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Deibler sorgt für Paukenschlag

Barcelona. Bei der WM in Barcelona konnten die deutschen Schwimmer am ersten Tag der Beckenwettbewerbe nicht überzeugen. Einzige Ausnahme war Steffen Deibler, der in deutscher Rekordzeit in den Schmetterling-Endlauf einzog. sid

Britta Steffen brach erst ihr Schweigen und schwamm dann als "Einäugige" einer schlechten Staffel deutlich an einer Medaille vorbei, Steffen Deibler sorgte mit einem "geilen" Rekord für einen Paukenschlag. Schon am ersten Tag der Beckenwettbewerbe der Schwimm-WM in Barcelona standen die beiden Stars des deutschen Teams im Mittelpunkt.

Nachdem Weltrekordlerin Steffen das große Rätsel über ihren Startverzicht auf ihrer Paradestrecke auflöste, musste sich die 29-Jährige mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel im Palau Sant Jordi mit dem achten und letzten Platz begnügen. "Das ist nix, das ist tief enttäuschend für alle", sagte eine gefrustete Steffen. Auch ihre Staffelkolleginnen Dorothea Brandt, Daniela Schreiber und Alexandra Wenk waren bedient. "Wenn ich bei den Leistungen die Einäugige bin, dann weiß ich schon, wo ich mich einzuordnen habe - und das ist nicht weit vorne", sagte Steffen.

Vor dem Staffel-Finale hatte Steffen endlich Klartext über ihren Startverzicht über 50 Meter Freistil gesprochen. Sie hatte sich krankheitsbedingt bei der DM im April nicht für ihre Weltrekordstrecke qualifizieren können. Ihre Hallenser Clubkollegin Daniela Schreiber bot ihr daraufhin ihren Startplatz an. Steffen lehnte ab. "Ich wollte sportlich und fair bleiben. Sie hat sich qualifiziert, jetzt möchte ich auch, dass sie schwimmt", sagte sie.

Steffen Deibler unterstrich dagegen eindrucksvoll seine Ambitionen, als er in deutscher Rekordzeit über 50 Meter Schmetterling (32,02 Sekunden) als Sechster ins Finale einzog. "Es ist geil, anzuschlagen und so eine Zeit zu lesen. So kann es weiter gehen. Im Finale geht es sauschnell zu", sagte Deibler, der seine eigene nationale Bestmarke um mehr als drei Zehntelsekunden pulverisierte.

Wenige Minuten später war Deibler mit seinen Teamkollegen Markus Deibler, Christoph Fildebrandt und Dimitri Colupaev im 4x100-Meter-Freistilrennen auf Rang sechs aber chancenlos. Gold ging an Olympiasieger Frankreich vor den USA und Russland. Hendrik Feldwehr (Essen) konnte sich als Zehnter über 100 Meter Brust trotz persönlicher Saisonbestzeit (1:00,05) nicht für den Endkampf qualifizieren. Damit scheiterten am ersten Tag sechs von sieben Einzelstarter des deutschen Schwimm-Teams an der Finalhürde.



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