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Ein Schlitzohr auf Wanderschaft

Ein Schlitzohr auf Wanderschaft

Es war ein Debüt nach Maß. Simon Zoller hat bei seinem Debüt für den 1. FC Kaiserslautern gleich das Siegtor gegen Paderborn erzielt. Doch Überheblichkeit ist ihm fern. Dafür hat er trotz seiner erst 22 Jahre zu viel erlebt.

Simon Zoller lächelt. Es ist kein selbstzufriedenes Grinsen, sondern ein zartes Lächeln irgendwo zwischen glücklich und verschmitzt. Gerade einmal 90 Minuten 2. Liga hat er hinter sich. Er, der 22-Jährige, der im Sommer vom VfL Osnabrück zum 1. FC Kaiserslautern gekommen war. Und hat doch in diesen 90 Minuten bereits den Siegtreffer zum 1:0 gegen den SC Paderborn erzielt. "Die letzten Wochen waren einfach grandios", sagt Zoller. Er ist aber auch einer, der selbstkritisch ist, der sich mit diesem einen Tor eben nicht zufriedengibt. "Ich will jetzt nicht sagen, dass es kein gutes Spiel war, aber es ist eine neue Liga, an die man sich erst einmal gewöhnen muss." Mit dem FC Ingolstadt wartet heute zum Heimauftakt (20.30 Uhr) schon die nächste Gelegenheit dazu.

Simon Zoller hat sich schon oft umgewöhnen müssen, trotz seiner erst 22 Jahre. Ausgebildet beim VfB Friedrichshafen, ging es in der C-Jugend zum großen VfB Stuttgart. Doch kaum war angekommen, verletzte er sich schwer und war außen vor. "Ich hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, auch später noch." Kurz hatte er sogar überlegt, die Sache mit dem Profifußball ganz sein zu lassen. Doch vielleicht haben ihm diese Rückschläge auch gut getan. Er wirkt für sein Alter geerdet: "Ich glaube, dass mir das definitiv geholfen hat. Ich weiß, was wichtig ist im Leben." Zoller gab den Profifußball nicht auf, sondern ging den Schritt zurück - erst zum SSV Ulm, dann zum Karlsruher SC. Hier blieb er vier Jahre, wechselte dann aber vergangenen Sommer nach Osnabrück. "Ich glaube, dass es für junge Spieler wichtig ist, mal woanders hinzugehen." In diesem Sommer kam dann das Angebot vom FCK. Schnell war für ihn klar: "Hier will ich hin." Ende Juni war der Transfer perfekt.

Druck verspürt er keinen, stellt aber auch keine lautstarken Forderungen. Doch eigentlich spricht vieles dafür, dass Trainer Franco Foda ihn auch gegen Ingolstadt spielen lässt. "Er ist ein Schlitzohr im Strafraum", sagt Foda über seinen jüngsten Stürmer, dessen ärgster Konkurrent im Moment Olivier Occéan ist, immerhin selbst einmal Torschützenkönig der 2. Liga.

Ingolstadt wird der nächste Schritt für Zoller und den FCK. Der Sieg gegen Paderborn war wichtig, um zu zeigen, dass die Vorbereitung kein Muster ohne Wert war. "Es ist oft so, dass man vor dem ersten Spiel noch nicht weiß, wo man steht", sagt Foda: "Aber es war noch nicht alles so, wie ich mir das vorgestellt habe." Es soll einiges besser werden. Foda ist gewarnt: "Fast alle Mannschaften, die hierher kommen, kommen aus der Defensive. Da müssen wir Lösungen finden." Und im Notfall hat er ja immer noch sein Schlitzohr vorne drin.