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Steffen darf bei der WM auch ohne Qualifikation auf ihre Paradestrecke

Barcelona. Nach dem guten WM-Auftakt der Freiwasserschwimmer und der Springer nehmen die deutschen Beckenschwimmer die Titelkämpfe in Barcelona in Angriff. Britta Steffen wird dabei wohl auf ihrer Paradestrecke starten. dpa/sid

Wenn Britta Steffen und Daniela Schreiber heute gemeinsam in den Flieger Richtung Barcelona einsteigen, ist die brisanteste Entscheidung im Vorfeld der Schwimm-WM wohl bereits gefallen. Es geht um Steffens Start auf ihrer Weltrekordstrecke 50 Meter Freistil und damit um eine der wenigen Medaillenchancen für das deutsche Team.

Ein Jahr nach dem vierten Platz auf dieser Strecke bei Olympia in London darf Steffen bei der WM in Barcelona trotz nicht erfüllter Qualifikation an den Start gehen. Möglich macht dies ihre Teamkollegin, die laut Chef-Bundestrainer Henning Lambertz ihren Verzicht über diese Distanz erklärt hat. "Wir sprechen da seit drei Wochen drüber. Ich finde das eine sehr großzügige Geste", sagte Lambertz gestern. Weltrekordlerin Steffen hatte die Qualifikation verfehlt, weil sie die deutschen Meisterschaften in Berlin Ende April erkrankt hatte abbrechen müssen. Lambertz legte aber Wert darauf, dass die endgültige Entscheidung erst in einer gemeinsamen Besprechung nach Anreise aller Beteiligten heute im Teamhotel fallen werde. Steffen, Siebte der Weltrangliste, war diese Saison bislang klar schneller als Schreiber.

Derweil konnte sich der Schwimmverband gestern über die nächste Medaille freuen. Nach einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze steuerte Angela Maurer im Hafen von Barcelona bereits das vierte Edelmetall bei. Die Olympia-Fünfte schlug im Yachthafen über die zehn Kilometer mit einer Sekunde Rückstand auf die Brasilianerin Poliana Okimoto Cintra (1:58:19,2) als Dritte an. Silber ging an Ana Marcela Cunha (Brasilien).

Patrick Hausding und Stephan Feck (Berlin/Leipzig) verpassten im Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett eine Medaille. Nach einem Patzer von Überraschungs-Weltmeister Hausding landeten die beiden auf Platz vier. Tina Punzel überzeugte in ihrem ersten WM-Finale als Sechste vom Ein-Meter-Brett.