Leichtathletin knackt EM-Norm: Grauvogel hat den Fuß in der Tür

Leichtathletin knackt EM-Norm : Grauvogel hat den Fuß in der Tür

Die 21-Jährige aus Ottweiler knackt im Siebenkampf Norm für die Heim-EM in Berlin.

Louisa Grauvogel hat zum Auftakt der Freiluft-Saison für einen Paukenschlag gesorgt. Die 21-jährige Mehrkämpferin aus Ottweiler, die seit September 2016 an der University of Georgia studiert, war für den Nominierungs-Wettkampf am Wochenende in Halle an der Saale eigens aus den USA angereist – und fährt mit erfüllter Norm für die Heim-Europameisterschaft in Berlin wieder zurück.

Grauvogel gewann den Siebenkampf in Sachsen-Anhalt mit 6053 Punkten, einer persönlichen Bestleistung, und blieb damit 53 Zähler über der vom Deutschen Leichtathletik-Verband geforderten Norm. Mit 13,18 Sekunden über 100 Meter Hürden, 1,68 Metern im Hochsprung, 12,92 Metern im Kugelstoßen, 23,79 Sekunden über 200 Meter, 6,00 Metern im Weitsprung, 42,76 Metern im Speerwurf und 2:19,30 Minuten über 800 Meter machte die Athletin der LG Saar 70 den bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere perfekt.

Dass sie die Reisestrapazen auf sich nahm, liegt an den Richtlinien des Verbandes. Denn die Leistungen, die Grauvogel bisher und in den kommenden Wochen bei den Universitäts-Wettkämpfen in den USA zeigt, werden für die EM-Nominierung nicht anerkannt. Diese Erfahrung hatte im Vorjahr auch der Holzer Luca Wieland machen müssen. Der hatte im Zehnkampf zwei Mal die Norm für die WM in London überboten, fuhr aber nicht mit auf die Insel – auch weil drei andere deutsche Athleten bei den offiziellen Qualifikationen in Götzis und Ratingen besser waren.

Grauvogel, deren Leistungskurve dank der herausragenden Trainingsbedingungen in Georgia steil nach oben zeigt, hat mit Blick auf die Heim-EM in Berlin nun vorgelegt und muss warten, wie ihre nationalen Konkurrentinnen in den kommenden Wochen abschneiden. Dass Vize-Weltmeisterin Carolin Schäfer (Bestleistung von 2017: 6836 Punkte) die EM-Norm noch knacken wird, sollte klar sein. WM-Teilnehmerin Claudia Salman-Rath (6580) verzichtet nach einer Knieoperation auf die gesamte Saison. Über 6000 Punkten blieben in 2017 die Leverkusenerin Mareike Arndt (6106), die Koblenzerin Celina Leffler (6070) und die Leverkusenerin Caroline Klein (6007). Nur: Sie alle müssen Grauvogel erst einmal überbieten. Einen Fuß in der Tür zum Berliner Olympiastadion hat die Saarländerin seit gestern schon mal – und darf sich nebenbei sogar neue mitteldeutsche Meisterin nennen.

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