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Das Weltmeister-Boot ist gesprengt

Das Weltmeister-Boot ist gesprengt

Saarbrücken. Noch 500 Meter. Die Dänen setzen zu ihrem Endspurt an, kommen dem deutschen Leichtgewichts-Vierer immer näher. Aber nicht nah genug: Deutschland holt Gold. Das war vor einem Jahr bei der WM im polnischen Poznan

Saarbrücken. Noch 500 Meter. Die Dänen setzen zu ihrem Endspurt an, kommen dem deutschen Leichtgewichts-Vierer immer näher. Aber nicht nah genug: Deutschland holt Gold. Das war vor einem Jahr bei der WM im polnischen Poznan. Drei Wochen später erkämpften sich die Kühner-Zwillinge Jochen und Martin sowie Jost und Matthias Schömann-Finck im Vierer ohne Steuermann die Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Weißrussland.Die Saison-Höhepunkte 2010 wird Ruderer Matthias Schömann-Finck diesmal nicht miterleben. "Es ist super ärgerlich, dass ich als amtierender Weltmeister den Titel nicht verteidigen kann und auch bei der EM nicht dabei bin", sagt der Sportler vom RV Saarbrücken. Er kämpft seit Wochen mit einem Bandscheibenvorfall. "Die Rückenschmerzen - das ist eine Sache, die schon lange vor sich hinköchelt. Wir haben die Schmerzen immer wieder halbwegs in den Griff bekommen, aber es ist nie richtig gut geworden. Vor zwei Wochen haben wir dann entschieden, dass es einfach zu unsicher ist", sagt Matthias Schömann-Finck. Die Folge: Bei der morgen beginnenden EM in Montemor-o-Velho in Portugal wird er fehlen. Seine Saison ist beendet. Im Herbst will er sich einem Reha-Programm unterziehen, um dann nach der WM im November in Neuseeland wieder in das Training einsteigen zu können. "Ich hoffe, dass er sich in der Zeit völlig erholt", seufzt Bundestrainer Uwe Bender, "wenn die Reha nicht funktioniert, müssen wir den Bandscheibenvorfall operieren lassen." Der gesprengte Saarland-Vierer wird in Portugal dennoch an den Start gehen: Für Matthias Schömann-Fink springt der Hamburger Bastian Seibt ein. Nach einem zweiwöchigen Trainingslager in Breisach ist Trainer Bender optimistisch, dass das Boot vorne angreifen kann. "Wir haben viel trainiert, und die Mannschaft hat sich rudertechnisch sehr verbessert." Das hofft auch Matthias Schömann-Finck, der die EM notgedrungen über das Internet verfolgen wird. "Außerdem bin ich ja durch meinen Bruder nah dabei, ich fühle mich schon noch dazugehörig", sagt er.

Auf einen BlickNeben dem Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann mit Jost Schömann-Finck, Martin Kühner, Jochen Kühner (alle RV Saarbrücken) und Bastian Seibt (Hamburg) sind bei der Ruder-EM in Montemor-o-Valho vom RV Saarbrücken noch Anja Noske im Leichtgewichts-Doppelzweier mit Daniela Reimer (Potsdam) und Nina Wengert im Frauen-Achter am Start. Noske gehört auch zu den Medaillenkandidaten. Beim Achter unter dem neuen Trainer Bernd Lindner müsse er "erst schauen, wie sie sich entwickelt haben und was sich ergeben kann", sagt Uwe Bender. cjo