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Volles Vertrauen in den Weltmeister

Wolfsburg. Mehr als Respekt löst der Name Inter Mailand in Wolfsburg nicht aus. Die Italiener sollen eine Zwischenstation auf dem Weg ins Finale der Europa League sein. VfL-Profi Ricardo Rodriguez sagt: „Wir haben keine Angst.“ Dpa-Mitarbeitercarsten Lappe

Dieter Hecking lässt seinen 32-Millionen-Euro-Neuzugang André Schürrle nicht fallen. Auch heute beim Europa-League-Hinspiel gegen Inter Mailand dürfte der teuerste Einkauf in der Historie des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg trotz enttäuschender Leistungen in der Startelf stehen. "Ich weiß um meine Qualitäten, die Tore werden kommen", versprach Weltmeister Schürrle, der für den VfL noch kein Tor erzielt hat.

In der Vorbereitung auf das Achtelfinal-Hinspiel gegen den 18-maligen italienischen Meister trainierte Schürrle in der Startelf. "Unser Vertrauen in André ist grenzenlos", stellte Manager Klaus Allofs klar, obwohl sich mit Ivan Perisic ein potenzieller Konkurrent fit meldete. "Ich bin bereit und brauche Spiele", sagte der Kroate, der seit Schürrles Verpflichtung Ende Januar verletzt war. Auch deshalb dürfte Hecking den vor seiner Verletzung formstarken Perisic kaum von Beginn an bringen.

Die Formkurve Schürrles zeigte nach unten. Der Nationalspieler hat keine Bindung zum Spiel, wirkt phasenweise wie ein Fremdkörper. "Ich habe mir zuletzt schon einen Kopf gemacht, woran es liegt", gestand der 24-Jährige. Im Gegensatz zu seinen durch die vielen Partien gestressten Mitspieler könnte für ihn eine Pause kontraproduktiv sein. Wegen seiner Reservistenrolle bei seinem früheren Club FC Chelsea "ist es normal, dass er noch nicht im Rhythmus ist", erklärte Allofs. Schürrles Mitspieler wirkten dagegen nach teilweise berauschenden Vorstellungen zum Rückrundenstart in den vergangenen Tagen überspielt.

Die Reisestrapazen mit vier Auswärtsspielen in neun Tagen zeigten Wirkung: Beim 2:0-Sieg im DFB-Pokal beim Zweitligisten RB Leipzig spielte der VfL schwach, am Samstag folgte in der Liga mit dem 0:1 beim FC Augsburg dann die erste Niederlage nach 15 Pflichtspielen. Danach gab Hecking seinen Spielern zwei Tage frei. "Jetzt sollten mal alle voneinander lassen", begründete der VfL-Trainer, der damit offensichtlich den richtigen Nerv traf. "Die freie Zeit hat gut getan", sagte Abwehrchef Naldo: "Wir werden frisch sein. Klar hat Inter eine gute Mannschaft, aber wir sind auch gut. So gut, dass wir sie besiegen können".

Seit dem Gewinn des Champions-League- und des Weltpokal-Titels 2010 ging es mit Inter Mailand bergab. Aktuell ist der Club Tabellenneunter der Serie A. Der Respekt vor Wolfsburg scheint größer als andersherum. "Mit Wolfsburg haben wir einen Gegner erwischt, der sicher auch um den Titel mitspielt", sagte der in der Europa League nicht spielberechtigte Neuzugang Lukas Podolski . Bei VfL-Profi Ricardo Rodriguez hört sich das anders an: "Wir haben Respekt vor dieser Mannschaft, aber keine Angst. Die müssen wir nicht haben."

Angesichts der eigenen Ambitionen darf der VfL Wolfsburg die auch nicht haben. Allofs hält Inter für "machbar" und sprach erneut vom Finale am 27. Mai in Warschau. "Unser Ehrgeiz ist ungebrochen. Priorität hat für mich die Champions-League-Qualifikation in der Liga, aber wir wollen auch in den anderen Wettbewerben so weit wie möglich kommen", sagte Hecking. Und dabei soll Schürrle helfen - am besten auch mit Toren.