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Einfach geht bei Steffen nicht

Barcelona. Sportsgeist, eine verschenkte Medaillenchance oder große Hoffnungen auf die Lagen-Staffel? Über den Verzicht von Britta Steffen über 50 Meter Freistil darf gerätselt werden. Sie leistet zur Aufklärung keinen Beitrag. dpa

. Britta Steffen lächelte, wünschte einen guten Morgen - und ließ die Beobachter wieder einmal fragend zurück. Vor zwei Jahren brach sie ihren Einsatz bei den Weltmeisterschaften in Shanghai mittendrin ab und reiste fluchtartig heim. Jetzt warfen sie und der Verband schon vor ihrem ersten Auftritt in Barcelona Fragen auf. Die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 wird über 50 Meter Freistil überraschend nicht antreten - trotz des angebotenen Startverzichts von Daniela Schreiber. Wieso, weshalb, warum? Die Weltrekordlerin schwieg dazu. Konkrete Gründe nannten auch die Verantwortlichen nicht. Die Teamleitung verkündete nur die Entscheidung pro Schreiber.

"Nach einem Gespräch mit den Aktiven, dem Trainer-Team und dem Direktor Leistungssport Lutz Buschkow sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Daniela Schreiber den zweiten Startplatz über 50 Meter Freistil der Frauen neben Dorothea Brandt wahrnehmen wird", sagte Bundestrainer Henning Lambertz. "Auf Britta Steffen warten im Verlauf der WM viele Staffel- und Einzelrennen über 100 Meter Freistil."

Der Bundestrainer traut Steffen über die 100 Meter allerhand zu. Wohlmöglich setzt der Verband auf die Lagen-Staffel über 4 x 100 Meter, bei der am selben Tag die Medaillen wie über 50 Meter Freistil vergeben werden. "Warum das im Endeffekt dann so beschlossen wurde . . . Es ist ja eine Entscheidung, die nicht die Sportler gefällt haben, sondern das wurde durch die Mannschaftsleitung so festgelegt", erklärte Frank Embacher. Steffen hatte die WM-Qualifikation Ende April wegen Krankheit vorzeitig abgebrochen, war danach aber deutlich schnellere Zeiten geschwommen als Schreiber und ist die aktuelle Nummer acht der Weltrangliste über die 50 Meter Freistil. Sie hätte in Barcelona bei guter Form zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten gezählt. Eine Chance ist für den Verband nun dahin.

Wieder einmal darf über die Steffens Beweggründe nur gemutmaßt werden. Einfach geht bei Britta Steffen nicht. Bei Olympia 2008 hatte sie geschwiegen - und Doppelgold gewonnen. Ein Jahr später wurde sie triumphale Doppel-Weltmeisterin. 2010 musste sie wegen Krankheit pausieren, 2011 brach sie ihre WM-Teilnahme nach dem Vorlauf über 100 Meter Freistil ab. In London sprach sie über das Ende ihrer großen Zeit über 100 Meter Freistil. Seit ihrer krankheitsbedingten Aufgabe der DM im April hat Steffen über Höflichkeitsfloskeln hinaus nicht mehr mit der Presse gesprochen.



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