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Stimmungsumschwung am Kieselhumes

Stimmungsumschwung am Kieselhumes

Nach dem überraschenden 1:0-Erfolg gegen den bisherigen Tabellenführer Waldhof Mannheim ist beim Aufsteiger SV Saar 05 der Glaube an die eigene Stärke zurück. Vom Ligaverbleib will aber noch keiner reden.

17 Spiele ohne Sieg. 17 Spiele voller Enttäuschungen, Depressionen, Zweifel. 17 Spiele, die den Trainer dazu veranlassten, seinen Spielern die Qualität für die Liga abzusprechen. Seit Sonntagnachmittag aber ist die Stimmung beim Regionalliga-Aufsteiger Saar 05 eine andere. Da nämlich war der erste Erfolg der Saison gegen den bisherigen Spitzenreiter Waldhof Mannheim gelungen (1:0).

"Ich freue mich einfach riesig für die Jungs. Es war wichtig, dass wirklich alle mal gebissen und gekämpft haben. Dazu hatten wir auch das Glück auf unserer Seite", freut sich Trainer Timon Seibert: "Es war einfach schön, in die Kabine zu kommen und zu sehen, wie sich die Jungs gefreut haben. Wir wollen dieses Erlebnis jetzt noch möglichst oft haben."

Gefeiert wurde nach dem Abpfiff allerdings nicht so ausgiebig. Stattdessen ging es am Montag gleich weiter. "Wir hatten auch vorher eine ganz gute Stimmung im Training. Nach so einem Spiel macht es dem einen oder anderen aber natürlich noch mehr Spaß, ins Training zu kommen", meint Seibert. Vergessen waren auf einen Schlag seine kritischen Worte an die Truppe oder auch die zwischenzeitliche Suspendierung von Felix Dausend und Alfonso Marte. Viel mehr haben die Saar-05-Spieler jetzt Blut geleckt. "Warum sollten wir trainingsfrei bekommen?", fragt Innenverteidiger Christian Eggert und mahnt: "Wir dürfen keinen Schritt weniger machen, das wäre vermessen." Das sieht auch Stürmer Dausend so: "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir sind immer noch mit nur fünf Punkten Tabellenletzter."

Trotzdem ist plötzlich wieder Kampfgeist zu vernehmen, nachdem dieser noch eine Woche zuvor nach der 0:3-Niederlage im Stadtderby gegen den 1. FC Saarbrücken bereits gänzlich erloschen zu sein schien. "Es war endlich einmal ein Zeichen, dass in dieser Liga doch etwas geht - und das war gut für die Moral", sagt Dausend: "Die Stimmung im Training war gut, und das wollen wir mitnehmen für das nächste Spiel." Das findet am Samstag um 14.30 Uhr am Kieselhumes gegen die TSG Hoffenheim II statt. "Gegen die haben wir nach dem 1:6 im Hinspiel eh noch was gutzumachen - und das endlich wieder in unserem Stadion am Kieselhumes", sagt Torwart Marc Birkenbach: "In Hoffenheim wusste noch keiner von uns so genau, was auf uns zukommt. Wir haben versucht, spielerisch mitzuhalten. Das haben wir nicht hinbekommen. Jetzt werden wir über den Kampf kommen."

Die deutliche Auswärtspleite gleich am ersten Spieltag ist beim Aufsteiger noch sehr präsent. "Mittlerweile ist für viele Hoffenheimer Spieler der Zug nach oben, also in die erste Mannschaft, abgefahren. Von daher werden die nicht mehr so brennen wie im ersten Spiel", glaubt Dausend, doch der offensive Auftritt der TSG am Montagabend gegen die SV Elversberg (2:3) dürfte dies widerlegt haben.

"Das Spiel wird sauschwer", meint Trainer Seibert: "Wir müssen mit dem Kampf und der Geschlossenheit vom Sonntag dagegen halten." Über die Chancen, vielleicht doch noch die Klasse zu halten, wollte keiner reden. Es war ja auch erst der erste Sieg.