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Wenn das Hobby zur Berufung wird

Herr Volz, die Deutsche SuperMoto-Meisterschaft ist zwar eine der jüngeren, dafür aber auch eine der spektakulärsten Rennserien überhaupt. Seit wann betreiben Sie Motorsport, und wie kamen Sie zu SuperMoto? Markus Volz: Als Zwölfjähriger fing ich 1988 mit Motocross an - das habe ich 17 Jahre gemacht

Herr Volz, die Deutsche SuperMoto-Meisterschaft ist zwar eine der jüngeren, dafür aber auch eine der spektakulärsten Rennserien überhaupt. Seit wann betreiben Sie Motorsport, und wie kamen Sie zu SuperMoto?


Markus Volz: Als Zwölfjähriger fing ich 1988 mit Motocross an - das habe ich 17 Jahre gemacht. 2004 wollte ich dann nach so langer Zeit mal etwas anderes ausprobieren und habe beim SuperMoto reingeschnuppert. Das hat mir dann so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.

Für die Zuschauer ist SuperMoto mit seinem Gemisch aus bulligen Maschinen, engen Kurven, Asphalt und Offroad vor allem spektakulär. Was macht diesen Motorsport für Sie als Fahrer so besonders?



Volz: Die wechselnden Ansprüche, die Strecke und Maschine an die Fahrer stellen, verlangen volle Konzentration. Wenn man hier vorne dabei sein will, muss man fahrerisch sehr vielfältig sein, wobei mir im Offroad-Bereich natürlich meine langjährige Erfahrung als Crosser zugute kommt. Aber auch das schnelle Fahren und Driften auf Asphalt muss man beherrschen.

Fahren Sie ab und an noch Cross?

Volz: Nein, mit diesem Kapitel habe ich vorerst abgeschlossen. Ich habe auch gar keine Cross-Maschine mehr, ich konzentriere mich voll auf SuperMoto.

Womit verdienen Sie sich ihren Lebensunterhalt? Oder kann man vom SuperMoto leben?

Volz: Leider nicht, SuperMoto ist nur ein Hobby von mir. Aber da ich in einem Familienbetrieb arbeite, kann ich freitags vor einem Rennen früher Feierabend machen oder auch mal frei nehmen, wenn ich weiter weg fahren muss.

Wer im Motorsport Erfolg haben will, muss gute Konditionswerte haben. Wie hält sich Markus Volz fit?

Volz: In erster Linie mit Laufen, ich habe da speziell abgestimmte Trainingspläne. Von Januar bis April absolvierte ich ein Wochenpensum von 40 bis 50 Lauf-Kilometern. Ansonsten habe ich witzigerweise vor gar nicht allzu langer Zeit den Fußball für mich entdeckt: Weil ich nicht alleine trainieren wollte, machte ich beim SV Dirmingen die Vorbereitung mit und blieb dort hängen. Jetzt spiele ich, wenn ich am Wochenende Zeit habe, in der zweiten Mannschaft. Ab und an sogar erste, aber da muss dann schon ein personeller Engpass herrschen (lacht).

Im Vorjahr waren Sie in St. Wendel nicht am Start, da sich das Rennen im Oktober mit einem Lauf zur Schweizer Meisterschaft, in der Sie auch starten, überschnitt. Welches Ziel haben Sie sich dieses Jahr für St. Wendel gesetzt? Und wie schätzen Sie die Strecke ein?

Volz: Ich möchte auf jeden Fall auf einen Podiumsplatz fahren, das habe ich mir fest vorgenommen. In St. Wendel schätze ich vor allem die Stadionatmosphäre an der Strecke. Als Zuschauer siehst du da fast jeden Punkt ein. Als Fahrer mag ich vor allem das Oval, da durchzubrettern, das macht Riesenspaß. Und Stadtrennen finde ich sowieso toll, weil es da viel enger zugeht. Das macht es natürlich schwieriger, zu überholen. Auch in St. Wendel. Daher ist es ganz wichtig, dass man spätestens im zweiten Training ein Gefühl für die Strecke bekommt, um dann im Zeittraining ganz vorne mit dabei zu sein. Denn wenn du aus der zweiten Reihe starten musst, dann wird es schwierig aufs Podium zu kommen.

Zur Person

Markus Volz, geboren am: 11. Februar 1976 in Saarbrücken, verheiratet.

Beruf: Lagerist im Familienbetrieb der Autoverwertung Volz GmbH.

Motorrad: HPS 450 SM (auf KTM-Basis).

Erfolge: 1991 Deutscher Jugendmeister Motocross; 1996 9. Platz Europameisterschaft; 1997 bis 1999 Afrikanischer Meister; 2001: 1. Platz DM Motocross MX Open; 2004: Erstes SuperMoto-Rennen in St. Wendel, 10. Platz DM-Open; 2005: 10. Platz DM-Open, 6. Platz DM Supermoto 450; 2006: Vizemeister DM-Open, 3. Platz DM, Vizemeister CH, 9. Platz WM-Lauf St. Wendel; 2007: 3. Platz DM S1, 3. Platz CH, 4. Platz bei Nationen-WM; 2008: 6. Platz DM S1. tog