Tierart in Maßweiler Kleine Füchse, junge Marder

Maßweiler · Auch Eichhörnchen, Feldhasen und Igel finden ein Zuhause bei Tierart in Maßweiler.

Viele verschiedene Tiere finden bei Tierart ein Zuhause
Foto: Hans Pertsch

In diesen Tagen ist es immer besonders spannend bei Tierart in Maßweiler. Denn niemand kann voraussagen, wie viele Jungtiere in freier Wildbahn gefunden und bei der Tierauffangstation abgegeben werden. Alle möglichen Tierarten kommen dabei in Frage.

Kleine Füchse und junge Marder sind in jedem Jahr dabei. Auch Eichhörnchen, Feldhasen und Igel finden regelmäßig ihr vorübergehendes Zuhause in Maßweiler. Viele dieser Tiere werden mit der Flasche großgezogen, aufgepäppelt und so auf das spätere Leben in Freiheit vorbereitet. Denn irgendwann werden die meisten wieder ausgewildert und in die Natur entlassen. Ist die Fundstelle des Tieres bekannt, darf es dort in der Nähe sein neues Leben beginnen. Nicht so gut hat es ein Katzenbaby, das mit einem frisch amputierten Bein abgegeben wurde. Erst nach einem Gentest lässt sich feststellen, ob es eine Wild- oder Hauskatze ist. Als Wildkatze bekommt sie auf Lebenszeit einen Platz in Maßweiler, als Hauskatze findet sie bei Tierpflegerin Andrea ein neues Zuhause. Tierliebe hört bei Tierart eben nicht an der Torpforte auf.

Zwei Rehkitze gehören zu den außergewöhnlichen Gästen von Tierart. Eigentlich ist ihr Quartier momentan gar nicht die Tierauffangstation. Die beiden Tiere leben im Moment nämlich zuhause bei Eva Lindenschmidt, der Diplom-Biologin der Station. Bedingt durch Corona ist sie zur Zeit ohnehin im Homeoffice, was somit eine perfekte Verbindung herstellt, wie sie schmunzelnd erzählt. Die beiden Kitze stammen aus unterschiedlichen Funden. Aber beide haben das gleiche Schicksal. Freilaufende Hunde haben die Jungtiere verletzt bzw. die Mutter des einen jungen Rehs vertrieben. Nun fungiert Eva Lindenschmidt quasi als Ersatzmutter. Und bei Rehkitzen ist das alles andere als leicht, sagt die Biologin. Bis Oktober muss sie den jungen Rehen alle 2 bis 4 Stunden eine Milch per Flasche verabreichen.

Später wird es weniger und aus der Milch wird ein dickerer Brei, erzählt sie. Inzwischen haben ihre Mitbewohner auch einen Namen erhalten. „Kalli und Rufus„ heißen die beiden. Sie werden wohl später im weitläufigen Revier der ehemaligen Bunkeranlage in Maßweiler ein bleibendes Zuhause finden. Die beiden Rehböcke sind durch die Handaufzucht so an Menschen gewöhnt, dass eine Auswilderung der Tiere kaum noch möglich ist.

Nicht nur freilaufende Hunde sind für junge Wildtiere gefährlich. Viele Menschen begehen aus Unwissenheit den Fehler, vermeintlich hilflose Jungtiere zu berühren oder mitzunehmen. Das Tierartteam appelliert auf seiner Facebookseite daher, sich vor jeder Aktion bei Fachleuten zu informieren.

Nicht weniger lebhaft ist der Waschbärenzuwachs. Gleich Vierlinge, drei Mädchen und ein Junge, werden wohl bald die neue Attraktion in der Anlage sein. Sie wurden irgendwo in freier Wildbahn gefunden, und landeten als kleine Babys in einer Pflegestation, die die Tiere dann nach Maßweiler vermittelte. Auch diese Artgenossen bleiben Dauergäste. Waschbären gelten in Deutschland als invasive Tierart, das heißt, es besteht die Gefahr, dass durch deren Ausbreitung ein Risiko für das heimische Ökosystem besteht. Daher vermittelt Tierart auch keine Waschbären an Privatpersonen.

Ob sich die putzigen Tierchen als Haustiere überhaupt eignen, ist sehr umstritten. Sie sind zumeist äußerst unberechenbar und lassen sich von Menschen normalerweise nicht erziehen. Seit dem 6. Juni ist die Tierauffangstation in Maßweiler wieder für Besucher geöffnet. Zur Zeit gibt es aber noch strenge Auflagen.

So darf eine Gruppe nicht größer als 10 Personen sein. Es ist wichtig, die neue Besucherordnung zu beachten. Zugang ist nur durch eine Voranmeldung und Bestätigung per Mail möglich.

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