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| 20:10 Uhr

DTM schaltet die Ampel auf grünBernd Schneider: "Ich glaube schon, dass Ralf Rennen gewinnen kann"

Hockenheim. Die DTM startet in die neue Saison, doch der große Star tritt erstmal voll in die Eisen. "Natürlich bin ich über Nacht nicht zum perfekten DTM-Fahrer geworden. Mein Ziel ist es, Punkte zu sammeln", sagt Ralf Schumacher. "Sollte ein Podium herausspringen, wäre das klasse Von SZ-Redakteur Peter Wilhelm

Hockenheim. Die DTM startet in die neue Saison, doch der große Star tritt erstmal voll in die Eisen. "Natürlich bin ich über Nacht nicht zum perfekten DTM-Fahrer geworden. Mein Ziel ist es, Punkte zu sammeln", sagt Ralf Schumacher. "Sollte ein Podium herausspringen, wäre das klasse." Von Siegen spricht der Mercedes-Pilot nicht - obwohl er in dieser Saison ins Werksteam HWA befördert wurde und es dort für alle Piloten eigentlich nur um eines geht: den Titel.

Schumacher versucht, die Erwartungen zu bremsen. Doch der Druck wächst. 2008 zeigte der sechsfache Formel-1-Sieger in seinem DTM-Lehrjahr zwar einige gute Rennen. Bisweilen zockelte er im Mercedes-Gebrauchtwagen aber auch hinter dem Feld her und musste sich seinem Teamkollegen, einem gewissen Maro Engel, geschlagen geben. Am Ende wurde er 14. in der Gesamtwertung.

Dennoch erfolgte der Aufstieg ins Werksteam. Denn Schumacher ist das große Zugpferd der Serie, die in den vergangenen Jahren mit Jean Alesi, Heinz-Harald Frentzen, Mika Häkkinen und zuletzt dem fünffachen Meister Bernd Schneider einige Publikumslieblinge verloren hat. Und neue Stars kamen nicht. Lange geisterte der Name Bruno Senna als Zugang bei Mercedes durch die Szene. Der Neffe des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna absolvierte sogar schon Testfahrten. Doch dann sagte er ab. "Bruno wollte nebenbei Geraden-Tests für die Formel 1 fahren", erklärt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Doch die Plätze waren vergeben. Stattdessen fährt Senna nun in der Le-Mans-Serie - und überstand fast auf den Tag genau 15 Jahre nach dem Unfalltod seines Onkels (1. Mai 1994) einen bösen Unfall in Spa nur mit viel Glück.

Da auch Mathias Lauda, der Sohn von Ex-Weltmeister Niki Lauda, in der DTM seit Jahren nicht über die Rolle als Randfigur hinauskommt, bleibt also nur Ralf Schumacher als Star. Neben Titelverteidiger Timo Scheider (Audi) lacht er derzeit von vielen Plakatwänden. Auch wenn er die Rolle als Herausforderer nur ungern gibt. "Ich habe mich letzte Saison so wohl gefühlt wie noch nie. Daher freue ich mich, meinen Lernprozess in der DTM fortsetzen zu können", sagt er. Also eher ein zweites Lehrjahr als ein Meisterjahr.

Den Titel sollen andere holen. Oder besser: sie müssen. Denn nach zwei Niederlagen gegen Audi zählt für Mercedes nur der Titel. Vor allem Vizemeister Paul Di Resta brennt auf den Saisonstart: "Ich habe mit der DTM noch eine Rechnung offen", sagt er. Auch sein Teamkollege Bruno Spengler will nach dem enttäuschenden Verlauf der Saison 2008 (kein Sieg) wieder mit Vollgas zurück in die Erfolgsspur. Der vierte Fahrer im Werks-Quartett von Mercedes ist Gary Paffett, der Meister von 2005. Er bekam etwas überraschend den Platz von Jamie Green. Green, 2008 noch zweitbester Mercedes-Fahrer, wurde nicht in die C-Klasse von 2009 versetzt, sondern muss in seinem alten Autos sitzenbleiben.

Audi vertraut dagegen auf die bewährte Mannschaft - und hat ein ehrgeiziges Ziel. Im Jahr des 100. Geburtstages möchte Audi der erste Hersteller werden, der den DTM-Titel drei Mal in Folge gewinnt. Titelverteidiger Scheider freut sich: "Zum ersten Mal starte ich nicht als Jäger, sondern als Gejagter in eine Saison - ein schönes Gefühl."

Der Audi-Jahrgang 2009 hinkte im Vergleich zu Mercedes in den Tests zwar noch etwas hinterher. Aber Mattias Ekström, Meister von 2007, lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. "Die Zeiten waren vielleicht noch nicht ganz das, was wir uns gewünscht haben. Aber wir haben unsere Hausaufgaben alle machen können." Und ernst wird es ohnehin erst, wenn am Sonntag um 14.03 Uhr alle 19 Fahrer aufs Gaspedal treten.Erstmals seit 1992 findet ein DTM-Start ohne Sie statt. Wie fühlen Sie sich?

Schneider: Sehr gut. Ich bin genauso gespannt wie früher, wie das Kräfteverhältnis in der DTM ist. Aber der Druck, etwas beweisen zu müssen, ist weg.

Wie sieht Ihr Leben als "Frührentner" denn aus?

Schneider (lacht): Ich arbeite mehr als vorher. Vor allem im Winter. Ich bin ja AMG-Marken-Botschafter und arbeite als Instruktor. Im Januar, Februar und März war ich lange in Schweden und habe dort Fahrertrainings gemacht. Zudem arbeite ich bei der Entwicklung der AMG-Straßenautos mit und fahre bei der DTM das Renntaxi.

Wer ist Ihr Titelfavorit 2009?

Schneider: Schwierig zu sagen. Ich glaube, Mercedes und Audi werden sich ein enges Rennen liefern. Bei Audi erwarte ich Timo Scheider und Mattias Ekström vorne. Bei Mercedes Paul Di Resta und Bruno Spengler. Auch Gary Paffett kann bei einem guten Saison-Start Meister werden. Und Jamie Green traue ich im Jahreswagen die eine oder andere Überraschung zu. Die Jahreswagen sind 20 Kilo leichter - das ist eine Menge.

Kann Ralf Schumacher Rennen gewinnen?

Schneider: Ich glaube, ja. Er hatte schon vergangenes Jahr das eine oder andere starke Rennen. Was fehlte, war die Konstanz. Ich bin gespannt, wie er sich im HWA-Team entwickelt. Aber das Potenzial hat er.