Ausflugtipp Affen, Füchse und etliche komische Vögel

Freisen · Tierische Begegnungen: Wir haben uns im Naturwildpark Freisen bei Jörg Broszeit und seinem Team umgesehen.

                   Einer der Berberaffen zeigt seine Zähne. Die Primaten sind Pflanzenfresser, bekommen in Freisen viel Gemüse und Obst. Ihre Lieblingsspeisen sind Bananen. Derzeit leben hier an den kahlen Bäumen (Foto unten) 16 Exemplare, davon zwei Jungtiere.

Einer der Berberaffen zeigt seine Zähne. Die Primaten sind Pflanzenfresser, bekommen in Freisen viel Gemüse und Obst. Ihre Lieblingsspeisen sind Bananen. Derzeit leben hier an den kahlen Bäumen (Foto unten) 16 Exemplare, davon zwei Jungtiere.

Foto: Thomas Reinhardt

Auf und unter den großen, kahlen Bäumen bei den Berberaffen ist immer was los. Einige schlafen oder dösen, andere klettern die Stämme hoch oder springen von Ast zu Ast. Plötzlich wird es laut. Zwei der Tiere sind aneinander geraten, mit lautem Geschrei macht ein Exemplare aus der Familie der Meerkatzenverwandten einem anderen klar, wer hier das Sagen hat. Der Unterlegene zieht sich knurrend an einen anderen Platz zurück.

Die Berberaffen sind eine der Hauptattraktionen im Naturwildpark Freisen. 16 Primaten, darunter zwei Jungtiere, können wir bei unserem Besuch beobachten. Besonders spannend wird es immer, wenn es Futter gibt. Berberaffen sind überwiegend Pflanzenfresser, in der freien Natur ernähren sie sich hauptsächlich von Blättern, Wurzeln, Früchten, manchmal aber auch von kleinen Insekten. Zootierpflegerin Pia Lamerz hat einen Eimer mit Gemüse und Obst mitgebracht und wirft Möhren, Paprika, Sellerie und verschiedene Früchte auf die Wiese. Im Affenzahn sind alle Tiere da, der Schnellste kriegt zuerst, schnappt sich ein Stück, die anderen müssen warten. Doch satt wird hier jeder. „Am liebsten mögen sie Bananen“, berichtet die junge Tierpflegerin – dann ist zuerst das Gerangel und danach die Freude besonders groß.

Der Naturwildpark im Nordsaarland ist rund 30 Hektar groß und besteht seit August 1999, erzählt Besitzer Jörg Broszeit, der die Tiere zusammen mit seinem Sohn Kai betreut. „Wir sind ein Ausbildungsbetrieb mit acht Festangestellten sowie Aushilfen“, so der 61-Jährige. „Ein Teil des Futters für die Tiere bauen wir selbst an und ernten es, Spezialfutter wie Flechten und so kaufen wir zu.“

Ein breit angelegter Rundweg führt durch das Gelände an einem Südhang. Da kann man sich die Tiere in aller Ruhe und oft aus nächster Nähe ansehen. Nur einige Areale seien zum Schutz der Tiere eingezäunt, so Broszeit, auf Betongehege habe man verzichtet, setze lieber auf natürliche Materialien. Hasen und Kaninchen wuseln herum, Ziegen und Zaggelschafe grasen auf den Wiesen. Die Besucher können Gänse, Schwäne, Enten, Kraniche, Störche und Reiher beobachten, ebenso Esel, Pferde, Rot-,
Damm- und Sikawild. Auch Wapitis, Kängurus und Elche gibt es hier. Beliebt sind die putzigen Waschbären, die keine Scheu haben, etwas mehr Geduld braucht man, um die Füchse zu Gesicht zu bekommen. Bunt und zuweilen laut geht es im Gehege der Waldrappen zu. Das sind gänsegroße Ibis-Vögel mit sichelförmigen roten Schnäbeln. Apropos Vögel. Hauptattraktion im Naturwilpark Freisen sind die täglichen Flugschauen in der Falknerei. Hier kann man die Jagdeigenschaften von Greifvögeln wie Adler, Geier, Falken, Uhus oder Eulen bestaunen.

„Im Schnitt zählen wir rund 50.000 Besucher pro Jahr“, erklärt der Chef. Sie kommen aus dem ganzen Saarland, Rheinland-Pfalz und bis nach Mainz. Vom 1. März bis zum 30. November ist von 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Kassenschluss ist um 18 Uhr. Erwachsene zahlen neun Euro, Kinder von drei bis zwölf Jahren fünf Euro. Zum Park gehören eine Gaststätte mit Terrasse und Spielplätze.

Naturwildpark Freisen, Hermbacherhof 1, 66629 Freisen. Infos und Anfragen: Tel. (0171) 1 13 33 14. www.naturwildpark-freisen.de