat das Spiel nicht geregelt, sondern massiv eingegriffen“, ätzte Antwerpen nach der Partie. Hanslbauer hatte in der 76. Minute FCK-Spieler Anil Gözütok mit Rot vom Platz gestellt, nachdem er Zwickaus Mike Könnecke in bester Kungfu-Manier mit hohem gestrecktem Bein erwischt hatte.

„Er trifft ihn an der Schulter, nicht am Kopf – und der macht da eine Showeinlage draus. Das ist gestrecktes hohes Bein, das ist eine Gelbe Karte“, meckerte Antwerpen. Das Sportgericht des DFB sah es anders – und sperrte Gözütok für drei Partien.

Nun ist es nicht so, dass Antwerpens Ansichten völlig aus der Luft gegriffen sind. Gegen München II wurde dem FCK in der Tat ein reguläres Tor aberkannt. Andere Entscheidungen gegen die Roten Teufel waren zumindest diskutabel. Im Hinblick auf die Rote Karte gegen Gözütok erhielt der 49-Jährige sogar Zuspruch von Babak Rafati. Der ehemalige Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter sagte gegenüber dem Internet-Portal „liga3-online“, dass er in der Szene eher zu einer Gelben Karte „tendiert“ hätte.

Und dennoch bewegt sich Antwerpen auf dünnem Eis. Seine Aussagen mögen zum Teil kalkuliert sein, um bei seinem Team eine „Wir-gegen-den-Rest-der-Welt“-Stimmung heraufzubeschwören. Doch ob sich der DFB die Frequenz – Antwerpen ist erst seit acht Pflichtspielen bei den Pfälzern im Amt – und die krawallige Rhetorik seiner Schiri-Schelte bis Saisonende gefallen lassen wird, scheint zweifelhaft.

Sportlich ist die Situation bei den Roten Teufeln unverändert kritisch. Drei Punkte betrug der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz vor dem Spieltag. Im Kellerduell gegen den VfB Lübeck, der einen Platz und einen Zähler hinter dem FCK auf Rang 19 liegt, ist ein Sieg Pflicht. Hoffnung könnte den Pfälzern ein Blick in die Statistik machen. In den drei Pflichtspielen zwischen den beiden Mannschaften haben die Norddeutschen weder einen Punkt geholt, noch einen Treffer erzielt. Das Hinspiel im vergangenen November entschied der FCK durch einen Treffer von Marlon Ritter knapp mit 1:0 für sich.

Gut möglich, dass an der Lübecker Lohmühle Nicolas Sessa in der Startformation stehen wird. Der 25-Jährige Mittelfeldspieler war im Sommer von Erzgebirge Aue zum FCK gewechselt, plagte sich seitdem aber mit Verletzungen. Gegen Zwickau wurde Sessa nach 65. Minuten eingewechselt und hinterließ einen starken Eindruck. Eine Alternative wäre Kenny Redondo, der nach seiner Sperre wieder mitwirken kann.

Doch wer auch immer am Samstag für die Roten Teufel auf dem Platz stehen wird. „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir stehen wieder auf und werden in Lübeck wieder eine herausragende Leistung bieten“, versprach Antwerpen nach der Partie gegen Zwickau. Schade, dass diese positive Aussage unter seiner Schiri-Schelte ein wenig unterging.