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"Das ist sehr schmerzhaft"

"Das ist sehr schmerzhaft"

Saarlouis. Am Samstag sah man in der Saarlouiser Stadtgartenhalle das blanke Entsetzen. Auf dem Spielfeld der mit 1200 Zuschauern gefüllten Halle sanken die in Grün gekleideten Spieler des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis entweder enttäuscht zu Boden oder standen wie erstarrt einfach nur da. Allen gemein war der fragende Blick ins Leere

Saarlouis. Am Samstag sah man in der Saarlouiser Stadtgartenhalle das blanke Entsetzen. Auf dem Spielfeld der mit 1200 Zuschauern gefüllten Halle sanken die in Grün gekleideten Spieler des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis entweder enttäuscht zu Boden oder standen wie erstarrt einfach nur da. Allen gemein war der fragende Blick ins Leere. Auch HG-Trainer Andre Gulbicki konnte das Geschehene nicht begreifen und saß minutenlang regungslos auf der Saarlouiser Bank.Kurz zuvor hatte die HG Saarlouis in der letzten Sekunde mit 33:34 (19:17) gegen den TV Bittenfeld verloren. Und das, obwohl die Saarländer fast über die gesamte Dauer der Partie in Führung lagen - teilweise sogar mit fünf Toren Vorsprung (25:20 in der 40. Minute). Doch die Zuversicht der HG-Fans sollte nur 53 Minuten und sieben Sekunden anhalten. Dann nämlich läutete der Gast aus Bittenfeld in Person von Arni Sigtryggsson die filmreife Krimi-Schlussphase ein.

Sigtryggsson verkürzte den kurz zuvor von Kreisläufer Bartosz Janiszewski ausgebauten HG-Vorsprung auf 30:28. Eine Minute später erzielte der Bittenfelder Arnor Gunnarsson per Siebenmeter den 29:30-Anschlusstreffer für die Gäste. Den darauf folgenden Angriff der HG konnte Rechtsaußen Otto Fetser nicht erfolgreich abschließen und scheiterte an TVB-Torhüter Bastian Rutschmann. Auf der anderen Seite machte es Sigtryggsson besser, als er den Gegenstoß zum Ausgleich verwandelte. 30:30 - und noch etwa fünf Minuten standen auf der Uhr.

Jakub Balaz brachte die HG anschließend ein letztes Mal in Führung, ehe der Mann der letzten Minuten, Arni Sigtryggsson, ausglich und gleich darauf die 32:31-Führung für Bittenfeld erzielte. So unaufhaltsam wie Sigtryggsson im Angriff, so unbezwingbar präsentierte sich Bittenfelds Schlussmann Rutschmann in den letzten Minuten. Neben einer weiteren Parade gegen Fetser entschärfte er auch einen Tempo-Gegenstoß von Christoph Wischniewski und ebnete seiner Mannschaft damit den Weg zum Auswärtssieg. Mit seinen Toren Nummer sieben und acht glich HG-Rückraumspieler Daniel Fontaine zwar jeweils noch zum 32:32 und 33:33 aus, doch war es Thorsten Salzer vom TVB vorbehalten, vier Sekunden vor Schluss den 33:34-Endstand zu markieren. Bester Werfer bei Saarlouis war Ingars Dude (neun Tore), gefolgt von Fontaine und Danijel Grgic (je acht).

Die HG-Akteure mussten den Freudentanz samt "Auswärtssieg, Auswärtssieg"-Schlachtrufen der Gäste über sich ergehen lassen. Kreidebleich brauchte HG-Trainer Gulbicki erst seine Zeit, um überhaupt Worte zu finden. Dann sagte er: "Das ist sehr schmerzhaft." So schmerzhaft wie der Blick auf die Tabelle, denn da fiel die HGS wieder auf Platz zehn zurück, weil der ThSV Eisenach gegen die TSG Groß-Bieberau mit 32:26 gewann und jetzt Neunter ist.