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Der traurige Abschied des Michael Uhrmann

Der traurige Abschied des Michael Uhrmann

Oslo. Er hätte in die Rolle des Helden schlüpfen können, doch am Ende war Michael Uhrmann die tragische Figur. Nachdem der Bayer mit dem letzten Sprung seiner Karriere die sicher geglaubte WM-Medaille im Teamwettbewerb verspielt hatte, standen Deutschlands Skispringer mit versteinerten Mienen im Auslauf der Holmenkollen-Großschanze und schauten den anderen Nationen beim Jubeln zu

Oslo. Er hätte in die Rolle des Helden schlüpfen können, doch am Ende war Michael Uhrmann die tragische Figur. Nachdem der Bayer mit dem letzten Sprung seiner Karriere die sicher geglaubte WM-Medaille im Teamwettbewerb verspielt hatte, standen Deutschlands Skispringer mit versteinerten Mienen im Auslauf der Holmenkollen-Großschanze und schauten den anderen Nationen beim Jubeln zu."Ich hatte mir das natürlich anders vorgestellt. Dass es so ausgeht, ist bitter. Aber ich kann es nicht mehr ändern. Es tut mir so Leid", entschuldigte sich der fassungslose Uhrmann bei seinen Teamkollegen. Durch seinen Hüpfer auf 110 Meter musste das zuvor in Führung liegende deutsche Quartett nicht nur Favorit Österreich, sondern auch noch Gastgeber Norwegen und Slowenien vorbeiziehen lassen. Weil die Jury den Wettbewerb wegen starken Windes nach dem ersten Durchgang abbrach, fehlten Martin Schmitt, Richard Freitag, Severin Freund und Uhrmann ein halber Meter zu Bronze.

"Sieben Zehntel ist sehr knapp. Über dem Springen steht natürlich die persönliche Enttäuschung von Michi Uhrmann. Er ist konsterniert, ich habe ihn noch nie so enttäuscht gesehen. Es war alles angerichtet für eine Medaille, alles hat nach einem Happy End ausgesehen. Es tut mir Leid für ihn, aber es gibt Schlimmeres im Leben", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Auch Martin Schmitt rang angesichts des dramatischen Absturzes seines langjährigen Weggefährten, mit dem er 2002 olympisches Mannschafts-Gold gewonnen hatte, nach den richtigen Worten. "Im letzten Versuch haben wir die Medaille verloren, das ist natürlich bitter. Andere waren glücklicher im entscheidenden Moment, da kann man nichts machen", sagte der 33-Jährige.

Anders als Uhrmann und Finnlands Altmeister Janne Ahonen, der am kommenden Wochenende beim Weltcup in Lahti zum zweiten Mal nach 2008 zurücktritt, setzt Schmitt seine Karriere fort. "Nächstes Jahr geht es weiter, ich werde wieder voll motiviert angreifen", kündigte der viermalige Weltmeister an. Doch auch seine Zeit neigt sich langsam dem Ende: "Ich sage nicht, dass es die letzte Saison sein wird, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch."

Für Uhrmann war am Samstagnachmittag endgültig Finito. "Das war mein letzter Sprung", bestätigte er seinen sofortigen Abschied vom Leistungssport. "Ich hätte ihn gerne noch in Lahti dabei gehabt. Aber ich respektiere es, wenn er sagt, danke, das war's. Er hat zu viel geleistet, als dass man ihn jetzt überredet", erklärte Schuster, der angesichts der Bronzemedaille im Teamwettbewerb auf der Normalschanze eine ordentliche Bilanz ziehen konnte: "Wir haben eine gute WM gemacht und können hier erhobenen Hauptes herausgehen." Und dies gelte auch für Michael Uhrmann. dpa