Basketball: Saisonstart der Sunkings gegen Titelfavorit Karlsruhe

Basketball-Regionalliga : Ein Kracher gleich am ersten Spieltag

Die Basketballer des Regionalligisten Saarlouis Sunkings empfangen am Sonntag zum Saisonstart Titelanwärter Karlsruhe. SZ-Mitarbeiter Daniel Novickij besuchte eines der letzten Trainings vor dem Start – und machte sogar kurz mit.

Der Reporter schnürt sich in der Kabine die Schuhe zu und schnauft ein letztes Mal durch – dann geht’s in die Halle.

An diesem Samstag beginnt für die Basketballer der Saarlouis Sunkings die neue Saison in der Regionalliga – und das gleich mit einem Kracher. Am Samstag um 19 Uhr ist Titelanwärter Arvato College Wizards aus Karlsruhe in der Sporthalle am Stadtgarten zu Gast. Damit trifft der Tabellenvierte der vergangenen Saison auf den Drittplatzierten.

In der letzten Vorbereitungswoche haben die Sunkings nochmal alles gegeben. Unter Hochdruck feilten die Spieler mit schweißüberströmten Gesichtern an den letzten Feinheiten. Aber wie hart ist das Training der Sunkings? Daniel Novickij machte den Praxistest.

Die Spieler werfen bereits einige Bälle auf den Korb, sie schauen skeptisch in meine Richtung. Und ich merke: Die sind alle zwei Köpfe größer als ich. Trainer Dominic Dörr schickt seine Mannschaft zum Aufwärmen. Die Anweisungen erfolgen auf Englisch. „Wir haben mit Ricky Easterling und Filip Kamenov zwei nicht deutschsprachige Spieler. Es ist einfacher, alles auf Englisch anzuweisen“, erklärt Dörr, denn dann müsse er nicht alles doppelt sagen.

Ich laufe mich zunächst mit den Spielern in der Halle warm. Dann folgen verschiedene Dehnübungen, um die Muskeln zu lockern. Anschließend schnappt sich jeder einen Ball, der Trainer gibt die Ausführung vor – und ich gerate ins Schwitzen. Was für die Basketballer wie eine leichte Übung aussieht, scheint für mich eine Mammut-Aufgabe zu sein. Ständig springt mir der Ball weg oder die Füße machen nicht das, was ich ihnen sage.

Nach dem Aufwärmen ist für mich Schluss. Ich verfolge das Training von der Seitenlinie aus weiter. Das Team übt Spielzüge ein – gelegentlich unterbricht Dörr und zeigt den Spielern an einer Taktiktafel ihre Fehler auf. „Heute arbeiten wir an der Verteidigung. Letzte Woche haben wir am Angriff gefeilt“, verrät Dörr. Der Trainer lässt immer mehrere Spielzüge einüben. „Normalerweise dauert das einige Monate, bis alles perfekt funktioniert.“ Dörr ist erst seit wenigen Wochen bei den Sunkings an Bord – als Nachfolger von Dennis Mouget, der das Amt aus beruflichen Gründen abgeben musste.

Der Sunkings-Spieler Finn Heyd verrät: „Es ist besser, wenn wir viele Varianten trainieren, dadurch sind wir für den Gegner unberechenbarer.“ Ihm gefalle es, Spielzüge zu üben – Laufen mögen er hingegen überhaupt nicht. Eine andere Hass-Übung hat hingegen sein Teamkollege Tim Piayda: „Ich mag es nicht, wenn wir Einzelübungen machen. Für mich ist Basketball ein Mannschaftssport, deshalb finde ich es besser, wenn wir zusammenspielen.“

Basketball gehöre für ihn zu den besten Sportarten, denn da passiere immer was. Vollgas von der ersten bis zur letzten Sekunde. „Im Fußball passiert phasenweise nichts. Sie stehen an der Mittellinie und schieben sich den Ball hin und her – ich finde das langweilig“, sagt Piayda.

Für Heyd kann jeder Basketball spielen: „Man muss nur Spaß und Begeisterung für diesen Sport mitbringen.“ Und dann sagt er etwas Erstaunliches. „Die Größe ist nicht so wichtig. Es gibt auch kleinere Spieler, die dann auf andere Fertigkeiten, wie Schnelligkeit, setzen müssen.“

Dominic Dörr, der Trainer der neue Saarlouis Sunkings  Foto: Dörr. Foto: Dörr
Die Mannschaft der Saarlouis Sunkings für die Saison 2019/20. Foto: Daniel Novickij

Eine der letzten Trainings-Einheiten vor dem Saisonstart geht zu Ende. Trotz einer nicht optimalen Vorbereitung – einige Spieler kamen erst nach und nach dazu – geht der Trainer optimistisch in die Saison in der für ihn neuen Liga: „Die Mannschaft ist eingespielt, daher denke ich, dass wir einen ordentlichen Start hinlegen werden. Der Auftakt gegen Karlsruhe ist für uns direkt eine gute Standortbestimmung“, sagt Dörr Es gebe in diesem Spiel keinen Favoriten. Auch Team-Manager Hanno Mouget blickt positiv nach vorne: „Ich bin zuversichtlich, dass wir an Platz vier der Vorsaison anknüpfen können.“

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