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Mit größerer Flexibilität in die Spitzengruppe

Mit größerer Flexibilität in die Spitzengruppe

Neun Wochen vor Beginn der neuen Saison in der Handball-Oberliga hat die VT Zweibrücken-Saarpfalz gestern das Training aufgenommen. Trainer Mirko Schwarz will bis dahin einige Änderungen umsetzen.

An einem für Handballer eher ungewöhnlichen Ort ist die VT Zweibrücken-Saarpfalz gestern Abend in die Vorbereitung gestartet. Im Westpfalzstadion hat Trainer Mirko Schwarz seine Jungs zum ersten Training zusammengetrommelt. Neun Wochen hat er Zeit, sein Team auf die Oberliga-Runde vorzubereiten. In den nächsten vier Wochen stehen Grundlagen auf dem Plan, in den letzten vier die spielerischen Aspekte, dazwischen sind - über das Stadtfest und das Hochzeitswochenende von Mirko Schwarz - sechs Tage frei.

Mit dabei sind mit Sven-Malte Hoffmann, Alexey Wetz, Daniel Duhm und Philipp Serr neue Gesichter. Den Kader würde Schwarz aber gerne noch vergrößern. "Es müssen noch ein, zwei Spieler kommen", erklärt der VTZ-Trainer. "Das müssen wir aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt haben." Zumal der letztjährige, von Verletzungspech geplagte Dritte auch Abgänge verkraften muss. Steffen Kiefer, Tomas Mazar und Philipp Ulbrich werden nicht mehr hier auflaufen. "Tomas ist mit seiner Qualität am Kreis nicht zu ersetzen." Auch seine Treffer, gerade die Siebenmeter, die er herausgeholt hat, werden fehlen. Nach vorne könne es daher schwerer werden, in der Abwehr hingegen sieht Schwarz eine größere Flexibilität. "Wir werden definitiv von hinten die Möglichkeit haben, ein schnelleres Spiel aufzuziehen, Gegenstöße einzuleiten", erklärt er. Hoffmann werde auf Außen Stabilität bringen. Dennoch ist auch der Abgang von Kiefer ein Verlust. "Vor allem, was den Angriff betrifft." Er hat in der vergangenen Runde über 180 Treffer erzielt. Diese Position plant der Trainer derzeit intern mit einem Rechtshänder zu besetzen. Und auch Maurice Kaufeld soll mehr Verantwortung übernehmen. "Die Chance sollte er nicht verhauen", betont Schwarz, der einen ganz anderen Spielaufbau plant als im letzten Jahr, als sehr viel über den Kreis gelaufen ist. "Dass Mazar uns verlassen hat, ist schade, aber vielleicht ist es eine Chance für uns, das Spiel anders zu gestalten" - nämlich weniger ausrechenbar. "Wo Tomas steht, war allen klar." Künftig will Schwarz einen Kreisläufer, der im Mittelblock decken kann, um Spielern wie Marek Galla und Philipp Wiese Entlastung geben zu können.

Im Angriffsspiel fordert der Trainer mehr Kaltschnäuzigkeit. "Wir haben in der abgelaufenen Saison 904 Tore erzielt - das war gut, aber wir hatten die Chance auf mehr." Mehr Drang in die Offensive, ein verbessertes Gegenstoßspiel will Schwarz sehen. "Das ist eine große Baustelle, aber wir haben mit Peter Pcola und Philipp Serr nun die Torhüter dazu." Hoffmann, Max Ulbrich und Raimonds Trifanovs etwa können "und müssen über einfache Tore kommen". Auf all das ziele die Vorbereitung ab. "Vor allem müssen wir weniger Gegentreffer kassieren. 832 waren zu viel." Meister Haßloch hatte 722, Illtal 750. "Dennoch werden wir in der Abwehr offensiver spielen. Das bedeutet mehr Laufarbeit für alle." Der Grundstein dafür wird jetzt gelegt.

Denn klar ist, dass Schwarz nicht wieder so viele Punkte, 19, abgeben möchte. Sicher habe eine Rolle gespielt, dass Kapitän Philipp Wiese und Marek Galla lange gefehlt haben, überhaupt das Verletzungspech die VTZ arg gebeutelt hatte. Dennoch habe das Team auch in der Vorrunde schon zu viele Zähler verschenkt, etwa in Nieder-Olm (29:35) und gegen Mülheim (22:24). "Da hatten wir einfach schlechte Tage." Immer wieder hätten zudem in den entscheidenden Phasen ein paar Prozent gefehlt. "Ich muss mich auch persönlich hinterfragen, wie es zu 19 Minuspunkten kommen konnte", sagt Schwarz selbstkritisch. "Wir sind zwar ein verschworener Haufen, aber wir müssen noch mehr zum Team werden, vor allem in kritischen Phasen dürfen wir uns nicht so viele Auszeiten nehmen."

Auch anders wäre Haßloch zu stark gewesen, "aber wir hätten das Aufstiegsrennen sicher länger spannend halten können". Was für die VTZ genau in der neuen Runde drin ist, kann Schwarz nicht einschätzen. "Ich werde mich hüten, zu sagen, wir wollen wieder in die 3. Liga." Der Reiz sei da, aber der Blick müsse immer auf die Spieler und das Umfeld gehen. Viele der älteren im Kader würden keine zehn Jahre mehr spielen, der Unterbau müsse erst stabilisiert werden. "Wir wollen ja keine Fahrstuhlmannschaft werden." Dennoch ist auch Schwarz klar: "Wenn man Dritter war, lautet das Ziel auch jetzt, unter die ersten drei zu kommen." Sollte es sogar mit dem Aufstieg klappen, "nehmen wir ihn natürlich mit". Einen Favoriten auf den Titel sieht der VTZ-Coach nicht. "Es wird ein schönes Gehaue um die ersten fünf Plätze geben."

Zunächst will der Trainer nach der Vorbereitung aber einen guten Start in die Saison - gleich gegen zwei Liga-Neulinge. Zum Auftakt am 5./6. September ist Völklingen zum Derby zu Gast, eine Woche später geht es nach Worms.

"Es wäre vermessen, zu sagen, die hauen wir gleich weg." Dennoch müsse sein Team diese Aufgaben lösen. Neben dem guten Einstieg wünscht sich Schwarz das Quäntchen Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben und, bei Heimspielen wieder zu einer Festung zu werden. "Wenn das alles passiert, können wir ein Wörtchen um den Titel mitreden."