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Der Weltenbummler will noch mal durchstarten

Elversberg. Der Fußball brachte ihn schon dazu, Insekten zu essen. Das muss Felix Luz in Elversberg zwar nicht mehr, dennoch will sich der Stürmer weiter bissig zeigen. Zum Beispiel am Samstag gegen Hansa Rostock. Von SZ-MitarbeiterHeiko Lehmann

"Hhmmmh, lecker", sagt Felix Luz nach seinem ersten Biss in eine saarländische Rostwurst. "Ich habe auch schon einen Schwenkbraten gegessen. Der war auch sehr fein. Kulinarisch scheint man ja hier richtig verwöhnt zu werden", sagt der 31-Jährige und lacht.

Vor knapp zwei Wochen wechselte der erfahrene Stürmer vom Drittliga-Konkurrenten Wacker Burghausen zur SV Elversberg. In erster Linie, um Tore für die SVE zu schießen, aber auch, um Land, Leute und kulinarische Spezialitäten kennenzulernen. So hat es Luz bei seinen vielen Stationen als Profifußballer immer gehalten. Auch beim vietnamesischen Club Na Dang FC, bei dem sich der Sonnyboy mit halblangen blonden Haaren im Jahr 2011 zwei Monate lang fit hielt, bevor er zum belgischen Erstligisten KVC Westerlo wechselte. "Ich war damals noch Junggeselle und wollte einfach was Neues kennenlernen. Es war eine tolle Erfahrung", sagt Luz, der auch die vietnamesische Kulinarik kennenlernte. "Dort isst man eben schon mal Insekten, Nagetiere und Frösche. Aber gut gewürzt geht das auch", sagt Luz und muss lachen. "Dort wird am Tisch richtig laut geschmatzt oder die Suppe geschlürft. Da passt man sich eben an und macht mit", erzählt der 31-Jährige von seinen Erfahrungen.

Mittlerweile ist der Torjäger bodenständiger geworden, sucht für sich, Frau und Kind gerade eine Wohnung in der Elversberger Umgebung und möchte bei der SVE noch einmal so richtig Gas geben. Eine Karriere, die golden programmiert war, aber durch Pech in den falschen Momenten nicht bis ganz nach oben reichte. In der Jugend beim VfB Stuttgart führte Felix Luz die B-Jugend als Kapitän zur deutschen Meisterschaft. Bei den Aktiven kickten die Toptalente Felix Luz, Kevin Kuranyi und Mario Gomez zunächst in der zweiten Mannschaft. Kuranyi und Gomez schossen in den richtigen Momenten viele Tore und starteten in der Bundesliga durch.

Bei Felix Luz fiel der Startschuss etwas später, als er für den damaligen Regionalligisten FC St. Pauli von 2005 bis 2007 Tore am Fließband schoss, zum Publikumsliebling wurde und Angebote aus der Bundesliga bekam. "Ich hatte damals keine festgeschriebene Ablösesumme. Es wurden Summen verlangt, die niemand bezahlen wollte. Also bin ich erst einmal in die 2. Liga", erzählt der Stürmer. Es folgte das Pech der schlimmsten Art - Knieverletzung, zweieinhalb Jahre kein Fußball. "Das war hart, aber ich bin ein Kämpfer und gebe nie auf. Heute bin ich wieder da und möchte noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen."

Vielleicht beginnt die Torejagd am Samstag, 14 Uhr, beim ersten Heimspiel der SVE im Saarbrücker Ludwigspark gegen Hansa Rostock. "Ich brauche noch ein paar Wochen, bis ich 100 Prozent in Form bin. Zur Zeit habe ich leichte Adduktoren-Probleme und kann nicht richtig trainieren. Aber wenn mich der Trainer bringt, bin ich voll da", sagt Luz.