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Konkurrenzkampf beim FC Bayern könnte zum Problem werden

München. Philipp Lahm ist zurück, Thiago auf dem Sprung: Trainer Pep Guardiola muss den immer schärferen Konkurrenzkampf beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München moderieren. Das sorgt für Spannungen. sid

Die Stimmung war ausgelassen beim Training des FC Bayern München am vergangenen Montag. "Unser Kapitän hat heute wieder mit uns trainiert", vermeldete Außenverteidiger Rafinha im Internet. Dazu gab es ein Foto aus der Kabine, das Rückkehrer Philipp Lahm zeigte, umringt von fröhlichen Mitspielern. Dass mit Lahm und Thiago, der ebenfalls vor dem Einstieg ins Mannschaftstraining steht, der Konkurrenzkampf im Münchner Kader an Schärfe zunimmt, ficht die Profis nicht an. Angeblich. "Jeder weiß: Wenn Philipp fit ist, spielt er", sagte Rafinha nach der ersten Einheit mit Lahm seit dem 18. November, als der Spielführer im Training einen Bruch des Sprunggelenks erlitt. Dass er selbst das erste "Opfer" sein könnte, sollte Lahm als Rechtsverteidiger ran müssen, spielte Rafinha herunter: "Es geht nicht um Einzelne."

So selbstlos geben sich nicht alle. Lahm weiß das: "Es wird Härtefälle geben." Vor allem im Mittelfeld wird es eng - dort, wo Lahm "am liebsten" spielt, wie er betonte. Das könnte Rafinha erleichtern, bei anderen Spielern aber für Unmut sorgen, zumal Trainer Pep Guardiola den Weltmeister im Zentrum einplant. Lahm ließ schon mal wissen, dass er sich nicht vorstellen kann, mit Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso ein Trio zu bilden. Mindestens einer muss also wohl weichen, wenn Lahm am 4. April im Prestigeduell bei Borussia Dortmund wieder spielen wird.

Guardiola kommt dann die schwere Aufgabe zu, die Eitelkeiten zu moderieren. Er sei Situationen wie diese gewohnt, wiegelte der Spanier ab, "ich arbeite schon lange bei einem großen Club". Seit Sommer 2013 beim FC Bayern, von 2008 bis 2012 beim FC Barcelona . Bei beiden Vereinen hat der 44-Jährige bewiesen, dass er im Zweifel eiskalt handelt. Bei Barcelona servierte er Stars wie Zlatan Ibrahimovic oder Ronaldinho ab, bei den Bayern traf es Mario Mandzukic.

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass sich Dante einen neuen Club suchen muss - trotz Vertrages. Die Auswechslung des Brasilianers im Spiel bei Hannover 96 (3:1) nach 32 Minuten kam einer Demontage gleich. Guardiola würdigte den Verteidiger keines Blickes. Nach dem Spiel betonte er zwar, Dante verhalte sich "überragend". Doch die Bayern-Profis wissen, was solche Äußerungen wert sind. Über Mandzukic sagte Guardiola einst, er "liebe" ihn - die "Scheidung" folgte wenige Monate später.