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„Ich habe endlich wieder Spaß am Rennfahren“

„Ich habe endlich wieder Spaß am Rennfahren“

Markus Volz aus Dirmingen ist einer der Favoriten für die Supermoto-Rennen in St. Wendel. Sein Teamchef war früher bei den St. Wendeler Straßenrennen Lokalmatador und Publikumsliebling: der Schmelzer Bodo Schmidt.

2001 wurde der Dirminger Markus Volz deutscher Meister im Motocross - sein Teamchef damals: Bodo Schmidt. Heute, zwölf Jahre später, arbeitet das Erfolgsduo wieder zusammen - das Ziel: deutscher Supermoto-Meister werden. "Wenn ich irgendwann nur noch um Platz zehn fahre, höre ich sofort auf", sagt Volz trocken. Schmidt ergänzt: "Wenn man Motorsport macht, dann richtig. Sonst holt man sich besser ein paar Turnschuhe und geht laufen."

Schmidt weiß, wovon er spricht. Der heute 54-jährige Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik war selbst deutscher Meister, Vize-Europameister und 1988 Elfter der TT-Formula-Weltmeisterschaft. Von seinen Erfolgen auf dem Superbike zeugen zahllose Pokale und ein paar Fahrerkombis in seinem Motorradgeschäft in Schmelz. "Es war eine tolle Zeit. Damals hat die Jugend das Motorrad so richtig für sich entdeckt. Zu Rennen wie nach St. Wendel kamen immer 15 000 bis 20 000 Zuschauer", erinnert sich Schmidt an Tage, die er aber weit hinter sich gelassen hat. "Heute hätte ich gar nicht mehr die Nerven dafür. Außerdem bin ich nicht mehr fit genug. Es bringt ja nichts, wenn man wie ein nasser Sack auf dem Motorrad hängt."

Markus Volz ist topfit und richtig heiß auf das Supermoto-Wochenende in St. Wendel. "Ich habe endlich wieder Spaß am Rennfahren", sagt der KTM-Pilot, der nach seiner Trennung vom Team Bauerschmidt wieder ganz vorne mitmischt. Nach den ersten vier Läufen liegt er mit nur einem Punkt Rückstand auf Lukas Höllbacher auf Rang zwei seiner Klasse. "Mir fehlte im letzten Jahr einfach die Unterstützung, es gab keine Basis mehr zwischen dem Team und mir." Also klopfte er bei Bodo Schmidt an, der sich eigentlich aus dem Motorsport zurückziehen wollte, nun aber neben Volz noch die Talente Calvin Flaanderen und Romain Febvre unterstützt. "Ich organisiere ihm Spezialteile vom Werk, gebe den ein oder anderen Rat. Den Rest macht er selbst", sagt Schmidt.

15 000 Euro kostet eine Supermoto-Saison, Motorräder nicht eingeschlossen. "Aufwand und technische Möglichkeiten sind in den letzten Jahren explodiert. Zu meiner Zeit gab es ein Fahrwerk, eine Gabel, und man hat etwas mit dem Öl gespielt", sagt Schmidt. "Leider gibt es viele Fahrer, die von der Technik wenig Ahnung haben. Bei Markus ist das anders. Je besser die Symbiose von Fahrer und Mechaniker ist, umso besser ist das Team." Bei Volz und Schmidt jedenfalls scheint es richtig gut zu passen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Zeitplan Supermoto: Samstag, von 8.30 bis 17.50 Uhr: Training aller Klassen; ab 18.05 Uhr: Rennen der Amateure, Ü40, Kidsdrift, C1, C2 und S3. Sonntag, ab 8.15 Uhr Warm-up, ab 10.10 Uhr Rennen. cor